Der Offenmarktausschuss ist ein zentrales Gremium einer Zentralbank, das über die Durchführung der Offenmarktpolitik entscheidet. In den USA ist dies der Federal Open Market Committee (FOMC) der Federal Reserve, in der Eurozone wird die Offenmarktpolitik von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesteuert, wobei Entscheidungsprozesse vergleichbare Gremien umfassen. Der Offenmarktausschuss bestimmt Maßnahmen wie den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, um Geldmenge, Liquidität und Zinsen am Geldmarkt gezielt zu steuern.
Der Offenmarktausschuss spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der geldpolitischen Strategie einer Zentralbank. Er stellt sicher, dass die Maßnahmen der Offenmarktpolitik auf die Ziele der Zentralbank abgestimmt sind, etwa die Preisstabilität, Vollbeschäftigung oder das Wirtschaftswachstum. Durch regelmäßige Sitzungen wird die aktuelle wirtschaftliche Lage analysiert und beschlossen, wie die Zentralbank auf konjunkturelle Entwicklungen reagieren sollte.
Die Hauptaufgaben eines Offenmarktausschusses lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Die Umsetzung erfolgt in der Regel durch das Handelssystem der Zentralbank, wobei Geschäftsbanken die Gegenparteien der Offenmarktgeschäfte sind. Durch gezielte Käufe oder Verkäufe von Wertpapieren wird die Liquidität im Bankensystem gesteuert, was wiederum die kurzfristigen Zinssätze beeinflusst.
Ein prominentes Beispiel ist der Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve. Dieses Gremium trifft sich regelmäßig, um Leitzinsentscheidungen und Offenmarktgeschäfte zu beschließen. So wurden während der Finanzkrise 2008 umfangreiche Wertpapierkäufe beschlossen, um die Liquidität im Bankensystem zu erhöhen und die Konjunktur zu stabilisieren.
In der Eurozone trifft der EZB-Rat vergleichbare Entscheidungen über geldpolitische Maßnahmen, während die praktische Umsetzung der Offenmarktgeschäfte von der EZB selbst koordiniert wird. Beispielsweise beeinflussen die Käufe von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt die Zinssätze und die Verfügbarkeit von Krediten in der Eurozone.
Die Entscheidungen eines Offenmarktausschusses haben direkte Auswirkungen auf Finanzmärkte:
Chancen:
Risiken:
Der Offenmarktausschuss ist das zentrale Entscheidungsgremium für die Umsetzung der Offenmarktpolitik einer Zentralbank. Seine Beschlüsse über Käufe und Verkäufe von Wertpapieren beeinflussen die Geldmenge, Zinsen und Finanzmärkte direkt. Für Investoren und Unternehmen sind die Entscheidungen des Ausschusses von großer Bedeutung, da sie die Finanzierungskosten, die Marktliquidität und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen maßgeblich bestimmen.