Ein Investmenttrust ist eine besondere Form eines geschlossenen Investmentfonds, der in Großbritannien und einigen anderen Ländern weit verbreitet ist. Dabei handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, die Anlegergelder bündelt, um in ein diversifiziertes Portfolio von Aktien, Anleihen oder anderen Vermögenswerten zu investieren. Anleger erwerben Anteile an der Gesellschaft, deren Wert durch die Performance der zugrunde liegenden Anlagen bestimmt wird. Investmenttrusts werden an der Börse gehandelt und unterscheiden sich von offenen Fonds durch eine feste Anzahl von Aktien und einen variierenden Marktpreis.
Investmenttrusts sammeln Kapital von Investoren und legen dieses gebündelt in ein diversifiziertes Portfolio an. Anders als offene Fonds geben sie keine neuen Anteile bei Nachfrage aus und lösen keine Anteile bei Rückgabe zurück. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist fest, wodurch der Preis der Anteile von Angebot und Nachfrage am Sekundärmarkt bestimmt wird. Der Wert der Anteile kann daher über oder unter dem Nettoinventarwert (Net Asset Value, NAV) der zugrunde liegenden Vermögenswerte liegen.
Ein Beispiel: Ein Investmenttrust investiert in Technologieaktien weltweit. Steigt der Wert der Aktien im Portfolio, erhöht sich auch der NAV des Trusts. Wird die Nachfrage nach den Anteilen hoch, kann der Marktpreis über dem NAV liegen, im Fall geringer Nachfrage unter dem NAV. Anleger können die Anteile über die Börse kaufen oder verkaufen, ähnlich wie bei Aktien.
Investmenttrusts bieten Anlegern mehrere Vorteile. Sie ermöglichen eine breite Diversifikation, da das Kapital in zahlreiche Aktien, Anleihen oder andere Vermögenswerte investiert wird. Zudem können professionelle Fondsmanager aktiv das Portfolio steuern, um Chancen zu nutzen und Risiken zu reduzieren. Viele Investmenttrusts schütten regelmäßig Dividenden aus, was sie für einkommensorientierte Anleger attraktiv macht.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den Marktpreis durch gezielte Investitionsentscheidungen zu beeinflussen. Da Investmenttrusts geschlossen sind, können Manager langfristig planen, ohne sich um kurzfristige Rücknahmen sorgen zu müssen. Allerdings können Anleger unter Umständen einen Auf- oder Abschlag auf den NAV zahlen, was das Risiko von Marktpreisvolatilität einschließt.
Ein bekanntes Beispiel ist der City of London Investment Trust, der in britische und internationale Aktien investiert und regelmäßig Dividenden ausschüttet. Weitere Beispiele sind der Murray Income Trust oder der Scottish Mortgage Investment Trust, die unterschiedliche Strategien verfolgen, von Dividendenfokus bis hin zu wachstumsorientierten Investments. Solche Investmenttrusts bieten Anlegern eine Möglichkeit, breit gestreut und professionell verwaltet in unterschiedliche Märkte zu investieren.
Ein Investmenttrust ist ein geschlossener Investmentfonds, der Anlegergelder bündelt, um professionell verwaltete, diversifizierte Portfolios zu schaffen. Durch die Börsennotierung bieten Investmenttrusts Handelbarkeit und Preistransparenz, während sie gleichzeitig langfristige Anlagestrategien ermöglichen. Anleger profitieren von Diversifikation, professioneller Verwaltung und möglichen Dividendenerträgen, müssen jedoch Auf- oder Abschläge auf den Nettoinventarwert berücksichtigen. Investmenttrusts sind daher eine attraktive Option für Anleger, die in professionelle, diversifizierte Portfolios investieren möchten und den langfristigen Erfolg bevorzugen.