GTC steht für „Good Till Canceled“ und bezeichnet eine Ordergültigkeit, bei der eine Kauf- oder Verkaufsorder so lange aktiv bleibt, bis der Anleger sie aktiv löscht oder sie vollständig ausgeführt wurde. Damit unterscheidet sich die GTC-Order deutlich von kurzfristigen Gültigkeitsvarianten wie der Tagesorder oder der GTD-Order („Good Till Date“). Eine GTC-Order ist besonders dann sinnvoll, wenn ein Anleger auf ein bestimmtes Kursniveau wartet, das möglicherweise erst nach längerer Zeit erreicht wird. Sie ermöglicht strategische Planung, ohne dass regelmäßig neue Orders eingegeben werden müssen. Gerade in Märkten, die sich langsam bewegen oder bei Investments mit langfristiger Perspektive, ist GTC ein zentraler Ordertyp.
Wenn ein Anleger eine GTC-Order platziert, bleibt diese dauerhaft in den Orderbüchern des jeweiligen Brokers oder der Börse hinterlegt, bis eine Ausführung erfolgt oder der Anleger sie selbst löscht. Diese Orders sind meist mit Limit-, Stop- oder Stop-Limit-Aufträgen kombiniert und sollen sicherstellen, dass eine Transaktion nur zu den gewünschten Kursen erfolgt – und zwar unabhängig davon, wie viel Zeit bis dahin vergeht. Die Gültigkeit kann Tage, Wochen oder sogar Monate andauern, je nach Strategie. Da viele Broker GTC-Orders regelmäßig prüfen oder automatisch verlängern, besteht eine hohe Flexibilität im Trading.
Für langfristig orientierte Anleger bieten GTC-Orders erhebliche Vorteile. Wer beispielsweise eine Aktie erst dann kaufen möchte, wenn sie auf ein bestimmtes Kursniveau fällt, setzt ein Limit und muss anschließend nicht täglich überprüfen, ob die Marke erreicht wurde. Gleiches gilt für den Verkauf: Ein Anleger kann einen Limitverkauf setzen, der automatisch ausgeführt wird, sobald der Kurs das gewünschte Niveau erreicht. Durch diese Automatisierung sinkt der zeitliche Aufwand deutlich, während gleichzeitig eine klare strategische Struktur aufgebaut wird. GTC-Orders helfen zudem, emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden, weil die Order bereits im Voraus festgelegt wurde.
Wie jede Orderart birgt auch GTC Risiken. Besonders relevant ist die Gefahr, dass sich Marktbedingungen über längere Zeiträume verändern und das ursprünglich gesetzte Kursziel unattraktiv oder strategisch ungünstig wird. Eine Verkaufsorder könnte etwa ausgeführt werden, obwohl das Unternehmen zwischenzeitlich positivere Perspektiven entwickelt hat. Ebenso kann ein Kauf ausgelöst werden, obwohl sich das Umfeld verschlechtert hat. Ein weiteres Risiko ist die mögliche Ausführung während kurzer, unerwarteter Kursausschläge, die nicht unbedingt die langfristige Marktbewegung widerspiegeln. Daher sollten Anleger GTC-Orders regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen oder löschen.
Im Vergleich zur Tagesorder, die nur bis zum Börsenschluss desselben Tages gültig ist, und zur GTD-Order, die an ein klares Ablaufdatum gebunden ist, weist die GTC-Order eine unbegrenzte Gültigkeit auf. Dadurch eignet sie sich vor allem für strategische, langfristige Entscheidungen, bei denen kein konkretes Zeitfenster definiert werden soll. Während GTD hilfreich ist, wenn eine bestimmte Zeitperiode im Fokus steht, ist GTC die effizienteste Lösung für alle Fälle, in denen der Kurs – und nur der Kurs – entscheidend ist. Diese Flexibilität macht GTC zu einer der meistgenutzten Orderarten unter privaten und institutionellen Anlegern.
Ein Anleger möchte eine Aktie kaufen, aber nur, wenn sie auf 80€ fällt. Da der aktuelle Kurs noch weit darüber liegt, setzt er eine GTC-Limit-Order und wartet auf die Marktbewegung – ohne täglich eingreifen zu müssen. Ebenso kann ein langfristig orientierter Anleger einen Verkaufs-Limitkurs setzen, wenn er glaubt, dass eine Aktie in den kommenden Monaten einen bestimmten Wert erreichen wird. Die Order bleibt aktiv, bis das Kursziel erreicht wird oder der Anleger seine Strategie anpasst. Damit lässt sich die Börsenaktivität effizient strukturieren, ohne ständig handeln zu müssen.
GTC-Orders sind ein wichtiges Instrument für Anleger, die flexibel und langfristig planen wollen. Sie ermöglichen präzise Kursziele, ohne zeitliche Begrenzung, und erleichtern es, rationale Handelsentscheidungen im Voraus festzulegen. Gleichzeitig erfordern sie regelmäßige Überprüfung, da sich Marktumfeld, Unternehmenslage und persönliche Strategie jederzeit verändern können. Richtig eingesetzt bietet GTC jedoch eine enorme Vereinfachung des Handels und sorgt für klare, effiziente und disziplinierte Investmentprozesse.