Tagesgültig

Was ist Tagesgültig?

Der Begriff tagesgültig bezeichnet in der Börsen- und Finanzwelt eine Anweisung, Order oder Preisfestlegung, die nur für den aktuellen Handelstag gültig ist. Wird eine Order als tagesgültig erteilt, verliert sie automatisch ihre Gültigkeit, sobald der Handelsschluss erreicht ist. Dies ist besonders wichtig für Anleger und Trader, die kurzfristige Strategien verfolgen oder auf aktuelle Marktbewegungen reagieren möchten.

Bedeutung von tagesgültig im Börsenhandel

Tagesgültige Orders sind ein zentrales Instrument für die kurzfristige Handelsplanung. Sie sorgen dafür, dass Aufträge nicht unbegrenzt im Orderbuch bleiben und ungewollt am Folgetag ausgeführt werden könnten. Dies schützt Anleger vor unvorhergesehenen Kursbewegungen über Nacht oder am nächsten Handelstag. So kann beispielsweise eine tagesgültige Kauforder für die Siemens-Aktie nur während der aktuellen Handelssitzung ausgeführt werden.

Anwendungsbeispiele

Ein einfaches Beispiel: Ein Trader möchte Aktien eines Unternehmens kaufen, erwartet jedoch, dass der Preis im Laufe des Tages fallen könnte. Er gibt eine tagesgültige Limitorder auf. Wenn der Kurs innerhalb des Tages das gewünschte Limit erreicht, wird die Order ausgeführt. Am Ende des Handelstages, falls die Order nicht erfüllt wurde, verfällt sie automatisch.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von tagesgültigen Stop-Loss-Orders. Diese Orders schützen Anleger vor größeren Verlusten, indem sie die Aktien automatisch verkaufen, sobald ein bestimmter Kurs erreicht wird. Ist die Stop-Loss-Order tagesgültig und wird nicht ausgelöst, erlischt sie nach Handelsschluss, sodass der Anleger am nächsten Tag neue Entscheidungen treffen kann.

Vor- und Nachteile tagesgültiger Orders

Vorteile:

  • Schnelle Anpassung an aktuelle Marktbewegungen
  • Vermeidung von unbeabsichtigten Ausführungen am Folgetag
  • Flexibilität für kurzfristige Handelsstrategien

Nachteile:

  • Keine automatische Ausführung, wenn das Limit nicht erreicht wird
  • Potenzielle verpasste Chancen bei Kursbewegungen nach Handelsschluss
  • Erfordert aktive Marktbeobachtung

Abgrenzung zu anderen Ordertypen

Tagesgültige Orders unterscheiden sich von Gültigkeiten wie „bis auf Widerruf“ (Good-Till-Cancelled, GTC) oder „Gültig bis Datum“ (GTD). Während GTC-Orders über mehrere Tage bestehen bleiben können, werden tagesgültige Orders automatisch am Ende des Handelstages gelöscht. Dies macht sie besonders für Anleger geeignet, die ihre Orders nur kurzfristig platzieren und keine langfristige Bindung eingehen möchten.

Praxisrelevanz für Anleger

Für aktive Trader oder kurzfristig orientierte Investoren sind tagesgültige Orders ein unverzichtbares Instrument. Sie erlauben präzise Kontrolle über den Zeitpunkt der Ausführung und minimieren das Risiko unerwünschter Kursschwankungen über Nacht. Auch institutionelle Anleger setzen tagesgültige Orders ein, um Strategien wie Intraday-Handel oder kurzfristige Arbitrage umzusetzen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Begriff tagesgültig beschreibt eine Order oder Anweisung, die ausschließlich für den aktuellen Handelstag gilt. Diese Form der Order bietet Anlegern und Tradern die Möglichkeit, kurzfristige Marktbewegungen gezielt zu nutzen und Risiken über Nacht zu vermeiden. Trotz der Beschränkung auf einen Tag ist tagesgültig ein flexibles und effektives Werkzeug für die tägliche Handelsplanung.



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