Nonvaleurs

Was sind Nonvaleurs?

Nonvaleurs sind Wertpapiere, die keinen finanziellen Wert mehr besitzen. Ursprünglich einmal handelbare oder verzinsliche Papiere – etwa Aktien, Anleihen oder Beteiligungsscheine – verlieren ihren Wert, wenn das emittierende Unternehmen insolvent geht, abgewickelt wird oder die Ansprüche aus anderen Gründen erlöschen. Nonvaleurs sind damit gewissermaßen „wertlos gewordene Wertpapiere“ und haben nur noch ideellen, historischen oder sammlerbezogenen Wert.

Hintergrund und Entstehung von Nonvaleurs

Nonvaleurs entstehen durch Ereignisse, die die ursprünglichen Ansprüche eines Wertpapiers unwiederbringlich entwerten. Dazu zählen:

  • Insolvenz des Unternehmens: Wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig wird und abgewickelt wird, verlieren seine Aktien und Anleihen meist ihren finanziellen Wert.
  • Fusionen oder Umstrukturierungen: Alte Wertpapiere können ungültig werden, wenn sie nicht umgetauscht werden oder die Rechtsform erlischt.
  • Staatliche Maßnahmen: Enteignungen, Währungsreformen oder politische Umbrüche können Wertpapiere wertlos machen.
  • Verfallene Ansprüche: Bei Anleihen oder Zertifikaten erlöschen Rechte, wenn die Einlösungsfrist abläuft.

Historisch finden sich viele Beispiele für Nonvaleurs, etwa Wertpapiere ehemaliger Staatsbahnen, Kolonialgesellschaften oder Unternehmen, die im Zuge der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre untergegangen sind.

Nonvaleurs als Sammelobjekte

Obwohl Nonvaleurs keinen finanziellen Wert mehr besitzen, können sie für Sammler dennoch interessant sein. Gründe hierfür sind:

  • Historischer Hintergrund: Alte Aktienurkunden erzählen wirtschafts- und unternehmensgeschichtliche Geschichten.
  • Künstlerischer Wert: Viele historische Wertpapierurkunden sind kunstvoll gestaltet und begehrte Sammlerstücke.
  • Seltenheit: Je geringer die Auflage oder je älter das Papier, desto höher kann der Sammlerwert sein.

Sammlerbörsen und spezialisierte Händler für historische Wertpapiere (Scripophilie) haben sich auf den Handel solcher Nonvaleurs spezialisiert. Die erzielbaren Preise hängen stark von Zustand, Seltenheit, Motiv und zeitgeschichtlicher Bedeutung ab.

Beispiele für Nonvaleurs

Typische Beispiele für Wertpapiere, die zu Nonvaleurs wurden, sind:

  • Aktien insolventer Industrieunternehmen
  • Alte Anleihen von Staaten, die längst nicht mehr existieren
  • Unternehmensanteile, die im Zuge von Fusionen nicht umgetauscht wurden
  • Aktienpapiere traditionsreicher Firmen, die ihre Börsennotierung verloren haben

Ein klassisches Beispiel sind historische Aktien großer Automobilhersteller oder Banken aus dem frühen 20. Jahrhundert. Auch ehemalige Wertpapiere traditionsreicher Unternehmen wie Siemens existieren in alten Versionen als Sammlerobjekte – obwohl moderne Siemens-Aktien natürlich weiterhin regulär gehandelt werden.

Rechtliche Aspekte

Rechtlich gilt: Ein Wertpapier wird dann zur Nonvaleur, wenn der Anspruch, den es verbrieft, nicht mehr erfüllt werden kann. Der optische Besitz der Urkunde spielt dabei keine Rolle – sie bleibt zwar als Dokument existent, ist wirtschaftlich jedoch bedeutungslos. In Depots tauchen Nonvaleurs häufig als „wertlos ausgebucht“ auf und werden teilweise automatisch entfernt oder nur noch zu Dokumentationszwecken geführt.

Bedeutung für Anleger

Für Anleger sind Nonvaleurs in der Regel mit einem Totalverlust verbunden. Sie entstehen meist ungeplant und sind Ausdruck hohen unternehmerischen oder staatlichen Risikos. Gleichzeitig zeigen Nonvaleurs die Bedeutung einer sorgfältigen Diversifikation und Risikoprüfung im Portfolio. Für Privatanleger können sie außerdem als Mahnung dienen, die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens stets zu beobachten.

boerse.de-Schlussfolgerung

Nonvaleurs sind ein wichtiger Begriff im Börsenumfeld, da sie den vollständigen Wertverlust eines Wertpapiers markieren. Während sie für Anleger meist ein unerfreuliches Ereignis darstellen, haben sie als historische Dokumente häufig einen unerwarteten kulturellen oder sammlerbezogenen Wert. Für ein ausgewogenes Anlageverhalten ist das Verständnis dieser wertlos gewordenen Papiere unerlässlich – sowohl als Risikoindikator als auch als spannender Teil der Finanzgeschichte.



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