Continental: Corona-Krise bis 2025?

Montag, 29.06.20 15:57
Bereits vor dem Ausbruch der Covid19-Pandemie hatte Continental mit herausfordernden Marktbedingungen zu kämpfen: Handelspolitische Konflikte, der Technologiewandel, die geringere Nachfrage nach konventionellen Fahrzeug-Antrieben sowie die weltweit schwächelnde Auto-Konjunktur mach(t)en Zulieferern zu schaffen. Die Lage für Conti & Co. hat sich jedoch seit der Corona-Krise aufgrund ausbleibender Autokäufe und unterbrochener Lieferketten merklich verschlechtert. Continental-Chef Degenhart kommentierte die Lage seines Unternehmens jüngst mit den Worten "Das zweite Quartal wird wohl wirtschaftlich das schwierigste der Nachkriegszeit werden".

Krise und kein Ende


Es liegt auf der Hand, dass potenzielle Autokäufer in Krisenzeiten auf den Kauf eines Neuwagens verzichten und Spargeld stattdessen lieber auf die “hohe Kante” legen oder investieren. Statt über 98 Millionen Fahrzeuge wie 2018 rechnen Experten deshalb in diesem Jahr mit einem Rückgang der weltweiten Produktion auf höchstens 70 Millionen Fahrzeuge, was einem Einbruch von über 28 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Nach der Finanzkrise im Jahr 2009 betrug das Minus nur 12 Prozent. Experten rechnen damit, dass die Flaute auf dem Automarkt bis ins Jahr 2025 reichen und dramatische Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von Continental und der gesamten Zulieferer-Branche haben könnten. Zumal die erhoffte Unterstützung vonseiten der Politik auch ausbleibt bzw. nicht das gewünschte Ergebnis erzielen wird: Die Senkung der Mehrwertsteuer bis zum Jahresende werde laut Conti zwar "einen gewissen Effekt" haben. Doch die Tatsache, dass moderne Verbrenner nicht vom Konjunkturprogramm der Bundesregierung gefördert werden, sei enttäuschend.

Continental auf Sparflamme


Entsprechen müssen die Hannoveraner eigenen Angaben zufolge einige hundert Millionen Euro sparen. Zu den entsprechenden Einschnitten zählen neue Gehaltsstrukturen für das Top-Management, Stellenabbau und weitere Kostensenkungsmaßnahmen. Auch müssen Continental-Aktionäre auf einen Teil ihrer Dividende verzichten: Der Autozulieferer und Reifenhersteller will die Gewinnbeteiligung für das vergangene Geschäftsjahr noch weiter zusammenstreichen und im Rahmen der Hauptversammlung am 14. Juli eine Auszahlung von drei Euro je Aktie vorschlagen. 2018 hatte Conti noch 4,75 Euro pro Anteilsschein gezahlt.

Am 5. August präsentiert der Automobilzulieferer das Zahlenwerk für das Corona-Quartal April bis Juni. Da die jüngste Bilanz aller Erwartung nach nicht gerade rosig ausfallen wird, sollten Investoren Vorsicht walten lassen - beziehungsweise Automobil- und Zuliefer-Aktien bis auf Weiteres auf der Seitenlinie parken. Welche 100 Champions-Aktien sich dagegen sogar in turbulenten Zeiten wie diesen für den Vermögensaufbau empfehlen, lesen Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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