Der Begriff Strangle bezeichnet eine Optionsstrategie, die insbesondere im Handel mit Aktienoptionen Anwendung findet. Anleger nutzen einen Strangle, um von starken Kursbewegungen einer Aktie zu profitieren, ohne vorher die Richtung exakt vorhersagen zu müssen. Dabei handelt es sich um den Kauf einer Call-Option und einer Put-Option mit unterschiedlichen Ausübungspreisen, aber identischem Verfallsdatum.
Bei einem klassischen Long-Strangle kauft ein Investor:
Der Vorteil dieser Strategie liegt darin, dass der Anleger sowohl von einem starken Anstieg als auch von einem deutlichen Rückgang des Aktienkurses profitieren kann. Der Nachteil: Fallen die Kursbewegungen zu gering aus, können die gezahlten Optionsprämien verloren gehen. Die Gewinnzone beginnt also erst ab einer gewissen Schwelle oberhalb des Call-Strikes oder unterhalb des Put-Strikes.
Angenommen, die Aktie der Volkswagen AG notiert bei 150 Euro. Ein Investor könnte:
Wenn der Kurs der Volkswagen-Aktie stark steigt, gewinnt die Call-Option an Wert. Fällt der Kurs hingegen stark, profitiert die Put-Option. Bleibt der Kurs zwischen 140 und 160 Euro, verfallen beide Optionen wertlos.
Die Hauptvorteile eines Strangle liegen in der Flexibilität und den potenziell unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten bei starken Kursbewegungen. Diese Strategie ist besonders nützlich in Phasen hoher Volatilität, etwa vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen, Konjunkturdaten oder politischen Entscheidungen, die den Markt bewegen können.
Die Risiken bestehen vor allem in den Prämienkosten. Da zwei Optionen gleichzeitig gekauft werden, summieren sich die Kosten. Außerdem muss der Kurs stark genug ausschlagen, um die Prämien zu decken, andernfalls entsteht ein Verlust.
Strangles werden von professionellen Tradern, Hedgefonds und auch privaten Anlegern genutzt, um gezielt auf Volatilität zu setzen, ohne die Richtung der Kursbewegung vorhersehen zu müssen. Typische Einsatzbereiche sind:
Beispiele aus der Praxis zeigen, dass Strangles oft bei Aktien wie Volkswagen, Bayer oder Siemens eingesetzt werden, wenn aufgrund von Quartalszahlen oder regulatorischen Nachrichten mit starken Kursbewegungen gerechnet wird.
Ein Strangle ist eine effektive Optionsstrategie, die es Anlegern erlaubt, von starken Kursbewegungen zu profitieren, ohne die Richtung der Bewegung vorhersehen zu müssen. Wichtig ist die Beachtung der Prämienkosten und der nötigen Kursbewegung für einen Gewinn. Als flexibles Instrument eignet sich der Strangle insbesondere in volatilen Marktphasen und vor bedeutenden Unternehmens- oder Wirtschaftsnachrichten.