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Die ohnehin prekäre Lage bei Bayer hat sich in der vergangenen Woche weiter zugespitzt. Denn aufgrund neuer Milliarden-Strafen wegen der krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat und tiefroten Geschäftszahlen 2023 haben viele Analysten die Kursziele radikal zusammengestrichen. Kein Wunder, denn die Bayer-Aktie verlor allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate rund 54% an Wert; auf Zehn-Jahres-Sicht steht pro Jahr (!) ein Kursverlust von über zwölf Prozent zu Buche.
Dass so eine Aktie keinen “Kauf” im Sinne einer sinnvollen Vermögensaufbaustrategie wert ist, sollte eigentlich klar sein. Zumal neben der negativen Kursentwicklung auch die fundamentale Geschäftsentwicklung nicht stimmt.
Bayer kämpft bereits seit der finalisierten Monsanto-Übernahmen 2018 mit einem finanziellen Schaden durch das krebserregende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, einer enttäuschenden Pharma-Pipeline und hohen Kosten.
Allein im vergangenen Geschäftsjahr fiel bei sinkenden Umsätzen ein Minus von 2,9 Milliarden Euro an - nach fast 4,2 Milliarden Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen schrumpften währungs- und portfoliobereinigt auf Jahressicht um 1,2 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro. Der operative Ertrag (Ebitda) vor Sondereinflüssen brach um mehr als 13 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro ein.
Auch ist und bleibt das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat für Bayer ein Milliardengrab. Seit Jahren sieht sich der Konzern mit einer Klagewelle wegen des mutmaßlich krebserregenden Unkrautvernichters konfrontiert. Allein im November 2023 hatte der Agrarchemiekonzern vor einem Gericht in Missouri eine Niederlage erlitten: Die Jury sprach damals den drei Klägern einen Schadenersatz von 1,5 Milliarden Dollar zu. Im Januar 2024 kam die Jury eines Gerichts in Philadelphia zu dem Schluss, dass das Unternehmen 2,25 Milliarden Dollar an einen Kläger aus Pennsylvania zahlen muss. Auch er machte Bayer für sein Non-Hodgkin-Lymphom verantwortlich - eine Krebskrankheit des Lymphsystems.
Es wird also höchste Zeit, dass der Konzern schnelle und effektive Maßnahmen ergreift, um die vielen Baustellen zu bewältigen. Laut Angaben des Bayer-Managements sollen deshalb im Zuge des bereits vorgestellten neuen Organisationsmodells ab 2026 jährlich zwei Milliarden Euro an Kosten eingespart werden. Diese Summe entspricht rund einem Fünftel des für 2024 geplanten operativen Gewinns. Auch ist der Umbau mit einem erheblichen Stellenabbau verbunden. Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass die Inhouse-Beratung Bayer Business Consulting im Zuge des Konzernumbaus und Sparprogramms geschlossen wird.
Ob das reichen wird, um Bayer wieder auf Erfolgskurs zu trimmen, bleibt abzuwarten. Manche Beobachter halten auch eine Konzernaufspaltung oder einen Teilverkauf für sinnvoll. Davon will das Management zumindest momentan aber nichts wissen.
Für Börsianer sollte aus den genannten Gründen klar sein, dass die Bayer-Aktie höchstens den Titel “Spekulationsobjekt” verdient. Wie dagegen ein langfristig erfolgreicher Vermögensaufbau mit Champions-Aktien aussehen kann, erfahren Sie im boerse.de-Aktienbrief, den Sie hier unverbindlich downloaden können.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de
P.S.: Hier finden Sie bessere Alternativen zur Bayer-Aktie...
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