Floater

Was ist ein Floater?

Ein Floater ist eine Anleihe mit variabler Verzinsung, deren Kupon sich in regelmäßigen Abständen an einen Referenzzinssatz wie den Euribor oder einen anderen Geldmarktzinssatz anpasst. Floaters gehören zur Familie der flexibel verzinsten Wertpapiere und sind besonders in Marktphasen relevant, in denen steigende Zinsen erwartet werden. Durch die periodische Anpassung des Zinssatzes bleibt das Zinsänderungsrisiko vergleichsweise gering, weshalb Floater von institutionellen wie auch privaten Anlegern zur Stabilisierung des Rentenportfolios eingesetzt werden.

Wie funktioniert ein Floater?

Der Zinssatz eines Floaters setzt sich aus einem variablen Referenzzins sowie einem festen Aufschlag (Spread) zusammen. Dieser Spread dient dazu, das Kreditrisiko des Emittenten widerzuspiegeln und bleibt über die gesamte Laufzeit konstant. Die typischen Anpassungsintervalle sind 3 oder 6 Monate.

Die grundlegende Formel lautet:

Zinssatz = Referenzzins + Spread

Steigt der Referenzzins, erhöht sich automatisch der Kupon des Floaters. Bei sinkenden Referenzzinsen fällt der Kupon entsprechend niedriger aus. Dadurch reagiert der Floater wesentlich dynamischer auf die Marktentwicklung als eine Festzinsanleihe.

Vorteile eines Floaters

  • Geringes Zinsänderungsrisiko: Da sich der Zinssatz regelmäßig anpasst, kommt es zu deutlich geringeren Kursverlusten bei Zinsanstiegen.
  • Direkte Partizipation an steigenden Zinsen: Anleger profitieren unmittelbar von höheren Referenzzinssätzen.
  • Stabilisierender Portfolioeffekt: Floaters eignen sich hervorragend zur Ergänzung klassischer Rentenpapiere und erhöhen die Zinssensitivität im positiven Sinne.
  • Geringere Kursvolatilität: Der Rückzahlungswert bleibt stabiler als bei Festzinsanleihen.

Nachteile eines Floaters

  • Geringe Kupons in Niedrigzinsphasen: Wenn die Marktzinsen niedrig sind, fallen die Erträge deutlich geringer aus als bei Festzinsanleihen.
  • Aufschlag abhängig von Emittentenrisiko: Der Spread hängt stark von der Kreditwürdigkeit des Emittenten ab.
  • Komplexere Struktur: Für unerfahrene Anleger sind Funktionsweise und Bewertung oft weniger intuitiv als bei klassischen Zinsprodukten.

Wer emittiert Floaters?

Floaters werden hauptsächlich von Banken, größeren Industrieunternehmen, Versicherungen sowie staatlichen Institutionen begeben. Zu den häufigen Herausgebern zählen renommierte Finanzinstitute, die sich flexibel am Kapitalmarkt refinanzieren möchten.

Auch bekannte Großunternehmen wie die Allianz treten gelegentlich als Emittenten variabel verzinster Anleihen auf. Für Anleger, die zusätzlich an den Aktien dieser Gesellschaft interessiert sind, bietet sich ein Blick auf die Allianz-Aktie an.

Beispiele für Floaters

  • Banken-Floater: Anleihen mit Kuponanpassung auf Basis des 3-Monats-Euribors.
  • Unternehmens-Floater: Variabel verzinste Corporate Bonds mit einem festen Risikospread.
  • Staatsanleihen mit variabler Verzinsung: Manche Länder nutzen Floater zur flexiblen Refinanzierung.
  • Covered Floaters: Besicherte Anleihen, deren Zins ebenfalls variabel angepasst wird.

Für welche Anleger eignen sich Floaters?

Ein Floater ist besonders attraktiv für Anleger, die steigende Zinsen erwarten oder sich gegen Zinsänderungsrisiken absichern möchten. Durch die regelmäßige Kuponanpassung eignen sich Floaters ideal als Ergänzung zu klassischen Festzinswerten und ermöglichen eine dynamischere Ertragsentwicklung. Auch für konservativ orientierte Anleger kann ein Floater interessant sein, da der Kurs weniger stark durch das Zinsniveau beeinflusst wird.

boerse.de-Schlussfolgerung

Floaters stellen eine flexible und risikoärmere Alternative zu Festzinsanleihen dar und bieten Anlegern die Möglichkeit, unmittelbar von steigenden Zinsen zu profitieren. Besonders in Phasen geldpolitischer Straffungen entfalten diese Wertpapiere ihre Vorteile. Trotz der geringeren Erträge in Niedrigzinsphasen bleiben Floaters ein essenzieller Baustein moderner Rentenportfolios und eignen sich hervorragend zur Diversifikation, zum Risikoausgleich und zur Steigerung der Zinsdynamik innerhalb des Depots.



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