Die Milch (-Alternative) macht’s: Oatly gelingt erfolgreiches IPO

Montag, 31.05.21 09:22
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

Hafermilch fällt für mich persönlich in die Kategorie: Probiert und nicht für gut befunden. Doch mein Geschmack tut hier nichts zur Sache, denn: pflanzliche Kuhmilch-Ersatzprodukte aus Hafer, Soja, Reis, Kokos oder Mandeln liegen voll im Trend. Immer mehr Konsumenten greifen zu veganen Milch-Alternativen, die bis vor wenigen Jahren noch ein Schattendasein als Nischenprodukte für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten fristeten.

Ein Unternehmen, das vor allem vom Hafermilch-Trend profitieren möchte, ist der Börsenneuling Oatly, dessen Wert an der Nasdaq bereits im Vorfeld des IPO mit zehn Milliarden Dollar taxiert wurde. Der erfolgreiche Börsengang vergangenen Donnerstag verhalf dem jungen Unternehmen gar zu einer Bewertung von aktuell rund 13 Milliarden Dollar: Der erste Aktienkurs lag bei gut 22 Dollar, was einem Aufschlag von rund 30% gegenüber dem Ausgabepreis entsprach. Das sind Zahlen, bei denen Investoren im Allgemeinen das Wasser im Munde zusammenläuft. Dennoch sollten Oatly-Anleger in spe eine gesunde Portion Vorsicht walten lassen …

Starbucks-Deal sorgt für Hafermilch-Engpass

Beginnen wir jedoch beim Unternehmen selbst: Oatly entwickelt, produziert und vertreibt unter anderem Hafergetränke, Brotaufstriche und Eis frei von Kuhmilch und Sojaeiweiß. Die Produkte werden im Heimatmarkt Schweden und in rund 20 Ländern unter der Marke Oatly vertrieben.
Nach dem Börsengang bleibt Verlinvest, die Beteiligungsfirma der Eigentümerfamilie des Brauereiriesen Anheuser-Busch Inbev, der größte Aktionär. Des Weiteren ist der Finanzinvestor Blackstone mit 200 Millionen Dollar an Oatly beteiligt, und es gibt noch eine Reihe prominenter Fans, die am Börsengang gut mitverdient haben. So zum Beispiel Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey, Schauspielerin Natalie Portman, Rapper Jay Z und Ex-Starbucks-Chef Howard Schultz.

Apropos Starbucks: Eine Allianz zwischen Oatly und der ikonischen Kaffeehauskette sorgte zwischenzeitlich sogar für einen Hafermilch-Engpass. Seit März wird Oatly exklusiv in allen rund 15.500 US-Starbucks-Filialen als Kuhmilch-Alternative zum Kaffee angeboten und erfreut sich einer überaus großen Nachfrage.

Generell ist der Veggie-Boom ein wichtiger Wachstumstreiber für Oatlys Geschäft: Im vergangenen Jahr haben sich die Umsätze laut Börsenprospekt mit 421 Millionen Dollar mehr als verdoppelt. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die USA (+182%) und Deutschland (+199%). Unterm Strich schreibt das Unternehmen allerdings weiterhin rote Zahlen. 2020 fiel ein Nettoverlust von 60,4 Millionen Dollar an – nach 35,6 Millionen Dollar im Jahr zuvor. Erschwerend kommt hinzu, dass Lebensmittelriesen wie Champion Nestlé ebenfalls Milchersatzprodukte auf den Markt bringen und Oatly damit erheblich unter Druck setzen könnten.

Deshalb: Spekulieren Sie nicht auf den vagen Erfolg von Börsennovizen, sondern investieren Sie in Unternehmen, die bereits seit Jahrzehnten die Konkurrenz in Schach halten. Mit den boerse.de-Fonds, die u.a. in Starbucks und Nestlé investiert sind, partizipieren Sie am Erfolg von (Top-)Champions, die keinem kurzfristigen Trend hinterherlaufen, sondern mit langfristigen Wettbewerbsvorteilen punkten. Weitere Infos zu den boerse.de-Fonds und den 33 Vermögensaufbau-Champions finden Sie in unserem „Leitfaden für Ihr Vermögen“, den wir Ihnen gerne kostenlos und unverbindlich per Post senden.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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