Parketthandel

Was ist der Parketthandel?

Der Parketthandel ist eine traditionelle Form des Börsenhandels, bei dem Kauf- und Verkaufsaufträge direkt auf dem Börsenparkett ausgeführt werden. Händler, Makler und Börsenmitarbeiter treffen sich physisch auf dem Parkett, um Orders miteinander abzustimmen und Wertpapiere zu handeln. Diese Art des Handels war lange die Standardmethode an Börsen weltweit, bevor elektronische Handelssysteme zunehmend die Markttransaktionen übernahmen.

Funktionsweise des Parketthandels

Im Parketthandel arbeiten Börsenmakler, auch Floor Traders genannt, nach festen Regeln, um Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenzuführen. Die wesentlichen Merkmale sind:

  • Physische Präsenz: Die Handelsteilnehmer befinden sich auf dem Börsenparkett, um Orders auszutauschen.
  • Direkter Kontakt: Käufer und Verkäufer verhandeln teilweise persönlich oder über Makler.
  • Orderausführung: Transaktionen werden sofort abgeschlossen und die Preise oft lautstark ausgehandelt.

Das Ziel ist es, den bestmöglichen Preis für Käufer und Verkäufer zu erzielen. Auf dem Parkett herrscht eine hohe Dynamik, da Orders zeitnah ausgeführt werden müssen.

Bedeutung und Rolle des Parketthandels

Der Parketthandel hat mehrere zentrale Funktionen:

  • Preisbildung: Durch die direkte Verhandlung auf dem Parkett entsteht der aktuelle Marktpreis für Wertpapiere.
  • Liquidität: Händler sorgen dafür, dass ausreichend Käufer und Verkäufer aufeinander treffen, wodurch der Handel effizient bleibt.
  • Markttransparenz: Durch die öffentliche Verhandlung werden Preise und Marktbewegungen für alle Teilnehmer sichtbar.

Obwohl elektronische Systeme viele Aufgaben übernommen haben, bleibt der Parketthandel ein Symbol für klassische Börsen und wird in bestimmten Segmenten, wie dem Handel mit weniger liquiden Aktien, weiterhin genutzt.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile des Parketthandels umfassen:

  • Direkter menschlicher Kontakt für schnelle Preisverhandlungen
  • Hohe Transparenz durch sichtbare Orderausführung
  • Möglichkeit für erfahrene Händler, kurzfristige Marktbewegungen auszunutzen

Die Nachteile sind:

  • Physische Anwesenheit erforderlich, was Zeit- und Reisekosten verursacht
  • Begrenzte Handelsteilnehmer im Vergleich zu elektronischen Systemen
  • Langsamere Verarbeitung großer Ordermengen

Praktische Beispiele

Ein Beispiel für Parketthandel ist die Frankfurter Wertpapierbörse vor der vollständigen Digitalisierung. Händler handelten Aktien wie der Allianz-Aktie direkt auf dem Parkett. Orders wurden lautstark durch Makler angekündigt, und der bestmögliche Preis wurde in Echtzeit ausgehandelt.

Auch heute existieren noch Bereiche, in denen Parketthandel praktiziert wird, insbesondere bei weniger liquiden Wertpapieren oder spezialisierten Märkten, wo der persönliche Kontakt Vorteile gegenüber rein elektronischen Systemen bietet.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Parketthandel ist eine klassische Handelsform, bei der Wertpapiere direkt auf dem Börsenparkett ausgeführt werden. Er spielt weiterhin eine wichtige Rolle bei der Preisbildung, Markttransparenz und Liquidität, auch wenn elektronische Systeme den Großteil des Handels übernommen haben. Für Anleger und Händler bietet er die Möglichkeit, durch direkte Verhandlungen schnell auf Marktbewegungen zu reagieren und die Mechanismen der Börse unmittelbar zu erleben.



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