Gesamtfälligkeit

Was ist die Gesamtfälligkeit?

Gesamtfälligkeit bezeichnet den Zeitpunkt oder Zeitraum, zu dem alle Verpflichtungen eines Finanzinstruments oder einer Kreditverpflichtung vollständig fällig sind. Sie ist besonders relevant bei Anleihen, Krediten oder Leasingverträgen, da sie angibt, wann die letzte Zahlung von Zinsen und Tilgung geleistet werden muss und das Kapital vollständig zurückgeführt ist. Die Gesamtfälligkeit ist ein entscheidendes Kriterium für die Planung von Liquidität, Risikoabschätzung und Investitionsentscheidungen.

Definition und Berechnung

Die Gesamtfälligkeit wird in der Regel in Jahren angegeben und bezieht sich auf die Zeitspanne zwischen dem Ausgabedatum eines Finanzinstruments und dem Datum, an dem das gesamte Kapital inklusive aller Zinsen zurückgezahlt wird. Bei Anleihen wird die Gesamtfälligkeit auch als Maturity bezeichnet. Sie umfasst sowohl die regelmäßigen Zinszahlungen als auch die Rückzahlung des Nennwerts am Ende der Laufzeit. Die Berechnung der Gesamtfälligkeit ist wichtig, um das Risiko von Zinsänderungen, Liquiditätsengpässen oder Refinanzierung zu bewerten.

Bedeutung für Investoren

Für Anleger ist die Gesamtfälligkeit ein zentraler Faktor bei der Bewertung von Finanzprodukten:

  • Zinsrisiko: Je länger die Gesamtfälligkeit, desto stärker reagiert der Kurs einer Anleihe auf Zinsänderungen.
  • Liquiditätsplanung: Investoren wissen genau, wann sie ihr Kapital zurückerhalten und können dies für Finanzplanung und Reinvestition einplanen.
  • Renditebewertung: Die Gesamtfälligkeit beeinflusst die Renditeerwartung, da langfristige Anlagen in der Regel höhere Zinsen bieten, um das höhere Risiko zu kompensieren.

Beispiel aus der Praxis

Eine zehnjährige Unternehmensanleihe der Siemens AG hat eine Gesamtfälligkeit von 10 Jahren. Anleger erhalten während dieser Zeit jährliche Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit die Rückzahlung des Nennwerts. Die Gesamtfälligkeit dient dabei als wichtige Grundlage, um Zinsschwankungen einzuschätzen und die Rendite langfristig zu planen. Bei kürzeren Anleihen mit 2–3 Jahren Laufzeit ist das Zinsrisiko deutlich geringer, die Rendite jedoch meist niedriger.

Gesamtfälligkeit und Risiko

Die Gesamtfälligkeit hat direkte Auswirkungen auf die Risikobewertung eines Investments:

  • Längere Gesamtfälligkeit: Höheres Zinsänderungsrisiko, mögliche Wertschwankungen am Sekundärmarkt, größere Unsicherheit bei Refinanzierung.
  • Kürzere Gesamtfälligkeit: Geringeres Risiko, schnellere Rückführung des Kapitals, begrenzte Zinssensibilität.
  • Strategische Planung: Investoren können Portfolios so strukturieren, dass unterschiedliche Fälligkeiten kombiniert werden, um Risiko und Liquidität auszugleichen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Gesamtfälligkeit ist ein entscheidendes Kriterium für die Beurteilung von Anleihen, Krediten und anderen Finanzinstrumenten. Sie bestimmt den Zeitpunkt der vollständigen Rückzahlung und beeinflusst Risiko, Rendite und Liquiditätsplanung. Für Anleger ist die Kenntnis der Gesamtfälligkeit unverzichtbar, um fundierte Entscheidungen zu treffen, Portfolios zu strukturieren und langfristige Finanzstrategien zu entwickeln.



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