Maximum Drawdown ist ein Risikomaß, das angibt, wie stark der Wert eines Investments von einem vorherigen Höchststand bis zum tiefsten Punkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums gefallen ist. Er wird häufig in Prozent des Höchststandes angegeben und dient dazu, das Verlustrisiko eines Portfolios, einer Aktie oder eines Finanzinstruments zu quantifizieren. Der Maximum Drawdown ist besonders für Anleger und Fondsmanager wichtig, um die Stabilität und das Risiko eines Investments zu beurteilen.
Der Maximum Drawdown wird berechnet, indem man den größten prozentualen Rückgang eines Investments vom letzten Höchststand bis zum tiefsten Punkt misst. Mathematisch ausgedrückt:
Maximum Drawdown (%) = (Höchststand – Tiefststand) / Höchststand * 100
Beispiel: Ein Aktienportfolio erreicht einen Höchstwert von 100.000 €, fällt dann auf 80.000 € und steigt später wieder. Der Maximum Drawdown beträgt in diesem Fall 20 %, da der Verlust vom Höchststand zum Tiefststand 20.000 € beträgt.
Der Maximum Drawdown ist ein zentrales Risikomaß, das zeigt, wie stark ein Investment in der Vergangenheit an Wert verloren hat. Anleger nutzen diese Kennzahl, um das Verlustrisiko zu bewerten und zu entscheiden, ob ein Investment in ihr Risikoprofil passt. Ein hoher Maximum Drawdown deutet auf eine größere Volatilität und ein höheres Verlustrisiko hin, während ein niedriger Drawdown auf stabilere Anlagen hinweist.
Fondsmanager verwenden den Maximum Drawdown auch, um die Performance von Investmentstrategien zu vergleichen. Dabei wird nicht nur das Renditepotenzial betrachtet, sondern auch, wie stark das Kapital in Stressphasen reduziert werden kann.
Der Maximum Drawdown wird sowohl bei Aktien, ETFs, Fonds als auch bei Derivaten angewendet. Ein Beispiel ist ein breit diversifiziertes Aktienportfolio, das während eines Börsencrashs einen Wertverlust von 30 % erleidet. Der Maximum Drawdown gibt Anlegern klar an, welches Risiko sie in Extremsituationen erwarten können. Auch bei einzelnen Aktien, wie der Siemens-Aktie, kann der Maximum Drawdown historische Schwankungen zeigen, die für Risikomanagement und Portfolioplanung relevant sind.
Institutionelle Investoren berücksichtigen den Maximum Drawdown bei der Asset-Allokation, um die Volatilität zu steuern und das Portfolio auf ihre Risikotoleranz auszurichten. Hedgefonds und algorithmische Trading-Strategien nutzen den Drawdown ebenfalls als Stop-Loss-Kriterium, um Verluste zu begrenzen.
Der Maximum Drawdown bietet mehrere Vorteile:
Risiken bestehen darin, dass der Maximum Drawdown nur historische Daten berücksichtigt und keine zukünftigen Verluste vorhersagen kann. Zudem sagt er nichts über die Dauer der Erholung oder die Volatilität während des Drawdowns aus. Anleger sollten daher den Maximum Drawdown zusammen mit anderen Kennzahlen wie Volatilität, Sharpe-Ratio oder Value-at-Risk betrachten.
Der Maximum Drawdown ist ein zentrales Risikomaß, das den größten historischen Wertverlust eines Investments vom Höchststand bis zum Tiefststand darstellt. Er hilft Anlegern und Fondsmanagern, das Risiko von Aktien, Portfolios oder Fonds einzuschätzen und entsprechende Strategien zu entwickeln. Wer den Maximum Drawdown versteht, kann fundierte Entscheidungen über Risikomanagement, Portfolioaufteilung und Investmentauswahl treffen.