Nachschussmarge

Was ist eine Nachschussmarge?

Die Nachschussmarge ist ein Begriff aus dem Bereich des Margin-Handels und bezeichnet den zusätzlichen Betrag, den ein Anleger auf ein Margin-Konto einzahlen muss, wenn die Sicherheiten unter einen bestimmten Schwellenwert fallen. Sie dient dazu, die Deckung des Kredits oder der geliehenen Mittel sicherzustellen und das Risiko für den Broker zu begrenzen. Die Nachschussmarge wird auch als Margin Call bezeichnet.

Definition und Hintergrund

Im Margin-Handel können Anleger Wertpapiere kaufen, ohne den vollen Kaufpreis sofort zu bezahlen, indem sie einen Teil des Kapitals als Sicherheit hinterlegen. Fällt der Wert der gehaltenen Wertpapiere, beispielsweise durch Kursverluste, unter die erforderliche Sicherheitsgrenze, fordert der Broker eine Nachschussmarge. Dies stellt sicher, dass die Position weiterhin gedeckt ist und mögliche Verluste ausgeglichen werden können.

Funktionsweise der Nachschussmarge

Die Funktionsweise lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Auslösende Bedingung: Der Wert der Sicherheiten fällt unter die festgelegte Margenanforderung.
  • Forderung: Der Broker verlangt eine zusätzliche Einzahlung oder den Verkauf von Positionen, um die Sicherheitsgrenze wiederherzustellen.
  • Folgen bei Nichtzahlung: Wenn der Anleger den Nachschuss nicht leistet, kann der Broker die Positionen zwangsweise verkaufen, um die Verluste zu begrenzen.

Beispiel: Ein Anleger hält Aktien der Volkswagen-Aktie auf Margin. Fällt der Kurs stark, fordert der Broker eine Nachschussmarge, um die Position ausreichend abzusichern.

Bedeutung für Anleger

Nachschussmargen sind ein wichtiges Instrument im Risikomanagement von Margin-Positionen:

  • Risikokontrolle: Sie verhindern, dass Verluste das hinterlegte Kapital übersteigen.
  • Liquiditätsmanagement: Anleger müssen jederzeit ausreichende Mittel bereithalten, um Nachschüsse leisten zu können.
  • Handelsdisziplin: Die Forderung einer Nachschussmarge zwingt Anleger zu einem bewussten Umgang mit Hebelwirkung und Risiko.

Beispiel: Professionelle Trader planen ihre Margin-Positionen so, dass sie auch bei Kursschwankungen genügend Liquidität für Nachschussforderungen bereithalten.

Abgrenzung zu regulären Margenanforderungen

Die reguläre Margin-Anforderung beschreibt die initial hinterlegte Sicherheitsleistung beim Kauf auf Kredit. Die Nachschussmarge tritt hingegen erst nachträglich auf, wenn Kursschwankungen oder Wertverluste die ursprüngliche Sicherheitsleistung unter die vorgeschriebene Grenze fallen lassen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Nachschussmarge ist ein zentrales Instrument im Margin-Handel, das Anleger verpflichtet, zusätzliche Mittel einzuzahlen, wenn die Sicherheiten unter einen festgelegten Wert fallen. Sie schützt sowohl Broker als auch Anleger vor übermäßigen Verlusten, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung und Liquiditätsbereitschaft. Wer die Mechanismen versteht, kann das Risiko kontrollieren und die Chancen im gehebelten Handel bewusst nutzen.



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