Nackte Optionsscheine

Was sind nackte Optionsscheine?

Nackte Optionsscheine sind derivative Finanzinstrumente, bei denen der Emittent keine entsprechende Position im Basiswert hält, um das Risiko abzusichern. Sie ähneln den sogenannten Naked Warrants und ermöglichen es Anlegern, mit einem Hebel auf steigende oder fallende Kurse eines Basiswerts zu spekulieren. Aufgrund des fehlenden Deckungsvermögens tragen Anleger ein höheres Emittentenrisiko und ein größeres Verlustpotenzial.

Definition und Hintergrund

Nackte Optionsscheine werden häufig von Banken oder Finanzinstituten emittiert. Anders als gedeckte Optionsscheine, bei denen der Emittent die zugrunde liegenden Aktien oder Vermögenswerte hält, bestehen bei nackten Optionsscheinen keine Sicherheiten. Sie werden oft für kurzfristige Spekulationen genutzt und erlauben Anlegern, überproportional an Kursbewegungen zu partizipieren. Aufgrund ihres Risikoprofils sind sie eher für erfahrene Investoren geeignet.

Funktionsweise von nackten Optionsscheinen

Die Funktionsweise lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Hebelwirkung: Anleger können mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz überproportional an Kursbewegungen des Basiswerts partizipieren.
  • Emittentenrisiko: Da keine Deckung durch den Emittenten erfolgt, trägt der Anleger das Risiko eines Zahlungsausfalls.
  • Call- und Put-Varianten: Anleger können auf steigende Kurse (Call-Optionsscheine) oder fallende Kurse (Put-Optionsscheine) setzen.

Beispiel: Ein Anleger kauft einen nackten Call-Optionsschein auf die Siemens-Aktie. Steigt der Kurs von Siemens, gewinnt der Optionsschein an Wert. Fällt der Kurs oder wird der Emittent zahlungsunfähig, kann der Anleger den gesamten Einsatz verlieren.

Bedeutung für Anleger

Nackte Optionsscheine bieten Chancen, bergen aber auch erhebliche Risiken:

  • Chancen: Überproportionale Gewinne durch Hebelwirkung bei richtiger Kursentwicklung.
  • Risiken: Totalverlustrisiko durch falsche Marktentwicklung oder Emittentenausfall.
  • Liquidität: Der Handel erfolgt häufig außerbörslich, daher kann die Liquidität eingeschränkt sein.

Beispiel: Erfahrene Trader nutzen nackte Optionsscheine, um kurzfristige Marktbewegungen auszunutzen, während konservative Anleger die hohen Risiken beachten müssen.

Abgrenzung zu gedeckten Optionsscheinen

Im Gegensatz zu nackten Optionsscheinen hält der Emittent bei gedeckten Optionsscheinen die zugrunde liegenden Werte als Sicherheit. Dadurch wird das Emittentenrisiko reduziert. Nackte Optionsscheine bieten höhere Gewinnpotenziale, sind jedoch auch risikoreicher.

boerse.de-Schlussfolgerung

Nackte Optionsscheine sind unbesicherte Derivate, die Anlegern ermöglichen, mit Hebelwirkung auf Kursbewegungen zu spekulieren. Sie bieten Chancen auf überproportionale Gewinne, bergen aber hohe Risiken, insbesondere durch Emittentenausfall. Sie eignen sich vor allem für erfahrene Investoren und Trader, die kurzfristige Strategien verfolgen, während konservative Anleger vorsichtig sein sollten.



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