Booking, TUI, Tripadvisor: Paradiesische Renditen mit Reise-Aktien?

Freitag, 22.06.18 12:01
Sommer, Sonne, Ferienzeit: bis vor zwei Jahrzehnten war mit der Urlaubsplanung noch meist ein Gang ins Reisebüro verbunden. Es sei denn, man zählte zu den glücklichen Besitzern eines Wohnwagens, Zeltes oder einer Ferienimmobilie. Mittlerweile hat die physische Reisevermittlung schon fast einen nostalgischen Touch und verschwindet zusehends vom Radar. Denn immer mehr Urlauber buchen einzelne Bausteine – Flüge, Hotels oder Mietwagen – im Internet.

Online hebt ab

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) verfolgt diese Entwicklungen seit längerem. Laut ihrer Analyse wurden im vergangenen Jahr bereits 38 Prozent aller Reisen online gebucht. 2007 lag der Anteil noch bei 17 Prozent. Experten schätzen, dass schon 2020 die Mehrheit der Deutschen ihren Urlaub im Internet antreten wird. Wie so oft sind uns die nordeuropäischen Länder technologisch schon jetzt einen Schritt voraus: hier beträgt der Online-Buchungsanteil des Reiseveranstalters TUI bereits 80 Prozent.

Eigentlich schade, denn das Wälzen der bunten Kataloge machte früher einen großen Teil der Reise-Vorfreude aus. Heute findet die Auswahl des geeigneten Urlaubsziels dagegen häufig vor dem Computer statt, was aufgrund der enormen Angebotsvielfalt zwar verlockend, aber auch alles andere als “relaxed” sein kann. Doch langsam scheint sich die Spreu vom Weizen zu trennen, denn der Online-Reisemarkt konzentriert sich zunehmend auf wenige, mächtige Spieler.

Run auf Reise-Aktien

Booking.com, Expedia, HolidayCheck: diese drei Anbieter haben die deutsche Reiselandschaft fest im Griff – angeführt von boerse.de-Aktienbrief-Champion Booking Holdings, der 2017 in Deutschland rund 2,4 Milliarden Euro Umsatz erzielte. Weltweit werden beim Marktführer, zu dem z.B. auch Kayak, Momondo und Rentalcars.com zählen, täglich über eine Million Buchungen vorgenommen. Seit Jahresbeginn gewann die Booking-Aktie rund 23 Prozent an Wert. Innerhalb der vergangenen vier Jahre verdoppelte sich der Aktienkurs.

Mit einigem Abstand folgt Expedia. Das Online-Reisebüro setzte hierzulande 2017 1,4 Milliarden Euro um. Die Aktie des amerikanischen Booking.com-Rivale, zu dem auch HomeAway und Hotels.com gehören, entwickelte sich jedoch nicht ganz so positiv: innerhalb der vergangenen zwölf Monate erzielte das Expedia-Papier ein Plus von “nur” 6,24 Prozent.

Auch ein deutscher Anbieter ist im Kampf um unsere Reisekasse am Start: HolidayCheck. Die ehemalige Tomorrow Focus AG wurde 2016 umbenannt, konzentriert sich seitdem ausschließlich auf die Online-Reisevermittlung und verdient an den Provisionen der Veranstalter. Mit bislang mäßigem Erfolg: zwar versteht sich HolidayCheck als “größter Online-Vermittler von Pauschalreisen im deutschsprachigen Raum”, erwirtschaftete 2017 aber lediglich einen Umsatz von 87 Millionen Euro und damit weit weniger als Marktführer Booking.com. Der Aktienkurs trat mehr oder weniger auf der Stelle. Dennoch ist das HolidayCheck-Geschäftsmodell, eine Kombination aus Vergleichs- und Buchungsportal, durchaus zukunftsweisend. Webseiten mit einer loyalen “Community”, die Reisen, Flüge und Hotels bewertet, liegen im Trend und genießen gegenüber “reinen” Buchungsplattform einen wichtigen Vertrauens-Bonus bei Verbrauchern, der sich langfristig durchaus bezahlt machen könnte.

Diesen Trend hat Booking Holdings, die Kundenbewertungen und Online-Buchungsoptionen verknüpft, schon frühzeitig erkannt und etablierte sich als Marktführer und Champion im hart umkämpften Tourismusmarkt. Die herausragende Wettbewerbsposition von Booking Holdings zeigt sich auch im Zehnjahresvergleich zwischen dem boerse.de-Aktienbrief-Champion und HolidayCheck:
 

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Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

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