Nostroeffekten sind Wertpapiere, die eine Bank im eigenen Bestand hält und die bei einem anderen Kreditinstitut oder einer Verwahrstelle im Ausland für sie verwahrt werden. Der Begriff setzt sich aus „Nostro“ („unser“) und „Effekten“ (Wertpapieren) zusammen und beschreibt damit buchhalterisch: „Unsere Wertpapiere bei euch“. Nostroeffekten gehören somit zum Eigenbestand einer Bank, befinden sich aber nicht in ihrem direkten physischen Besitz, sondern lagern extern, oftmals grenzüberschreitend.
Banken sind im internationalen Wertpapierhandel stark vernetzt. Um Transaktionen in ausländischen Märkten abzuwickeln, halten sie Teile ihres Wertpapierportfolios bei anderen Banken oder internationalen Verwahrstellen (z. B. Clearstream, Euroclear). Diese Wertpapiere gelten als Nostroeffekten, weil sie sich im Eigentum der Bank befinden, jedoch von einer externen Institution verwahrt werden.
Diese Struktur ist notwendig, weil Banken nicht überall eigene Niederlassungen oder Verwahrlager besitzen. Stattdessen nutzen sie Korrespondenzbanken oder globale Verwahrinfrastrukturen, um Zugang zu internationalen Märkten zu erhalten.
Für die Bankbilanz sind Nostroeffekten ein klar definiertes Aktivum. Sie werden als Teil des bankeigenen Wertpapierbestands geführt, allerdings mit dem Hinweis, dass die Verwahrung extern erfolgt. Die buchhalterische Behandlung ist wichtig, da sie sich auf Themen wie:
auswirkt. Die Bank muss regelmäßig Abstimmungen mit der Verwahrstelle durchführen, um Bestände, Erträge und Transaktionen korrekt zu erfassen.
Der Einsatz von Nostroeffekten ist besonders im internationalen Handel und der globalen Vermögensverwaltung verbreitet. Gründe dafür sind:
Ein Beispiel: Eine deutsche Bank hält US-Staatsanleihen über eine amerikanische Korrespondenzbank. Diese US-Bonds sind Nostroeffekten, weil sie der europäischen Bank gehören, aber in den USA lagern.
Typische Formen von Nostroeffekten sind unter anderem:
Betroffen sind häufig große international tätige Finanzinstitute, etwa Banken mit globalem Handelsgeschäft. Dazu gehört beispielsweise die Deutsche-Bank-Aktie, da die Deutsche Bank vielfältige internationale Wertpapierbestände hält und über zahlreiche Korrespondenzbanken agiert.
Wie bei allen ausgelagerten Verwahrpositionen bestehen bei Nostroeffekten bestimmte Risiken:
Nostroeffekten sind ein zentraler Bestandteil des internationalen Wertpapierhandels. Sie ermöglichen Banken den Zugang zu ausländischen Märkten, erhöhen die Effizienz im Handel und schaffen Flexibilität bei der globalen Portfolioverwaltung. Gleichzeitig erfordern sie sorgfältiges Risikomanagement, regelmäßige Abstimmungen und zuverlässige Partnerbanken. Für international tätige Banken sind Nostroeffekten daher ein unverzichtbares Instrument, um global wettbewerbsfähig zu bleiben.