Free on Board

Was ist Free on Board?

Free on Board, abgekürzt FOB, ist ein international gebräuchlicher Liefer- und Lieferbedingungsbegriff im Außenhandel, der aus den Incoterms der Internationalen Handelskammer (ICC) stammt. Er legt fest, dass der Verkäufer seine Lieferpflicht erfüllt hat, sobald die Ware an Bord des vom Käufer benannten Schiffs verladen wurde. Ab diesem Zeitpunkt gehen Kosten und Risiken auf den Käufer über. FOB ist besonders relevant im See- und Binnenschifftransport und wird häufig in internationalen Handelsverträgen genutzt.

Definition und Funktionsweise

Beim FOB-Liefervertrag trägt der Verkäufer alle Kosten und Risiken bis zur Verladung der Ware auf das Schiff im vereinbarten Verschiffungshafen. Dazu gehören Transport, Verpackung, Exportabfertigung und Verladung. Sobald die Ware an Bord ist, geht das Risiko auf den Käufer über, der ab diesem Zeitpunkt für Transportversicherung, Frachtkosten und weitere Risiken verantwortlich ist.

Beispiel: Ein deutscher Exporteur verkauft Maschinen an ein Unternehmen in Brasilien mit der Lieferbedingung „FOB Hamburg“. Der Verkäufer transportiert die Maschinen bis zum Hafen Hamburg, verzollt sie für den Export und verlädt sie auf das vom Käufer ausgewählte Schiff. Ab diesem Moment trägt der brasilianische Käufer das Risiko für den Transport über den Atlantik.

Vorteile von Free on Board

FOB bietet sowohl für Verkäufer als auch für Käufer mehrere Vorteile:

  • Klarheit der Verantwortlichkeiten: Risiko- und Kostenübergang sind klar definiert.
  • Flexibilität für den Käufer: Käufer kann Frachtunternehmen, Versicherer und Route selbst wählen.
  • Transparenz: Jeder weiß genau, welche Partei welche Kosten und Risiken trägt.
  • Einfachere Preisgestaltung: FOB-Preise enthalten die Kosten bis zur Verladung, was die Kalkulation für Exportgeschäfte erleichtert.

Nachteile und Risiken

FOB bringt auch einige Einschränkungen und Risiken mit sich:

  • Transport- und Versicherungsrisiken: Ab Verladung trägt der Käufer das Risiko, inklusive Schäden auf hoher See.
  • Verantwortung für Logistik: Käufer muss Fracht und Versicherung selbst organisieren, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.
  • Abhängigkeit vom Verschiffungshafen: Alle Risiken bis zur Verladung liegen beim Verkäufer, daher ist eine sorgfältige Abwicklung notwendig.
  • Missverständnisse: Bei unklarer Vertragsformulierung kann es zu Streitigkeiten über Lieferort und -zeitpunkt kommen.

Beispiele aus der Praxis

FOB wird häufig im internationalen Handel eingesetzt, insbesondere bei Rohstoffen, Maschinen, Fahrzeugen oder Konsumgütern. Ein Beispiel ist der Export von Stahlplatten aus Deutschland in die USA. Der Verkäufer sorgt für die Verladung im Hamburger Hafen, während der Käufer den See-Transport, Versicherung und Importabfertigung übernimmt.

Auch Unternehmen wie Automobilhersteller nutzen FOB für Lieferungen von Bauteilen: Ein deutscher Zulieferer liefert Teile nach Südamerika. Durch die Vereinbarung von FOB im Vertrag trägt der Hersteller ab Verladung das Risiko und kann Transportdienstleister flexibel wählen. Dies ist insbesondere bei großen Transportvolumina wirtschaftlich sinnvoll.

boerse.de-Schlussfolgerung

Free on Board (FOB) ist eine zentrale Lieferbedingung im internationalen Handel, die klare Regelungen zu Kosten- und Risikoübergang bietet. Sie ermöglicht Flexibilität und Transparenz für Käufer und Verkäufer, erfordert jedoch sorgfältige Organisation und Kenntnis der Transport- und Versicherungsrisiken. FOB ist besonders für den Seetransport geeignet und wird häufig in Exportverträgen eingesetzt, um Verantwortlichkeiten eindeutig zu definieren und die Kalkulation von Preisen und Risiken zu erleichtern.



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