Thesaurierung

Was ist Thesaurierung?

Thesaurierung beschreibt in der Finanzwelt den Vorgang, bei dem Gewinne oder Erträge eines Unternehmens oder Fonds nicht ausgeschüttet, sondern im Unternehmen beziehungsweise Fondsvermögen belassen werden. Das Gegenteil von Thesaurierung ist die Ausschüttung, bei der Dividenden oder Zinsen an die Anleger ausgezahlt werden. Ziel der Thesaurierung ist es, das Kapital im Fonds oder Unternehmen zu reinvestieren, um weiteres Wachstum und einen Zinseszinseffekt zu erzielen.

Bedeutung im Investmentbereich

Bei Investmentfonds kann ein Anleger zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds wählen. Bei einem thesaurierenden Fonds werden Dividenden, Zinsen oder andere Erträge automatisch wieder in den Fonds reinvestiert. Das hat den Vorteil, dass der Anleger vom Zinseszinseffekt profitiert, da die Erträge direkt neue Anteile kaufen und somit das Vermögen schneller wachsen kann. Ein klassisches Beispiel sind viele ETFs (Exchange Traded Funds), die Dividenden nicht ausschütten, sondern automatisch reinvestieren.

Beispiel: Ein Anleger hält Anteile an einem thesaurierenden MSCI World ETF. Fallen Dividendenzahlungen der enthaltenen Aktien an, werden diese automatisch wieder in den ETF investiert, wodurch sich die Anzahl der Fondsanteile erhöht und das investierte Kapital wächst.

Thesaurierung bei Unternehmen

Auch Unternehmen nutzen Thesaurierung, indem sie Gewinne im Betrieb belassen und nicht an die Aktionäre ausschütten. Diese Gewinne können beispielsweise in neue Projekte, Forschung und Entwicklung oder den Ausbau der Produktion investiert werden. Dies kann langfristig zu einem höheren Unternehmenswert führen. Ein praktisches Beispiel ist die Apple Aktie, bei der ein Teil der Gewinne intern reinvestiert wird, um Innovationen und Wachstum zu fördern.

Vorteile der Unternehmens-Thesaurierung:

  • Erhöhung des Eigenkapitals
  • Finanzierung von Wachstum ohne neue Schulden
  • Steigerung des Unternehmenswertes für langfristige Aktionäre

Steuerliche Aspekte

Thesaurierung hat auch steuerliche Implikationen. Bei Fonds in Deutschland unterliegen thesaurierte Erträge der Abgeltungssteuer, wobei die automatische Wiederanlage der Erträge steuerlich berücksichtigt wird. Anleger müssen die Thesaurierung also in ihrer Steuererklärung angeben, selbst wenn keine Auszahlung erfolgt ist. Langfristig kann thesaurierende Anlageformen steuerlich vorteilhaft sein, da der Zinseszinseffekt den Kapitalaufbau unterstützt.

Praktische Beispiele

1. Ein thesaurierender Fonds investiert Dividenden automatisch wieder in den Fonds, wodurch der Wert der Anteile steigt.
2. Ein wachstumsorientiertes Unternehmen nutzt thesaurierte Gewinne für den Ausbau der Produktion oder Forschung.
3. ETFs wie der iShares MSCI World UCITS ETF thesaurieren die Dividenden, um das Anlagekapital effizient zu vergrößern.

boerse.de-Schlussfolgerung

Thesaurierung bezeichnet die Wiederanlage von Gewinnen oder Erträgen, statt diese auszuschütten. Sie ist ein zentraler Mechanismus, um Kapital zu erhöhen, Wachstum zu fördern und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Für Anleger bedeutet dies langfristig potenziell höhere Erträge, während Unternehmen damit ihre Eigenkapitalbasis stärken und Investitionen finanzieren können. Thesaurierung ist insbesondere bei Fonds und wachstumsorientierten Unternehmen ein wichtiger Hebel für nachhaltigen Vermögensaufbau.



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