Das Troubled Asset Relief Program (TARP) ist ein Finanzrettungsprogramm, das 2008 von der US-Regierung ins Leben gerufen wurde, um die Folgen der Finanzkrise abzufedern. Ziel des Programms war es, die Stabilität des US-Finanzsystems zu sichern, indem problematische Vermögenswerte von Banken und anderen Finanzinstituten aufgekauft und Eigenkapitalzuführungen ermöglicht wurden.
Die Finanzkrise 2007/2008 führte zu einem massiven Vertrauensverlust in Banken, die mit faulen Krediten, insbesondere aus dem Subprime-Hypothekenmarkt, belastet waren. Viele Institute standen vor der Zahlungsunfähigkeit, was das gesamte Finanzsystem bedrohte. Vor diesem Hintergrund verabschiedete der US-Kongress im Oktober 2008 das Emergency Economic Stabilization Act, das TARP offiziell initiierte. Das Programm war mit einem Budget von bis zu 700 Milliarden US-Dollar ausgestattet.
Das TARP hatte mehrere Komponenten:
Mehrere Großbanken profitierten direkt von TARP. Dazu gehören Institutionen wie JPMorgan Chase, Bank of America oder Citigroup. Diese Banken konnten durch die Kapitalzuführungen ihre Eigenkapitalquoten verbessern, was die Kreditvergabe stabilisierte und das Vertrauen der Anleger wiederherstellte.
Auch außerhalb des Bankensektors zeigte TARP Wirkung. Die Unterstützung der Automobilindustrie verhinderte massive Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste in den USA. Insgesamt konnten laut offiziellen Berichten viele der eingesetzten Mittel später wieder zurückgeführt werden, da die Banken die Staatshilfen zurückzahlten und teilweise Zinsen oder Dividenden an den Staat leisteten.
Das TARP war nicht unumstritten. Kritiker bemängelten, dass die Maßnahmen zu stark den großen Banken zugutekamen, während kleinere Kreditnehmer oder Steuerzahler nur indirekt profitierten. Zudem wurde die moralische Komponente diskutiert: Die Rettung der Institute wurde als „Too Big to Fail“-Politik kritisiert, da sie Anreize für riskantes Verhalten setzen könnte.
Für Anleger war das TARP ein entscheidender Stabilitätsfaktor im Krisenjahr 2008. Die Maßnahmen schufen Vertrauen in den US-Finanzmarkt, stabilisierten Aktienkurse und beeinflussten die Liquidität an den Märkten. Investoren, die frühzeitig in unterstützte Banken investierten, konnten von der anschließenden Erholung profitieren.
Das Troubled Asset Relief Program (TARP) war ein zentrales Instrument der US-Regierung, um die Finanzkrise 2008 zu bewältigen. Mit Kapitalzuführungen, dem Aufkauf problematischer Vermögenswerte und gezielten Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft stabilisierte TARP das Finanzsystem und verhinderte größere Insolvenzwellen. Für Anleger bedeutete es mehr Sicherheit im Banken- und Finanzsektor und trug zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Märkte bei. Trotz Kritik hinsichtlich moralischer Risiken und Verteilung der Mittel bleibt TARP ein Paradebeispiel für staatliches Krisenmanagement in der modernen Finanzgeschichte.