Die Kassa-Future-Arbitrage bezeichnet eine Handelsstrategie, bei der Anleger Preisunterschiede zwischen dem Kassamarkt und dem Terminmarkt (Future-Markt) ausnutzen, um risikofreie Gewinne zu erzielen. Sie basiert auf der Annahme, dass der Preis eines Futures auf einen Basiswert wie Aktien, Rohstoffe oder Währungen in engem Verhältnis zum Kassapreis dieses Basiswerts stehen sollte. Tritt eine Abweichung auf, kann ein Arbitrageur gleichzeitig den Basiswert am Kassamarkt kaufen und den Future verkaufen (oder umgekehrt), um von der Preisdifferenz zu profitieren.
Die Kassa-Future-Arbitrage nutzt die Beziehung zwischen dem Kassapreis eines Vermögenswertes und dem Preis des entsprechenden Futures. Der theoretische Future-Preis ergibt sich aus dem Kassapreis, den Finanzierungskosten bis zum Lieferzeitpunkt und möglichen Dividendenzahlungen oder Lagerkosten. Weicht der aktuelle Future-Preis von diesem theoretischen Wert ab, entsteht eine Arbitragemöglichkeit.
Beispiel: Ein Anleger beobachtet die SAP-Aktie am Kassamarkt zu 120€. Gleichzeitig notiert der Future auf die Aktie für Lieferung in drei Monaten bei 125€. Berücksichtigt man die Finanzierungskosten von 2€ für drei Monate, ergibt sich ein theoretischer Future-Preis von 122€. Da der aktuelle Future 125€ beträgt, besteht eine Arbitragemöglichkeit: Die Aktie wird am Kassamarkt gekauft und der Future verkauft. Bei Fälligkeit kann die Position glattgestellt werden, wodurch der Arbitragegewinn realisiert wird.
Kassa-Future-Arbitrage ist besonders für professionelle Händler und institutionelle Anleger interessant, die über ausreichend Kapital und Zugang zu Futures und Kassamarkt verfügen. Sie dient nicht nur der Gewinnerzielung, sondern auch der Preisangleichung zwischen Kassamarkt und Terminmarkt. Die wichtigsten Einsatzbereiche sind:
Die Kassa-Future-Arbitrage bietet Chancen auf risikofreie Gewinne, birgt jedoch auch Risiken:
In der Praxis setzen Hedgefonds und Investmentbanken Kassa-Future-Arbitrage regelmäßig ein, um geringe Kursdifferenzen zwischen Kassamarkt und Futures auszunutzen. Bei Rohstoffen wie Gold oder Öl werden physische Lagerbestände mit Futures kombiniert, um Preisdifferenzen zu realisieren. Auch im Aktienbereich nutzen professionelle Anleger Arbitragemöglichkeiten, um von Diskrepanzen zwischen Kassakursen und Futures auf Aktienindizes oder Einzelwerte zu profitieren. Ein Beispiel ist der Kauf von SAP-Aktien am Kassamarkt bei 120€ und gleichzeitiger Verkauf des Futures bei 125€, wobei Finanzierungskosten und Dividenden bereits berücksichtigt werden.
Die Kassa-Future-Arbitrage ist eine wichtige Strategie für professionelle Anleger, um Preisunterschiede zwischen Kassamarkt und Terminmarkt auszunutzen. Sie trägt zur Marktstabilität bei, ermöglicht risikofreie Gewinne bei korrekter Umsetzung und verbessert die Effizienz der Preisbildung. Dennoch müssen Anleger Transaktionskosten, Finanzierungskosten und potenzielle Liefer- oder Dividendenrisiken berücksichtigen, um die Strategie erfolgreich und profitabel umzusetzen. Kassa-Future-Arbitrage ist damit ein zentrales Instrument im professionellen Handelsumfeld.