Vorzugsaktie

Was ist eine Vorzugsaktie?

Eine Vorzugsaktie ist eine spezielle Form der Aktie, die dem Inhaber bestimmte Vorrechte gegenüber Stammaktionären gewährt. Der wesentliche Unterschied liegt in der Ausgestaltung der Aktionärsrechte: Während Stammaktionäre über Stimmrechte auf der Hauptversammlung verfügen, verzichten Inhaber von Vorzugsaktien in der Regel auf dieses Mitspracherecht. Im Gegenzug erhalten sie häufig eine höhere oder bevorzugte Dividende. Vorzugsaktien sind somit eine attraktive Anlageform für Investoren, die Wert auf stabile Erträge legen und weniger an der unternehmerischen Einflussnahme interessiert sind.

Merkmale und Funktionsweise von Vorzugsaktien

Vorzugsaktien unterscheiden sich von Stammaktien vor allem durch den Verzicht auf das Stimmrecht. Dafür werden die Anleger in anderer Form entschädigt – meist durch eine höhere Dividende oder eine bevorzugte Ausschüttung, falls Dividenden einmal ausfallen sollten. In solchen Fällen erhalten die Vorzugsaktionäre ihre Ansprüche in der Regel nachträglich, bevor die Stammaktionäre wieder bedient werden. Dadurch sind Vorzugsaktien für einkommensorientierte Anleger besonders interessant.

Die Anzahl der ausgegebenen Vorzugsaktien ist gesetzlich begrenzt: Nach deutschem Aktienrecht darf der Nennwert der Vorzugsaktien höchstens 50 Prozent des gesamten Grundkapitals eines Unternehmens betragen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Mehrheit der Anteile weiterhin mit Stimmrechten ausgestattet bleibt.

Vorzugsaktien in der Praxis

Viele große deutsche Unternehmen emittieren sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien. Ein bekanntes Beispiel ist Volkswagen. Hier werden neben den stimmberechtigten Stammaktien auch Vorzugsaktien gehandelt, die meist zu einem niedrigeren Kurs erhältlich sind, dafür aber eine höhere Dividendenrendite bieten. Anleger, die auf langfristige Erträge und Dividendenzahlungen setzen, bevorzugen häufig die Vorzugsaktie, während Investoren mit Mitspracherecht die Stammaktie wählen.

Auch andere bekannte Konzerne wie BMW oder Henkel haben Vorzugsaktien im Umlauf. Diese Aktiengattungen ermöglichen es Unternehmen, zusätzliches Eigenkapital zu beschaffen, ohne den Einfluss der bestehenden Großaktionäre zu verwässern – ein wichtiger Aspekt für familiengeführte oder stark kontrollierte Gesellschaften.

Vor- und Nachteile von Vorzugsaktien

Vorteile:

  • Höhere oder bevorzugte Dividende im Vergleich zur Stammaktie.
  • Oft geringerer Kurs und damit attraktiverer Einstiegspreis.
  • Bevorzugte Behandlung bei Dividendenausfällen oder Liquidation.

Nachteile:

  • Kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung.
  • Geringere Kurschancen bei Übernahmeangeboten oder Restrukturierungen.
  • Weniger Nachfrage und damit oft geringere Liquidität im Handel.

Vorzugsaktien im Vergleich zu Stammaktien

Während Stammaktien dem Aktionär Mitspracherechte sichern, konzentrieren sich Vorzugsaktien auf den finanziellen Ertrag. Anleger sollten daher sorgfältig abwägen, ob sie Einfluss auf Unternehmensentscheidungen ausüben oder von stabilen Dividenden profitieren möchten. In wirtschaftlich stabilen Zeiten können Vorzugsaktien besonders interessant sein, da Unternehmen hier regelmäßig hohe Ausschüttungen leisten. In Krisenzeiten hingegen besteht das Risiko, dass Dividenden gekürzt oder ausgesetzt werden.

Vorzugsaktien aus Anlegersicht

Für konservative Anleger, die regelmäßige Erträge bevorzugen, sind Vorzugsaktien eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio. Sie kombinieren die Sicherheit regelmäßiger Dividenden mit der Chance auf Kursgewinne. Gerade in Deutschland genießen sie einen guten Ruf, da viele Unternehmen solide Dividendenhistorien aufweisen. Zudem werden sie häufig in Dividendenfonds oder defensiven Anlagestrategien eingesetzt.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Vorzugsaktie stellt eine interessante Alternative zur klassischen Stammaktie dar, insbesondere für Anleger, die auf stabile Dividendenzahlungen setzen und auf Stimmrechte verzichten können. Sie bietet eine attraktive Mischung aus Sicherheit, Renditechance und geringerer Volatilität. Dennoch sollte bei der Auswahl stets auf die Bonität und Dividendenpolitik des Unternehmens geachtet werden. Wer langfristig denkt und Wert auf planbare Erträge legt, findet in Vorzugsaktien ein bewährtes Instrument der Kapitalanlage.



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