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In der vergangenen Börsenwoche machte die Commerzbank-Aktie einen beachtlichen Satz nach oben: Insgesamt +3,8% standen am Freitag auf der Kurstafel. Aber bedeutet der Kurssprung, dass das Geldinstitut jetzt einen Kauf wert ist? Mit Blick auf die langfristige Anlagequalität der CoBa-Aktie laute die Antwort ganz klar: Nein. Denn auf Dekadensicht weist das Wertpapier einen “Gewinn” von im Mittel nur +0,5% p.a. auf - und das bei einer sehr hohen Volatilität.
Außerdem verbuchen Anleger, die die Commerzbank-Aktie bereits seit ihrem All-Time-High aus dem Jahr 2000 im Depot haben, fast einen Totalverlust. Denn damals kostete ein Anteil über 250 Euro; heute dagegen nur noch 9,90 Euro. Blicken wir dennoch auf die aktuelle Lage von Deutschlands zweitgrößtem Geldinstitut.
Dank jahrelanger Sparmaßnahmen, Restrukturierungen und dem erfolgreichen Zinsgeschäft punktete die CoBa im zweiten Quartal 2023 mit positiven Geschäftszahlen. Unter dem Strich verdiente das Frankfurter Geldhaus 565 Millionen Euro und damit ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Infolgedessen erwartet die Commerzbank 2023 ein Konzernergebnis deutlich über dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro.
Ein wichtiger Treiber war dabei der Zinsüberschuss mit einem Anstieg von 44,1 Prozent auf den Rekordwert von 2,13 Milliarden Euro. Darunter versteht man die Differenz zwischen dem, was Institute für verliehenes Geld (z.B. Kredite) kassieren und dem, was sie ihren Kunden zahlen (z.B. Sparzinsen).
Vergangene Woche verkündete die EZB zudem, dass der Leitzins in der Eurozone um weitere 25 Basispunkte auf nun 4,5 Prozent steigt. Entsprechend wurde auch der für Banken relevante Einlagenzinssatz von 3,75 Prozent auf 4,0 Prozent angehoben. Aber: steigende Zinsen erhöhen auch das Kreditausfallrisiko für Banken.
Deshalb hat die Commerzbank für mögliche Kreditausfälle im zweiten Quartal über 200 Millionen Euro zurückgelegt - insgesamt fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Weitere 347 Millionen Euro legte die CoBa für mögliche Entschädigungen im Zusammenhang mit umstrittenen Kreditverträgen der polnischen Tochter mBank zur Seite. Alles in allem dürften die Kosten für das Gesamtjahr bei etwa 6,4 Milliarden Euro liegen und damit rund 100 Millionen höher als bisher angepeilt. Statt Liquidität vorzuhalten, plant die Commerzbank jedoch möglicherweise weitere Aktienrückkäufe - die der Kurspflege dienen könnten.
Ob, und wenn ja wie lange, die Commerzbank-Aktie noch auf der Zins-Welle schwimmen wird, bleibt abzuwarten. Investoren sollten sich allerdings generell von besonders konjunkturabhängigen Bankenaktien in Acht nehmen und sich stattdessen auf langfristig erfolgreiche Champions-Aktien konzentrieren, die auch in der Finanzbranche zu finden sind. Welche Champions aktuell einen Blick wert sind, erfahren Sie in zwei kostenlosen boerse.de-Aktienbrief-PDFs, die Sie hier unverbindlich anfordern können.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de
P.S.: Das sind die besseren Alternativen zur Commerzbank-Aktie...
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