Laufende Verzinsung

Was ist die laufende Verzinsung?

Die laufende Verzinsung ist ein wichtiges Maß für die Ertragskraft von festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen oder Schuldverschreibungen. Sie gibt an, welche jährlichen Zinserträge ein Anleger im Verhältnis zum aktuellen Kurs einer Anleihe erhält, ohne dass Kursgewinne oder -verluste berücksichtigt werden. Anders als der Nominalzins, der sich auf den Nennwert der Anleihe bezieht, berücksichtigt die laufende Verzinsung den aktuellen Marktpreis und zeigt somit die reale Rendite für den Käufer an.

Funktionsweise der laufenden Verzinsung

Die laufende Verzinsung wird berechnet, indem der jährliche Kuponzins durch den aktuellen Kurs der Anleihe geteilt wird. Sie zeigt somit die tatsächliche Verzinsung, die ein Anleger bei Kauf zum aktuellen Kurs erwarten kann, solange die Anleihe bis zur nächsten Zinszahlung gehalten wird. Formel: Laufende Verzinsung (%) = (Jährlicher Kupon / Kurs der Anleihe) * 100 Beispiel: Eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000€ zahlt jährlich 50€ Zinsen. Liegt der Kurs der Anleihe aktuell bei 950€, beträgt die laufende Verzinsung: (50 / 950) * 100 = 5,26%.

Unterschied zur Rendite bis zur Fälligkeit

Die laufende Verzinsung unterscheidet sich von der Rendite bis zur Fälligkeit (Yield to Maturity). Während die laufende Verzinsung nur die aktuellen Zinszahlungen in Relation zum Kurs betrachtet, berücksichtigt die Rendite bis zur Fälligkeit auch eventuelle Kursgewinne oder -verluste, die entstehen, wenn die Anleihe zum Nennwert zurückgezahlt wird. Die laufende Verzinsung eignet sich besonders für Anleger, die kurzfristig in Anleihen investieren oder den jährlichen Ertrag auf Basis des aktuellen Marktpreises vergleichen möchten.

Beispiele aus der Praxis

Ein Beispiel: Ein Investor erwirbt eine Unternehmensanleihe der Siemens mit einem Nominalwert von 1.000€ und einem jährlichen Kupon von 40€. Liegt der aktuelle Kurs der Anleihe bei 980€, beträgt die laufende Verzinsung (40 / 980) * 100 = 4,08%. Ein weiteres Beispiel: Bei Staatsanleihen wie Bundesschatzbriefen kann die laufende Verzinsung durch Kursschwankungen über oder unter dem Nennwert stark variieren, obwohl der Nominalzins unverändert bleibt. Anleger erhalten so eine transparente Vergleichsbasis für verschiedene Anleihen am Markt.

Bedeutung für Anleger

Die laufende Verzinsung ist für Anleger von großer Bedeutung, da sie:

  • Transparenz schafft: Sie zeigt den aktuellen Zinsertrag auf das investierte Kapital.
  • Vergleichbarkeit ermöglicht: Anleger können verschiedene Anleihen oder Anlageklassen miteinander vergleichen, unabhängig vom Nennwert.
  • Risikoeinschätzung erleichtert: Hohe laufende Verzinsungen können auf höhere Risiken hinweisen, während niedrigere laufende Verzinsungen oft bei sicheren Anleihen auftreten.
  • Planung von Cashflows: Sie erlaubt eine realistische Kalkulation der laufenden Einnahmen aus festverzinslichen Anlagen.

Faktoren, die die laufende Verzinsung beeinflussen

Mehrere Faktoren beeinflussen die laufende Verzinsung:

  • Marktzinsniveau: Steigen die Zinsen am Markt, sinken in der Regel die Kurse bestehender Anleihen, wodurch die laufende Verzinsung steigt.
  • Bonität des Emittenten: Anleihen von weniger bonitätsstarken Emittenten bieten oft höhere laufende Verzinsungen zur Kompensation des Risikos.
  • Laufzeit: Kurzfristige Anleihen haben meist geringere laufende Verzinsungen als langfristige, da das Zinsänderungsrisiko niedriger ist.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die laufende Verzinsung ist eine zentrale Kennzahl für Anleger, um den jährlichen Zinsertrag einer Anleihe auf Basis ihres aktuellen Kurses zu beurteilen. Sie ermöglicht transparente Vergleiche, unterstützt die Risikoeinschätzung und hilft bei der Planung der Cashflows. Wer die laufende Verzinsung versteht, kann fundierte Entscheidungen beim Kauf von Anleihen treffen und die Rendite im aktuellen Marktumfeld realistisch einschätzen.



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