Parkett

Was ist das Parkett?

Das Parkett bezeichnet in der Finanzwelt den physischen Handelsbereich einer Börse, auf dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Derivate gehandelt werden. Historisch gesehen ist das Parkett der zentrale Ort, an dem Händler, Makler und Broker physisch zusammenkommen, um Kauf- und Verkaufsaufträge auszutauschen. Der Begriff „Parkett“ wird dabei sowohl für den eigentlichen Handelsraum als auch für den klassischen Präsenzhandel verwendet.

Funktion des Parketts

Das Parkett dient mehreren wichtigen Zwecken im Börsenhandel:

  • Preisfindung: Auf dem Parkett werden durch direkte Verhandlungen aktuelle Marktpreise für Wertpapiere gebildet.
  • Liquidität: Händler treffen Käufer und Verkäufer aufeinander, wodurch ein flüssiger Handel möglich ist.
  • Transparenz: Durch die sichtbare Orderausführung können alle Marktteilnehmer die Preisbildung nachvollziehen.

Die Makler auf dem Parkett leiten Orders weiter, verhandeln Preise und sorgen dafür, dass die Geschäfte effizient und fair abgewickelt werden. Vor der Digitalisierung war das Parkett der zentrale Ort des Börsenhandels weltweit.

Aufbau und Organisation

Ein typisches Parkett ist in verschiedene Handelssegmente gegliedert:

  • Hauptparkett: Hier werden große und liquide Aktien sowie wichtige Indizes gehandelt.
  • Freiverkehr oder Nebenparkett: Für kleinere Unternehmen oder weniger liquide Wertpapiere.
  • Maklerbereiche: Spezielle Zonen für bestimmte Marktteilnehmer, die Orders zusammenführen und ausführen.

Der Parketthandel wird durch Regeln und Börsenordnungen organisiert, die faire Bedingungen und Transparenz sicherstellen. Dazu gehört die Registrierung von Händlern, die Einhaltung von Handelszeiten und die Nutzung standardisierter Orderarten.

Historische Bedeutung

Das Parkett war über Jahrzehnte das Symbol des Börsenhandels. Besonders bekannt ist das New Yorker Börsenparkett an der Wall Street, wo seit den Anfängen des Aktienhandels lautstark Orders ausgerufen wurden. Auch die Frankfurter Wertpapierbörse nutzte lange das Parkett für den Handel von Blue-Chip-Aktien wie der Allianz-Aktie.

Der Parketthandel ermöglichte persönliche Verhandlungen, schnelle Reaktionen auf Marktbewegungen und die Ausbildung spezialisierter Händlerkompetenzen. Mit der Einführung elektronischer Handelssysteme hat die Bedeutung des physischen Parketts jedoch abgenommen.

Vor- und Nachteile des Parketts

Vorteile:

  • Direkter menschlicher Kontakt für schnelle Preisverhandlungen
  • Hohe Transparenz der Orderausführung
  • Möglichkeit, Marktbewegungen sofort zu nutzen

Nachteile:

  • Physische Präsenz erforderlich
  • Begrenzte Anzahl an Teilnehmern
  • Langsamere Abwicklung im Vergleich zu elektronischen Systemen

boerse.de-Schlussfolgerung

Das Parkett ist der traditionelle Handelsraum der Börse, in dem Wertpapiere physisch gehandelt werden. Es spielte lange Zeit eine zentrale Rolle bei der Preisfindung, Liquidität und Transparenz der Märkte. Auch wenn elektronische Handelssysteme heute den Großteil des Handels übernehmen, bleibt das Parkett ein wichtiges Symbol für den klassischen Börsenhandel und für bestimmte Marktsegmente weiterhin relevant.



Kennen Sie bereits die 100 langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt? Klicken Sie hier...