Max Supply

Was ist Max Supply?

Max Supply bezeichnet die maximale Menge eines Vermögenswerts oder Finanzprodukts, die jemals geschaffen, ausgegeben oder im Umlauf sein kann. Der Begriff wird vor allem im Bereich digitaler Assets und Kryptowährungen verwendet, findet aber zunehmend auch im weiteren Finanzmarkt Beachtung, wenn es darum geht, die Angebotsgrenzen eines Instruments zu verstehen und in Bewertungsmodelle einzubeziehen.

Im klassischen Finanzmarkt wird der Max Supply nicht in allen Fällen explizit ausgewiesen, da viele Finanzinstrumente wie Aktien oder Anleihen keine feste Obergrenze bei der Anzahl ihrer Einheiten besitzen. Dennoch spielt die Frage einer begrenzten Angebotsmenge für die Bewertung und die Erwartungshaltung von Anlegern eine wichtige Rolle, denn eine Begrenzung der verfügbaren Einheiten kann Einfluss auf die Preisbildung haben.

Begriffserklärung und Bedeutung

Der Begriff Max Supply bezeichnet die Obergrenze des Gesamtangebots eines Vermögenswerts. Er unterscheidet sich vom aktuellen Angebot oder „Circulating Supply“, also der Menge, die derzeit tatsächlich im Markt verfügbar ist. Während die Menge im Umlauf Schwankungen unterliegen kann, bleibt der Max Supply als mathematisch definierte Obergrenze konstant.

Für Anleger ist der Max Supply ein wichtiges Maß zur Einschätzung von Knappheit, langfristiger Wertentwicklung und potenziellen Inflationseffekten. Ein begrenztes Angebot kann unter Nachfrage? oder Knappheitseffekten leiden, was auf der Angebotsseite Druck auf die Preise ausüben kann. Im Gegensatz dazu kann ein unbegrenztes Angebot tendenziell inflationäre Effekte mit sich bringen, weil mehr Einheiten geschaffen werden können, ohne dass eine natürliche Obergrenze existiert.

Unterschied zu anderen Angebotsbegriffen

Im Finanzmarkt werden verschiedene Angebotsbegriffe verwendet:

  • Circulating Supply: die tatsächlich im Markt verfügbare Menge eines Instruments.
  • Total Supply: die Summe aller je geschaffenen Einheiten, die möglicherweise noch nicht im Umlauf sind.
  • Max Supply: die absolute Obergrenze der Einheit, die jemals existieren kann.

Im Gegensatz zu Total Supply ist der Max Supply eine fest definierte Obergrenze. Zum Beispiel kann Total Supply die gesamte bisher erzeugte Menge widerspiegeln, während Max Supply angibt, wie viele Einheiten insgesamt möglich wären, wenn die Obergrenze erreicht ist.

Max Supply im klassischen Finanzmarkt

Im klassischen Börsenumfeld ist eine feste Obergrenze bei Finanzinstrumenten wie Aktien nicht immer vorgesehen. Unternehmen können unter bestimmten Umständen Kapital erhöhen, indem sie neue Aktien ausgeben oder bestehende Programme zur Kapitalerhöhung durchführen. Eine feste, technisch limitierte Obergrenze existiert daher im traditionellen Aktienmarkt in der Regel nicht.

Dennoch hat das Konzept der Angebotsbegrenzung auch im Finanzmarkt Bedeutung. Beispielsweise können Unternehmen unter bestimmten Kapitalrestriktionen stehen oder durch Satzungen begrenzte Aktienprogramme aufweisen. In solchen Fällen kann eine natürliche Obergrenze im Unternehmensrecht definiert sein, die durch Beschluss der Hauptversammlung oder durch rechtliche Vorgaben festgelegt wird.

Anleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere haben ebenfalls keinen Max Supply im engeren Sinne, da Emittenten zusätzliche Papiere ausgeben können, solange regulatorische und vertragliche Vorgaben eingehalten werden. Das Fehlen einer festen Obergrenze macht daher den Unterschied zu digitalen Assets aus, bei denen Max Supply zentral im technischen Protokoll festgelegt ist.

