DSW-Watchliste: Finger weg von diesen Kapitalvernichtern

Montag, 03.04.23 10:39
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

seit mehr als 20 Jahren veröffentlicht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) alljährlich im Frühjahr die DSW-Watchlist mit den 50 größten Kapitalvernichtern am deutschen Wertpapiermarkt. Maßgeblich dabei ist die Wertentwicklung aller im Prime Standard der Deutschen Börse notierten Aktiengesellschaften über die jeweils zurückliegenden fünf Jahre.

In der soeben veröffentlichten aktuellen Flop-Liste fällt auf, dass der in der Vergangenheit stark vertretene Bankensektor nicht mehr vorkommt. Das ist weder ein Aprilscherz, noch liegt es daran, dass die Banken-Performance jetzt wesentlich besser als früher ausfällt. Grund dafür ist vielmehr, dass sich die Kursverluste der Bankaktien in jüngerer Zeit nicht noch mehr ausgeweitet haben. „Den Banken kommt zugute, dass wir uns nur die Performance maximal in einem Fünf-Jahres-Zeitraum anschauen. Die Kurse der Banken sind aber sehr viel länger als fünf Jahre unter die Räder gekommen“, erklärt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Dafür hat jetzt eine andere Branche die dominierende Rolle in der Aktien-Horrorliste übernommen. Konkret:

Es brennt in der Immobilienbranche



Negative Spitzenreiter in der aktuellen DSW-Watchliste sind diesmal Unternehmen aus dem Immobiliensegment. So hat sich die Corestate Capital Holding in den vergangenen Jahren von 50 Euro auf nur noch 45 Cent atomisiert, womit der zweifelhafte Titel des größten Kapitalvernichters erobert wurde. Die Situation des Immobilieninvestors mit Sitz in Luxemburg erinnert Marc Tüngler an eine „On-off-Liebesbeziehung mit dem Insolvenzverwalter“, zumal bereits Mitte April ein wichtiger Termin mit den Gläubigern vor der Türe steht. Auch der zweite Platz geht an ein Immobilienunternehmen, wobei die Aktie der in handfesten finanziellen Schwierigkeiten befindlichen Adler Group das Anlegervermögen auf Fünf-Jahres-Sicht um 96 Prozent reduziert hat.

Wie sehr es in der Immobilienbranche insgesamt brennt, zeigt eine Reihe weiterer Titel aus diesem Segment auf der aktuellen Negativliste: Accentro Real Estate auf Platz 15 (Fünf-Jahres-Performance: -74%), Aroundtown SA (Platz 22, -66%), TAG Immobilien AG (23, -60%), Grand City Properties (37, -53%) und Vonovia mit -43% auf Rang 50.

Auch bekannte Namen und Dax-Aktien auf der DSW-Watchliste



Jedes Mal erstaunlich ist auch, wie viele bekannte Namen sich auf der Kapitalvernichterliste finden. „Je tiefer man nach unten geht, umso bekannter werden die Namen“, bestätigt Marc Tüngler. Von Rang 21 auf Rang 14 vorgerückt ist bspw. Ceconomy, die Betreibergesellschaft von Mediamarkt und Saturn. Und neben Immobilienunternehmen tauchen immer wieder Maschinenbauer bzw. Unternehmen aus alten Industriezweigen auf, wie thyssenkrupp (Rang 28), König & Bauer (30), Hochtief (40), Leoni (17) oder Bauer AG (24). Und auch die Mitgliedschaft im deutschen Leitindex Dax sagt wenig über die langfristige Anlagequalität aus, wie die Beispiele Continental (Rang 34), Fresenius (Rang 47) und eben Vonovia (Rang 50) belegen.

Für Marc Tüngler ist die DSW-Liste „ein Wake-Up-Call“ für alle Anleger. Soll im Klartext heißen: Finger weg von diesen Verlierern, denn „wer bisher mit seinem Geschäftsmodell Probleme hatte, wird sie 2023 erst recht haben.“ Sie als Aktien-Ausblick-Leser wissen:

Depot und Anlagestrategie überprüfen



Für den langfristigen Börsenerfolg sollte ausschließlich auf Qualitätsaktien gesetzt werden, die über einwandfreie Kurslebensläufe verfügen. So untersucht der boerse.de-Aktienbrief mittels Performance-Analyse die jeweils mindestens zehnjährigen Kursentwicklungen von weltweit tausenden Titeln. Nur die laut objektiven Performance-Kennzahlen 100 besten Aktien erhalten das Prädikat Champion. Für ein Langfrist-Depot im Sinne unserer Investmentphilosophie eignen sich daher ausschließlich Mitglieder dieser Champions-Riege, deren Zusammensetzung quartalsweise überprüft wird.

Was aber tun, wenn sich doch der eine oder andere Kapitalvernichter oder Performance-Bremser im Depot befindet? DSW-Chef Marc Tüngler bspw. rät dazu, die Watchliste als Anlass „zur Überprüfung des Depots und der eigenen Anlagestrategie“ zu nehmen. Eine gute Idee, für deren Umsetzung wir Ihnen gerne unser geballtes Know-how in Form des Leitfadens für Ihr Vermögen gratis zur Verfügung stellen. boerse.de-Aktienbrief-Abonnenten können zudem einmal jährlich den Service eines kostenlosen Depot-Checks in Anspruch nehmen, der eine umfangreiche individuelle Depot-Auswertung auf Grundlage der Performance-Analyse samt konkreten Verbesserungsvorschlägen beinhaltet. Wenn Sie den boerse.de-Aktienbrief noch nicht kennen, sind Sie hier zum kostenlosen und unverbindlichen Kennenlern-Login herzlich eingeladen.

Mit den besten Empfehlungen
Ihr

Thomas Driendl
Börsenverlag-Redaktion

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