Unverzinsliche Schatzanweisungen

Was ist eine unverzinsliche Schatzanweisung?

Unverzinsliche Schatzanweisungen gehören zu den Formen von kurzfristigen Staatswertpapieren, die von Regierungen ausgegeben werden, um Liquidität zu beschaffen. Anders als klassische Anleihen zahlen sie keinen laufenden Zins, sondern werden unter dem Nennwert ausgegeben und bei Fälligkeit zum Nominalwert zurückgezahlt. Diese Differenz zwischen Kaufpreis und Rückzahlung entspricht dem Ertrag für den Anleger.

Definition und Funktionsweise

Eine unverzinsliche Schatzanweisung ist ein Schuldinstrument des Staates, das eine feste Laufzeit hat und keinen regelmäßigen Zins gewährt. Der Anleger erzielt seinen Gewinn ausschließlich durch die Differenz zwischen dem Ausgabepreis und dem Rückzahlungsbetrag. Die Laufzeiten solcher Papiere sind meist kurz, häufig zwischen drei Monaten und zwei Jahren.

Beispiel: Eine Schatzanweisung mit einem Nennwert von 10.000 Euro wird für 9.800 Euro ausgegeben. Nach Ablauf der Laufzeit erhält der Käufer die vollen 10.000 Euro, wodurch ein Gewinn von 200 Euro entsteht. Dieser Gewinn entspricht der Rendite der unverzinslichen Anleihe.

Historische Bedeutung

Unverzinsliche Schatzanweisungen haben eine lange Tradition in der staatlichen Finanzierung, insbesondere in Zeiten hoher Staatsverschuldung. Länder wie die USA oder Deutschland nutzten diese Papiere zur kurzfristigen Deckung von Budgetlücken. Besonders im 20. Jahrhundert waren sie ein beliebtes Mittel, um Bürger direkt in die Staatsfinanzierung einzubinden.

Beispiele am Markt

In Deutschland wurden unverzinsliche Schatzanweisungen unter dem Begriff „Bundesschatzanweisungen“ über die Börse gehandelt. Anleger konnten durch den Kauf solcher Papiere kurzfristig sichere Erträge erzielen. In den USA werden vergleichbare Wertpapiere als Treasury Bills bezeichnet. Sie dienen institutionellen Investoren wie Banken, Versicherungen oder Investmentfonds häufig als kurzfristige Liquiditätsreserve.

Risikoprofil

Da diese Wertpapiere von Staaten mit hoher Bonität ausgegeben werden, gelten sie als sehr sicher. Das Ausfallrisiko ist minimal, die Rendite jedoch meist geringer als bei verzinslichen Anleihen mit vergleichbarer Laufzeit. Dennoch sind unverzinsliche Schatzanweisungen ein beliebtes Instrument zur Kapitalanlage, wenn Sicherheit und Planbarkeit im Vordergrund stehen.

Liquidität und Handelbarkeit

Unverzinsliche Schatzanweisungen sind gut handelbar und oft an Börsen oder im außerbörslichen Handel verfügbar. Die Handelspreise schwanken abhängig von der Marktzinsentwicklung. Wenn die Zinsen steigen, sinkt der Kurs der unter dem Nennwert ausgegebenen Papiere, und umgekehrt. Anleger sollten diese Kursschwankungen bei kurzfristigen Handelsentscheidungen berücksichtigen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Unverzinsliche Schatzanweisungen sind eine sichere, kurzfristige Anlageform für Investoren, die auf laufende Zinsen verzichten können und stattdessen auf den Unterschied zwischen Kaufpreis und Rückzahlungsbetrag setzen. Sie eignen sich besonders für risikoaverse Anleger und zur Diversifikation des Portfolios. Aufgrund ihrer kurzen Laufzeit und staatlichen Garantie stellen sie eine liquide und stabile Investitionsmöglichkeit dar, auch wenn die Renditen im Vergleich zu anderen Anleihen niedriger ausfallen.



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