IBIS

Was ist das IBIS?

IBIS steht für Integriertes Börsenhandels- und Informationssystem und war das elektronische Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse, das in den 1990er-Jahren eingeführt wurde. Es diente der Automatisierung des Aktienhandels und ermöglichte erstmals eine elektronische Orderverarbeitung, Kursfeststellung und Transparenz für Marktteilnehmer. IBIS gilt als direkter Vorgänger des heutigen XETRA-Systems, auf dem der Großteil des deutschen Aktienhandels mittlerweile abgewickelt wird.

Funktionen und Aufbau von IBIS

Das IBIS-System wurde entwickelt, um die Effizienz und Transparenz des Börsenhandels zu erhöhen. Zu seinen zentralen Funktionen gehörten:

  • Elektronische Ordererfassung: Kauf- und Verkaufsaufträge konnten direkt über das System eingegeben werden, wodurch die Abwicklung schneller und sicherer wurde.
  • Kursfeststellung: IBIS ermöglichte die automatische Ermittlung von Eröffnungskursen und kontinuierlichen Kursen für handelbare Aktien.
  • Markttransparenz: Durch die Bereitstellung von Kursinformationen in Echtzeit hatten Anleger und Händler einen besseren Überblick über Angebot und Nachfrage.
  • Integration: Das System verband Handelsplätze, Makler und Banken und schuf ein zentralisiertes Handelsnetzwerk.

Bedeutung für Anleger und Börsen

Für Anleger und institutionelle Investoren war IBIS ein Meilenstein, da es erstmals möglich machte, Handelsinformationen schnell und transparent zu erhalten. Das System erleichterte die Überwachung von Kursbewegungen, ermöglichte fundierte Kauf- und Verkaufsentscheidungen und trug zur Reduzierung von Informationsasymmetrien bei. Auch für die Börse selbst war IBIS von großer Bedeutung, da es den Handel standardisierte, die Effizienz steigerte und das Wachstum des elektronischen Handels vorbereitete.

Historische Entwicklung

IBIS wurde Mitte der 1990er-Jahre eingeführt und ersetzte weitgehend die traditionellen Parketthandelsverfahren, bei denen Makler physisch auf dem Börsenparkett Orders abwickelten. Mit dem zunehmenden Handelsvolumen und der wachsenden Bedeutung elektronischer Systeme war IBIS ein entscheidender Schritt in Richtung Automatisierung. Ende der 1990er-Jahre wurde das System durch XETRA abgelöst, das auf den Erfahrungen und Technologien von IBIS aufbaute und heute das zentrale elektronische Handelssystem der Frankfurter Börse darstellt.

Praxisbeispiele

Ein praktisches Beispiel: Vor der Einführung von IBIS mussten Orders manuell über Telefon oder Parketthandel abgewickelt werden. Mit IBIS konnten Makler Aufträge direkt ins System eingeben, Kurse wurden automatisch ermittelt und Handelsübersichten standen in Echtzeit zur Verfügung. Dies beschleunigte den Handel erheblich und reduzierte Fehlerquellen. Institutionelle Investoren konnten dadurch größere Volumina effizienter handeln, während Privatanleger erstmals einen besseren Überblick über Marktpreise und Liquidität erhielten.

Chancen und Risiken

Die Einführung von IBIS bot zahlreiche Chancen, darunter höhere Handelsgeschwindigkeit, verbesserte Markttransparenz und standardisierte Prozesse. Risiken bestanden anfänglich in technischen Problemen, Ausfallzeiten und der Notwendigkeit, Marktteilnehmer auf das neue System zu schulen. Mit der Weiterentwicklung hin zu XETRA wurden diese Risiken jedoch minimiert, und IBIS legte die Grundlage für den modernen elektronischen Handel in Deutschland.

boerse.de-Schlussfolgerung

Das IBIS war ein wegweisendes elektronisches Handelssystem, das die Frankfurter Wertpapierbörse modernisierte und den Weg für XETRA bereitete. Es erhöhte die Effizienz, Transparenz und Sicherheit des Aktienhandels und ermöglichte Anlegern und institutionellen Investoren einen besseren Überblick über Kursbewegungen und Handelsvolumina. Als historischer Meilenstein bildet IBIS die Grundlage für den heutigen elektronischen Börsenhandel in Deutschland.



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