Free Float

Was ist der Free Float?

Der Free Float bezeichnet den Anteil der Aktien eines Unternehmens, der tatsächlich am Markt gehandelt werden kann. Er schließt alle Aktien aus, die von Großaktionären, Gründern oder der Unternehmensführung langfristig gehalten werden und daher nicht für den Handel zur Verfügung stehen. Der Free Float ist ein zentraler Indikator für die Liquidität einer Aktie und spielt eine wichtige Rolle bei der Indexaufnahme und bei der Berechnung von Börsenindizes wie dem DAX oder MDAX.

Definition und Funktionsweise

Der Free Float wird in Prozent des gesamten Aktienkapitals angegeben und zeigt, welcher Teil der Aktien frei am Markt verfügbar ist. Ein hoher Free Float bedeutet, dass viele Aktien gehandelt werden können, was in der Regel zu höherer Liquidität und stabileren Kursen führt. Ein niedriger Free Float kann dagegen zu größeren Kursschwankungen führen, da schon kleine Handelsvolumina den Kurs stärker beeinflussen.

Beispiel: Ein Unternehmen gibt 10 Millionen Aktien aus. 3 Millionen Aktien hält der Gründer langfristig, weitere 2 Millionen sind im Besitz institutioneller Großaktionäre mit langfristigen Strategien. Die verbleibenden 5 Millionen Aktien sind frei handelbar. Der Free Float beträgt somit 50%.

Vorteile eines hohen Free Float

Ein hoher Free Float bietet sowohl für Unternehmen als auch für Anleger Vorteile:

  • Hohe Liquidität: Aktien lassen sich leichter kaufen und verkaufen, ohne dass der Kurs stark beeinflusst wird.
  • Attraktivität für Investoren: Fonds und institutionelle Anleger bevorzugen Aktien mit hohem Free Float, da große Positionen einfacher gehandelt werden können.
  • Stabile Preisbildung: Kurse sind weniger anfällig für plötzliche Schwankungen.
  • Indexaufnahme: Ein hoher Free Float ist oft Voraussetzung für die Aufnahme in bedeutende Börsenindizes, was zusätzliche Nachfrage erzeugt.

Nachteile und Risiken eines niedrigen Free Float

Ein niedriger Free Float kann sowohl Chancen als auch Risiken bergen:

  • Hohe Volatilität: Bereits kleine Handelsvolumina können den Kurs stark bewegen.
  • Geringere Aufmerksamkeit: Aktien mit niedrigem Free Float werden oft weniger gehandelt und weniger analysiert.
  • Manipulationsrisiken: Geringe Verfügbarkeit kann spekulative Kursbewegungen erleichtern.
  • Begrenzte Indexfähigkeit: Niedriger Free Float kann eine Aufnahme in wichtige Indizes verhindern.

Beispiele aus der Praxis

Ein bekanntes Beispiel ist die SAP-Aktie. Obwohl SAP viele Aktien ausgegeben hat, sind nicht alle frei handelbar. Ein erheblicher Teil befindet sich in langfristigem Besitz von Großaktionären und Stiftungen, wodurch der Free Float geringer ist als die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien. Der verfügbare Free Float beeinflusst den Handel, die Liquidität und die Gewichtung im DAX.

Auch kleinere Unternehmen oder Start-ups, die an der Börse notiert sind, haben oft einen niedrigeren Free Float, da Gründer, Investoren oder strategische Partner größere Anteile halten. Dies kann den Handel erschweren, aber gleichzeitig die Kontrolle der Gründer über das Unternehmen sichern.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Free Float ist ein entscheidender Faktor für die Handelbarkeit und Liquidität von Aktien. Ein hoher Free Float erhöht die Attraktivität für Anleger, stabilisiert die Kurse und erleichtert die Aufnahme in Börsenindizes. Ein niedriger Free Float kann dagegen zu Volatilität, Handelsbarrieren und Manipulationsrisiken führen. Für Anleger und Analysten ist es wichtig, den Free Float zu berücksichtigen, um das Risiko und die Handelsmöglichkeiten einer Aktie realistisch einzuschätzen und strategisch zu nutzen.



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