“Grüne Welle”? Was Joe Biden mit Kurssprung bei Aurora Cannabis und Tilray zu tun hat

Montag, 09.11.20 11:58
 
Die Börse begrüßt den neuen US-Präsidenten Joe Biden heute mit ansehnlichen Kursgewinnen und feiert damit das Ende einer von Unsicherheitsfaktoren geprägten Hängepartie. Mit Biden dürfte die US-Wirtschaftspolitik wieder in geordneten Bahnen verlaufen, Strafzölle für u.a. Deutsche Automobilhersteller sollten vom Tisch sein und das umfangreiche Corona-Konjunkturpaket könnte schon bald verabschiedet werden. Neben makroökonomischen Vorteilen hat Joe Biden’s Wahl auch positive Auswirkungen auf einen ganz spezifischen Sektor: die Cannabis-Branche.

Grüne Vorzeichen für Aurora Cannabis und Tilray


Der Demokrat hatte sich bereits während seines Wahlkampfes für eine Entkriminalisierung von Marihuana auf nationaler Ebene ausgesprochen. Seit dem Jahr 2012 haben insgesamt 15 Bundesstaaten Marihuana für den Freizeitgebrauch legalisiert. Die medizinische Nutzung von Cannabis ist bereits in 33 US-Bundesstaaten zulässig. Sollten alle 50 Einzelstaaten Marihuana entkriminalisieren, so könnte die Cannabis-Branche von einem Nachfrageboom und die Bundesstaaten von entsprechenden Steuereinnahmen profitieren.

Dazu würden auch mögliche, regulatorische Änderungen beitragen. Bislang ist es den meisten amerikanischen Finanzinstituten untersagt, Geschäfte mit Unternehmen aus der Cannabis-Industrie zu tätigen. Joe Bidens proklamierte Bankenreform würde Marihuana-Konzernen die Abwicklung von Finanztransaktionen erheblich erleichtern.

Desweiteren wurden bei Abstimmungen parallel zur Präsidentenwahl weitere Gesetze gelockert, um den US-Drogenkrieg zu bekämpfen. So ist beispielsweise in Oregon künftig auch der Besitz kleinerer Mengen von Kokain oder Heroin nicht mehr strafbar. Wer mit harten Drogen festgenommen wird, kann eine mögliche Haftstrafe vermeiden, indem er ein Bußgeld zahlt und an einem Anti-Sucht-Programm teilnimmt.

Infolge der positiven Perspektiven für die Cannabis-Branche rauschten Aktien wie beispielsweise Aurora Cannabis oder Tilray in den vergangenen Handelstagen nach oben:
Die Aurora-Aktie gewann innerhalb einer Woche +142%, das Tilray-Papier legte +53% zu.

Euphorie mit Risiken


Cannabis-Spekulanten sollten jedoch trotz aller Euphorie nicht außer Acht lassen, dass die jüngste Kursrally erstens auf dem Prinzip Hoffnung beruht und zweitens nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Denn unterm Strich verloren Aurora Cannabis-Anleger innerhalb der vergangenen drei Jahre -70%. Bei Tilray stehen seit dem Börsenstart im Juli 2018 nun -65% auf der Kurstafel. Auch ist es noch nicht in Stein gemeißelt, dass Joe Biden seinem Wahlkampfversprechen auch Taten folgen lassen wird, zumal der Demokrat in den 80er und 90er Jahren noch als strikter Gegner der Cannabis-Legalisierung galt.

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