Marktpsychologie und Bewertung

Die Vorstellung einer festen Obergrenze kann für Anleger ein wichtiges Bewertungskriterium sein. Ein begrenztes Angebot impliziert potenzielle Knappheit, die bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage zu Preisdruck führen kann. Aus diesem Grund werden Vermögenswerte mit einem niedrigen Max Supply von einigen Anlegern als langfristig wertstabiler angesehen.

Die psychologische Wirkung einer begrenzten Obergrenze kann dazu beitragen, dass Anleger Vermögenswerte als Schutz gegen inflationäre Effekte betrachten, insbesondere in Zeiten von expansiver Geldpolitik oder erhöhter Volatilität an den Kapitalmärkten.

Max Supply im Kryptobereich

Im Bereich der Kryptowährungen ist Max Supply ein häufig verwendeter und zentraler Begriff. Viele Kryptowährungen definieren in ihrem technischen Protokoll eine feste Obergrenze, wie viele Einheiten jemals erzeugt werden können. Die bekannteste Kryptowährung mit einer klar definierten Obergrenze ist Bitcoin. Bitcoin hat einen Max Supply von 21 Millionen Coins, was bedeutet, dass nie mehr als 21 Millionen Bitcoin existieren können.

Diese feste Obergrenze ist Bestandteil des Protokolls und kann nicht ohne grundlegende Änderungen am Netzwerk geändert werden. Ein begrenzter Max Supply kann zur Knappheit beitragen, insbesondere wenn Nachfrage über die Zeit steigt. Andere Kryptowährungen haben unterschiedliche Ansätze: Einige setzen ebenfalls auf feste Max Supply-Grenzen, während andere flexible Modelle nutzen oder gar keine feste Obergrenze definieren.

Chancen und Risiken

Ein klar definierter Max Supply bietet Chancen und Risiken für Anleger:

  • Chance Knappheitseffekt: Ein begrenztes Angebot kann bei steigender Nachfrage zu Wertsteigerungen führen.
  • Inflationsschutz: Vermögenswerte mit begrenzter Obergrenze können für Anleger interessant sein, die inflationsbedingte Wertverluste klassischer Währungen vermeiden möchten.
  • Risiko Nachfrageverfall: Ein hoher Max Supply kann bei sinkender Nachfrage zu Druck auf Preise führen.
  • Marktvolatilität: Bei Vermögenswerten mit geringer Liquidität kann die Preisvolatilität trotz begrenzter Obergrenze hoch sein.

Anleger sollten daher den Max Supply immer im Kontext anderer fundamentaler Bewertungsfaktoren, Marktbedingungen und individueller Risikostrategien betrachten.

Max Supply und Bewertung von Vermögenswerten

In der Bewertung vieler digitaler Assets wird der Max Supply herangezogen, um potenzielle Preisziele zu modellieren. Modelle wie das Stock-to-Flow-Modell nutzen das Verhältnis von bestehendem Angebot zu neu erzeugten Einheiten, um Knappheit und potenziellen Wert über die Zeit abzuschätzen.

Auch im klassischen Finanzmarkt kann die Obergrenze bei Instrumenten, die einer natürlichen Begrenzung unterliegen, in Bewertungsverfahren und Szenarioanalysen berücksichtigt werden. Die Kenntnis über Menge und maximale Angebotsbasis gehört damit zu den grundlegenden Informationen, die Anleger in ihre Analysen einbeziehen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Max Supply beschreibt die maximale Anzahl von Einheiten eines Vermögenswertes, die jemals existieren können. Im klassischen Finanzmarkt gibt es selten eine feste Obergrenze, während digitale Assets wie Kryptowährungen diese Grenze häufig im technischen Protokoll definieren. Die Begrenzung des Angebots kann Einfluss auf Knappheit, Bewertung und langfristige Preisentwicklung haben. Anleger sollten den Max Supply als einen der zahlreichen Parameter betrachten, die in Kombination mit fundamentalen Daten, Marktbedingungen und persönlicher Risikostrategie eine Rolle bei Investmententscheidungen spielen.



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