Optionsprämie

Was ist eine Optionsprämie?

Die Optionsprämie ist der Preis, den ein Käufer einer Option an den Verkäufer (Stillhalter) zahlt, um das Recht zu erhalten, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Sie stellt die Vergütung für die Übernahme der Verpflichtung des Verkäufers dar und ist ein zentrales Element bei der Bewertung und beim Handel von Optionen und Optionsscheinen.

Bestandteile der Optionsprämie

Die Optionsprämie setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen:

  • Innerer Wert: Die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Strike-Preis der Option. Bei Call-Optionen ist der innere Wert positiv, wenn der Kurs über dem Strike liegt; bei Put-Optionen, wenn der Kurs darunter liegt.
  • Zeitwert: Zusätzlicher Wert, der die Restlaufzeit, Volatilität und Unsicherheiten des Basiswerts berücksichtigt. Je länger die Laufzeit und je höher die Volatilität, desto größer ist der Zeitwert.

Beispiel: Ein Call-Optionsschein auf die BASF-Aktie hat einen Strike-Preis von 60 € und die Aktie steht bei 65 €. Der innere Wert beträgt 5 €, der Zeitwert 2 €, sodass die Optionsprämie insgesamt 7 € beträgt.

Faktoren, die die Optionsprämie beeinflussen

Die Höhe der Optionsprämie hängt von verschiedenen Marktparametern ab:

  • Kurs des Basiswerts: Steigt der Kurs bei Call-Optionen, steigt auch die Prämie; bei Put-Optionen gilt umgekehrt.
  • Strike-Preis: Optionen „im Geld“ haben höhere Prämien als Optionen „aus dem Geld“.
  • Restlaufzeit: Längere Laufzeiten erhöhen den Zeitwertanteil der Prämie.
  • Volatilität: Höhere erwartete Schwankungen führen zu höheren Prämien.
  • Zinssatz: Einfluss auf den Optionspreis, insbesondere bei langfristigen Optionen.
  • Dividenden: Bei Aktienoptionsscheinen können erwartete Dividenden die Prämie beeinflussen.

Bedeutung für Anleger

Die Optionsprämie ist entscheidend für die Planung von Handelsstrategien:

  • Kostenfaktor: Die gezahlte Prämie stellt das maximale Risiko für den Käufer dar.
  • Ertragsquelle: Für den Verkäufer der Option ist die Prämie der erzielte Gewinn, solange die Option nicht ausgeübt wird.
  • Strategiegestaltung: Optionsprämien dienen als Grundlage für komplexe Strategien wie Covered Calls, Spreads oder Straddles.

Praktische Beispiele

Optionsprämien werden in vielen Anlageszenarien eingesetzt:

  • Ein Anleger kauft einen Call auf die BASF-Aktie mit Strike 60 €, Laufzeit drei Monate. Die gezahlte Optionsprämie beträgt 7 €. Steigt die Aktie auf 70 €, erzielt der Anleger einen Gewinn von 3 € pro Aktie (70 – 60 – 7).
  • Ein Trader verkauft Put-Optionen auf einen Index, um Prämien einzunehmen. Solange der Index nicht unter den Strike fällt, behält der Verkäufer die Prämie als Gewinn.
  • Institutionelle Investoren nutzen Optionsprämien, um Erträge zu generieren und Portfolios gegen Risiken abzusichern.

Besonderheiten

Beim Umgang mit Optionsprämien sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Zeitwertverlust: Optionen verlieren mit der Zeit an Wert, insbesondere in den letzten Wochen vor Verfall.
  • Volatilität: Schwankungen am Markt können die Optionsprämie stark verändern.
  • Emittentenrisiko: Bei Optionsscheinen hängt die Auszahlung auch von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten ab.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Optionsprämie ist der Preis für das Recht, eine Option auszuüben, und spiegelt sowohl den inneren Wert als auch den Zeitwert wider. Sie ist ein zentrales Instrument für Käufer und Verkäufer von Optionen und dient der Kostenplanung, Risikoabschätzung und Strategiegestaltung. Ein fundiertes Verständnis der Faktoren, die die Prämie beeinflussen, ist entscheidend für erfolgreiche Handelsentscheidungen im Optionshandel.



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