Nachzahlungsforderung

Was ist eine Nachzahlungsforderung?

Eine Nachzahlungsforderung bezeichnet einen Anspruch eines Gläubigers, dass der Schuldner einen zuvor geschuldeten Betrag nachträglich bezahlt. Im Finanz- und Börsenkontext tritt eine Nachzahlungsforderung häufig im Zusammenhang mit Margin-Konten, Optionsgeschäften oder bei Kapitalerhöhungen auf. Sie stellt sicher, dass finanzielle Verpflichtungen auch dann erfüllt werden, wenn anfängliche Zahlungen oder Einlagen unzureichend waren.

Definition und Hintergrund

Nachzahlungsforderungen können entstehen, wenn ein Anleger beispielsweise auf Kredit investiert und der Wert der gehaltenen Wertpapiere unter einen bestimmten Schwellenwert fällt. Banken oder Broker können in solchen Fällen zusätzliche Zahlungen verlangen, um das Risiko auszugleichen. Auch bei Kapitalmaßnahmen von Unternehmen, etwa bei Kapitalerhöhungen durch Ausgabe neuer Aktien, kann ein Aktionär zur Nachzahlung verpflichtet werden, wenn er seinen Bezugsrechten nicht vollständig nachkommt.

Funktionsweise von Nachzahlungsforderungen

Die Funktionsweise lässt sich wie folgt beschreiben:

  • Entstehung: Durch unzureichende Deckung von Zahlungen oder Eigenkapitalanforderungen.
  • Forderung: Der Gläubiger stellt dem Schuldner eine Nachzahlungsaufforderung, die meist fristgebunden ist.
  • Folgen: Wird die Nachzahlung nicht geleistet, können weitere Maßnahmen wie Zwangsverwertung von Sicherheiten, Verzugszinsen oder rechtliche Schritte folgen.

Beispiel: Ein Anleger hat auf Margin in Aktien der Siemens-Aktie investiert. Fällt der Kurs stark, verlangt der Broker eine Nachzahlung, um das Risiko auszugleichen.

Bedeutung für Anleger

Nachzahlungsforderungen sind für Anleger besonders relevant, da sie finanzielle Belastungen unerwartet erhöhen können:

  • Risikomanagement: Anleger müssen ausreichende Liquidität bereithalten, um Nachzahlungsforderungen erfüllen zu können.
  • Hebelwirkung: Bei Margin- oder Kreditgeschäften kann die Hebelwirkung die Nachzahlungsverpflichtung stark erhöhen.
  • Vermeidung von Zwangsmaßnahmen: Nicht erfüllte Forderungen können zu automatischen Verkäufen oder rechtlichen Schritten führen.

Abgrenzung zu regulären Zahlungsforderungen

Während reguläre Zahlungsforderungen aus normalen Kauf- oder Kreditverträgen resultieren, entstehen Nachzahlungsforderungen häufig aus nachträglich ermittelten Deckungslücken oder zusätzlichen Verpflichtungen, die erst im Verlauf eines Geschäftsvorgangs sichtbar werden. Besonders im Finanzhandel dienen sie der Absicherung gegen Verluste und Ausfallrisiken.

boerse.de-Schlussfolgerung

Nachzahlungsforderungen sind Ansprüche auf nachträgliche Zahlungen, die insbesondere bei Margin-Konten, Optionsgeschäften oder Kapitalmaßnahmen auftreten. Für Anleger sind sie ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements, da sie die Notwendigkeit zusätzlicher Liquidität signalisieren. Wer die Risiken kennt und vorbereitet ist, kann Nachzahlungsforderungen rechtzeitig erfüllen und damit mögliche Zwangsmaßnahmen vermeiden.



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