Der Begriff Spread spielt im Börsen- und Finanzwesen eine zentrale Rolle. Er beschreibt die Differenz zwischen dem Kaufpreis (Briefkurs) und dem Verkaufspreis (Geldkurs) eines Finanzinstruments wie Aktien, Anleihen, Devisen oder Derivaten. Während Anleger oft nur den Kurs einer Aktie oder eines Wertpapiers sehen, zeigt der Spread, welche Kosten beim sofortigen Kauf und Verkauf entstehen. Ein enger Spread deutet auf hohe Liquidität und effiziente Preisbildung hin, während ein weiter Spread auf geringe Handelsaktivität oder erhöhte Unsicherheit im Markt hindeutet.
Der Spread entsteht aus Angebot und Nachfrage. Market Maker oder Händler stellen Kauf- und Verkaufspreise, um Liquidität sicherzustellen. Die Differenz zwischen diesen beiden Preisen ist der Spread. Er wird entweder absolut in Währungseinheiten oder relativ als Prozentsatz des Kurses angegeben. Zum Beispiel kann der Spread bei 0,50 Euro liegen. Bei einem Kurs von 150 Euro entspricht das einem relativen Spread von etwa 0,33 %.
Im Aktienhandel variiert der Spread je nach Marktkapitalisierung und Handelsvolumen. Blue-Chip-Aktien wie Siemens oder SAP haben in der Regel enge Spreads, während kleinere, weniger gehandelte Unternehmen höhere Spreads aufweisen. Auch im Devisenhandel ist der Spread entscheidend: Bei beliebten Währungspaaren wie EUR/USD liegt der Spread oft bei wenigen Pip, während exotische Paare deutlich höhere Spreads aufweisen können.
Im Anleihenmarkt ist der Spread zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen von besonderem Interesse. Je höher das Risiko einer Unternehmensanleihe im Vergleich zu einer sicheren Staatsanleihe, desto größer ist der Spread. Dieser Unterschied wird oft als Risikoprämie interpretiert.
Der Spread dient mehreren Zwecken. Er kompensiert Market Maker für das Risiko, das sie beim Halten von Positionen eingehen, und spiegelt die Liquidität eines Marktes wider. Anleger können anhand des Spreads Rückschlüsse auf Handelskosten, Marktqualität und Risiken ziehen. Enge Spreads erleichtern den Handel, während breite Spreads die Kosten erhöhen und die Strategieplanung beeinflussen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen absolutem und relativem Spread. Der absolute Spread gibt die Differenz in Währungseinheiten an, der relative Spread den prozentualen Anteil am Kurs. Beide Kennzahlen sind für Händler und Investoren relevant, insbesondere für kurzfristige Handelsstrategien oder den Vergleich verschiedener Finanzinstrumente.
Der Spread ist ein zentraler Indikator für Marktliquidität, Kosten und Effizienz. Er zeigt die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Finanzinstruments und beeinflusst die Handelsstrategie, insbesondere bei kurzfristigen Investitionen. Enge Spreads signalisieren einen liquiden Markt mit geringen Handelskosten, während breite Spreads auf geringe Liquidität, hohe Volatilität oder Risiko hinweisen. Für Anleger und Trader ist der Spread somit ein unverzichtbares Werkzeug zur Bewertung von Märkten und zur Optimierung von Handelsentscheidungen.