Nominalkapital

Was ist das Nominalkapital?

Das Nominalkapital, auch als Grundkapital bezeichnet, ist der im Handelsregister eingetragene Betrag, den die Eigentümer eines Unternehmens bei der Gründung oder Kapitalerhöhung in das Unternehmen eingebracht haben. Es stellt die rechtliche Basis des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft oder GmbH dar und ist die Grundlage für die Berechnung von Anteilen, Stimmrechten und Dividenden. Das Nominalkapital ist unabhängig vom aktuellen Marktwert des Unternehmens und gibt den Nennwert aller ausgegebenen Aktien oder Geschäftsanteile wieder.

Definition und Hintergrund

Das Nominalkapital ist der Gesamtwert aller Anteile eines Unternehmens, wie sie in der Satzung festgelegt sind. Bei Aktiengesellschaften entspricht es der Summe der Nennwerte aller ausgegebenen Aktien. Beispielsweise beträgt das Nominalkapital einer AG 5 000 000 €, wenn 1 000 000 Aktien mit einem Nennwert von je 5 € ausgegeben wurden. Es dient nicht nur der internen Buchführung, sondern auch der rechtlichen Absicherung von Gläubigern, da es als Haftungsgrundlage des Unternehmens gilt.

Berechnung des Nominalkapitals

Die Berechnung des Nominalkapitals erfolgt nach einer einfachen Formel:

  • Nominalkapital = Anzahl der ausgegebenen Aktien * Nennwert je Aktie

Beispiel: Eine Aktiengesellschaft gibt 500.000 Aktien mit einem Nennwert von 10 € aus. Das Nominalkapital beträgt somit 5.000.000 €. Bei Kapitalerhöhungen steigt das Nominalkapital entsprechend der Anzahl und Nennwerte der neu ausgegebenen Aktien.

Bedeutung für Unternehmen und Anleger

Das Nominalkapital spielt in verschiedenen Bereichen eine zentrale Rolle:

  • Haftung: Es bildet die rechtliche Basis für die Haftung der Gesellschaft gegenüber Gläubigern.
  • Dividendenberechnung: Die Höhe der Ausschüttungen kann in Relation zum Nominalkapital bestimmt werden.
  • Stimmrechte: Aktionäre erhalten Stimmrechte proportional zu ihrem Anteil am Nominalkapital.
  • Kapitalmaßnahmen: Nominalkapital ist entscheidend bei Aktienausgabe, Kapitalerhöhung oder -herabsetzung.

Beispielhaft kann die Siemens-Aktie betrachtet werden: Das Nominalkapital der Siemens AG wird durch den Nennwert aller Aktien bestimmt und bildet die Grundlage für die Rechte der Aktionäre.

Abgrenzung zu anderen Eigenkapitalformen

Das Nominalkapital ist von anderen Eigenkapitalarten abzugrenzen:

  • Bilanzielle Eigenkapital: Enthält zusätzlich Rücklagen, Gewinnvorträge und Neubewertungen.
  • Kapitalrücklagen: Entstehen, wenn Aktien über Nennwert ausgegeben werden und das Unternehmen mehr Kapital erhält, als durch den Nennwert repräsentiert wird.
  • Nominelles Eigenkapital: Wird häufig synonym verwendet, umfasst aber oft nur den auf dem Papier ausgewiesenen Nennwert ohne Rücklagen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Das Nominalkapital ist ein zentraler Bestandteil der Kapitalstruktur eines Unternehmens und bildet die gesetzlich festgelegte Basis des Eigenkapitals. Es dient der Haftung, der Berechnung von Stimmrechten und Dividenden sowie der Organisation von Kapitalmaßnahmen. Für Anleger ist das Verständnis des Nominalkapitals essenziell, um die Beteiligungsrechte und das Verhältnis zu anderen Kapitalformen korrekt einzuordnen und fundierte Investmententscheidungen zu treffen.



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