Nonvaleurs sind Wertpapiere, die keinen finanziellen Wert mehr besitzen. Ursprünglich einmal handelbare oder verzinsliche Papiere – etwa Aktien, Anleihen oder Beteiligungsscheine – verlieren ihren Wert, wenn das emittierende Unternehmen insolvent geht, abgewickelt wird oder die Ansprüche aus anderen Gründen erlöschen. Nonvaleurs sind damit gewissermaßen „wertlos gewordene Wertpapiere“ und haben nur noch ideellen, historischen oder sammlerbezogenen Wert.
Nonvaleurs entstehen durch Ereignisse, die die ursprünglichen Ansprüche eines Wertpapiers unwiederbringlich entwerten. Dazu zählen:
Historisch finden sich viele Beispiele für Nonvaleurs, etwa Wertpapiere ehemaliger Staatsbahnen, Kolonialgesellschaften oder Unternehmen, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre untergegangen sind.
Obwohl Nonvaleurs keinen finanziellen Wert mehr besitzen, können sie für Sammler dennoch interessant sein. Gründe hierfür sind:
Sammlerbörsen und spezialisierte Händler für historische Wertpapiere (Scripophilie) haben sich auf den Handel solcher Nonvaleurs spezialisiert. Die erzielbaren Preise hängen stark von Zustand, Seltenheit, Motiv und zeitgeschichtlicher Bedeutung ab.
Typische Beispiele für Wertpapiere, die zu Nonvaleurs wurden, sind:
Ein klassisches Beispiel sind historische Aktien großer Automobilhersteller oder Banken aus dem frühen 20. Jahrhundert. Auch ehemalige Wertpapiere traditionsreicher Unternehmen wie Siemens existieren in alten Versionen als Sammlerobjekte – obwohl moderne Siemens-Aktien natürlich weiterhin regulär gehandelt werden.
Rechtlich gilt: Ein Wertpapier wird dann zur Nonvaleur, wenn der Anspruch, den es verbrieft, nicht mehr erfüllt werden kann. Der optische Besitz der Urkunde spielt dabei keine Rolle – sie bleibt zwar als Dokument existent, ist wirtschaftlich jedoch bedeutungslos. In Depots tauchen Nonvaleurs häufig als „wertlos ausgebucht“ auf und werden teilweise automatisch entfernt oder nur noch zu Dokumentationszwecken geführt.
Für Anleger sind Nonvaleurs in der Regel mit einem Totalverlust verbunden. Sie entstehen meist ungeplant und sind Ausdruck hohen unternehmerischen oder staatlichen Risikos. Gleichzeitig zeigen Nonvaleurs die Bedeutung einer sorgfältigen Diversifikation und Risikoprüfung im Portfolio. Für Privatanleger können sie außerdem als Mahnung dienen, die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens stets zu beobachten.
Nonvaleurs sind ein wichtiger Begriff im Börsenumfeld, da sie den vollständigen Wertverlust eines Wertpapiers markieren. Während sie für Anleger meist ein unerfreuliches Ereignis darstellen, haben sie als historische Dokumente häufig einen unerwarteten kulturellen oder sammlerbezogenen Wert. Für ein ausgewogenes Anlageverhalten ist das Verständnis dieser wertlos gewordenen Papiere unerlässlich – sowohl als Risikoindikator als auch als spannender Teil der Finanzgeschichte.