Börsengeschenke à la Warren Buffett

Freitag, 13.08.21 15:59
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor 50 Jahren – am 15. August 1971 – beendete Richard Nixon die Einlöseverpflichtung des US-Dollar in Gold, womit das sogenannte „Goldfenster“ geschlossen war. Seitdem sind alle Währungen lediglich Versprechungen, die einem fortlaufendem Kaufkraftverfall unterliegen, weshalb ungedecktes Papiergeld konsequent in Sachwerte umgetauscht werden sollte. Für uns ist Gold das „bessere“ Geld (mittlerweile übrigens mehr als 4800 Unzen Bestand im boerse.de-Gold mit der WKN TMG0LD) und damit als Assetklasse absolute Pflicht zum „reich“ bleiben. Doch reich werden funktioniert nur über Top-Aktien, wie wir aktuell auch wieder sehen:

Nachdem unsere 100 Champions im Juli um durchschnittlich 3,8% zugelegt haben, errechnet sich für die ersten sieben Monate nun ein Kursgewinn von bereits 16,8%. Im Zwölf-Monats-Vergleich beträgt das Plus stolze 31,4% und seit März 2020 sind es fantastische +53,4%. Natürlich lieben Anleger solche Börsenphasen, doch eigentlich machen uns die Börsen die ganze Zeit Geschenke. Konkret:

Kleine Geschenke in Form von Dividendenausschüttungen gibt es das ganze Jahr hindurch, und mit einem international diversifizierten Depot werden Ihnen (fast) monatlich Gewinnbeteiligungen gutgeschrieben. Deutsche Unternehmen schütten zwar nur jährlich (nach der Hauptversammlung) aus, viele Europäer aber halbjährlich und Firmen aus den USA zumeist quartalsweise. Anleger des ausschüttenden boerse.de-Weltfonds (WKN: A2PZMU) erhalten sogar monatlich 0,25%, und wer stattdessen die thesaurierende Tranche (WKN: A2JNZK) wählt, erzielt eben höhere Kursgewinne (im Zwölf-Monats-Vergleich +16,8% vs. +12,2%).

Dabei werden Dividendengeschenke in der Regel auch Jahr für Jahr größer, denn erfolgreiche Unternehmen erhöhen ihre Ausschüttungen kontinuierlich. Im neuen „Leitfaden für Ihr Vermögen“ (Auslieferung Ende August) können Sie beispielsweise nachlesen, dass Colgate-Palmolive schon seit 1973 die Dividende erhöht (PepsiCo und McDonald‘s seit den 1970er-Jahren) und sechs Champions seit 2011 die Ausschüttung jährlich prozentual zweistellig angehoben haben (Spitzenreiter Starbucks um 21% p.a.). Auch unser ausschüttender boerse.de-Aktienfonds (WKN: A2AQJY) strebt Kontinuität an und hatte daher im Mai das vierte Jahr in Folge die Ausschüttung um 10% erhöht, wodurch der Kursgewinn im Juli-Vergleich 2020/2021 19,9% betrug, während sich die thesaurierende Tranche (WKN: A2PZMR) um 21,9% verbesserte. Dennoch:

Die großen Börsengeschenke gibt es nicht durch Kursgewinne oder Ausschüttungen, sondern in den Crash-Phasen der Märkte. Denn wenn Sie ein Investment, das durchschnittlich 9% p.a. gewinnt, mit einem Abschlag von 30% einkaufen können, erhöht sich Ihre Zehn-Jahres-Rendite auf 13% p.a. bzw. die 20-Jahres-Rendite auf 11% p.a. Um solche Crash-Geschenke auch annehmen zu können, empfehlen wir Ihnen, neben Gold stets eine Cash-Reserve zu halten, die Ihnen Zusatzrenditen nach jedem Aktien-Crash ermöglicht. In diesem Sinne versteht sich Cash quasi als endlos laufende Call-Option auf besondere Crash-Chancen bei defensiven Investments (!) mit einer schon fast eingebauten Gewinngarantie, denn das Comeback der Kurse ist stets nur eine Frage der Zeit. Ganz genau:

Seit 1987 gab es im Dax zehn und im Dow Jones fünf Einbrüche mit einem Rückgang von mehr als 20%. Doch die Tiefpunkte wurden im Durchschnitt schon 318 (Deutschland) bzw. 338 Tage (USA) nach den Hochs markiert. Es galt also etwa elf Monate geduldig zu sein, bis das Geldverdienen wieder losgehen konnte und die Börsengeschenke monetär sichtbar wurden. Deshalb würde wohl auch Warren Buffett den Spruch unserer Jahrestasse unterschreiben: „Jeder Crash ist ein Geschenk“

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller

Thomas Müller ist seit Anfang der 1980er-Jahre Herzblut-Börsianer, seit 1987 Verleger von Börseninformationen, begeisterter Entwickler von Anlagestrategien, Autor,...


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