Horizontaler Spread

Was ist ein horizontaler Spread?

Ein horizontaler Spread ist ein Begriff aus dem Optionshandel und beschreibt eine Strategie, bei der ein Anleger gleichzeitig eine Kauf- oder Verkaufsoption auf denselben Basiswert erwirbt und eine weitere Option desselben Typs mit identischem Basispreis, aber abweichendem Verfallsdatum verkauft. Diese Strategie wird häufig eingesetzt, um von zeitlichen Preisunterschieden zwischen den Optionen zu profitieren, das Risiko zu steuern oder Prämieneinnahmen zu generieren. Horizontale Spreads sind auch unter dem Begriff Time Spread bekannt.

Aufbau eines horizontalen Spreads

Ein horizontaler Spread besteht aus zwei Optionen desselben Typs:

  • Long-Position: Kauf einer Option mit längerem Verfall, die das Recht auf den Basiswert zu einem festgelegten Preis bietet.
  • Short-Position: Verkauf einer Option mit kürzerem Verfall, um Prämien zu erhalten.

Beide Optionen haben denselben Basispreis und betreffen denselben zugrunde liegenden Vermögenswert, z.B. eine Aktie, einen Index oder eine Anleihe. Die Strategie kann sowohl mit Call- als auch mit Put-Optionen umgesetzt werden und ermöglicht es dem Anleger, von unterschiedlichen Zeitwertverlusten zu profitieren.

Bedeutung und Zielsetzung

Ein horizontaler Spread dient vor allem zur Risikosteuerung und Ertragsoptimierung. Durch den Verkauf der kurzfristigen Option wird Prämieneinnahme generiert, während die langfristige Option gehalten wird, um an Kursbewegungen des Basiswerts zu partizipieren. Ziel ist es, von der Zeitwertdifferenz zwischen den Optionen zu profitieren und gleichzeitig das Risiko gegenüber einfachen Long- oder Short-Positionen zu reduzieren. Diese Strategie ist besonders geeignet für Märkte mit moderater Volatilität und für Anleger, die auf zeitliche Preisunterschiede setzen möchten.

Praxisbeispiele

Ein Beispiel: Ein Anleger geht einen horizontalen Call-Spread auf die SAP-Aktie ein. Er kauft einen Call mit einem Verfall in sechs Monaten und verkauft einen Call mit identischem Basispreis, aber Verfall in einem Monat. Die kurzfristig verkaufte Option bringt eine Prämie ein, während die langfristige Option im Wert steigen kann, wenn die Aktie Kursgewinne erzielt. Der Gewinn wird aus der Differenz zwischen Zeitwertverlust der verkauften Option und Wertsteigerung der gekauften Option erzielt.

Chancen und Risiken

Die Chancen eines horizontalen Spreads liegen in der reduzierten Investitionssumme im Vergleich zu einem einfachen Kauf einer Long-Option, den Prämieneinnahmen aus der Short-Position und der Möglichkeit, von Zeitwertdifferenzen zu profitieren. Risiken bestehen in Kursbewegungen des Basiswerts, die die Long-Position nicht ausreichend absichern, sowie in der Volatilität, die den Wert der Optionen beeinflusst. Anleger müssen zudem die Liquidität und Handelskosten berücksichtigen, da diese die Strategieergebnisse verändern können.

boerse.de-Schlussfolgerung

Ein horizontaler Spread ist eine Optionsstrategie, die auf zeitlichen Preisunterschieden zwischen zwei Optionen desselben Basiswerts und Basispreises basiert. Sie ermöglicht es Anlegern, Prämien zu generieren, Risiken zu steuern und von der Differenz im Zeitwert zu profitieren. Durch sorgfältige Analyse von Marktvolatilität, Kursentwicklung und Liquidität kann ein horizontaler Spread eine interessante Strategie für erfahrene Anleger sein, die das Potenzial zeitlich differierender Optionen nutzen möchten.



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