Delivery Hero: Kurzes Dax-Gastspiel ohne Happy End

Donnerstag, 23.06.22 17:32
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

zum 20. Juni musste Delivery Hero seinen Platz in der ersten, deutschen Börsenliga räumen: An die Stelle des Essens-Lieferdienstes rückte das Hamburger Traditionsunternehmen Beiersdorf. Viele Marktbeobachter hatten die kurze Dax-Episode von Delivery Hero bereits bei dessen Aufnahme vor rund zwei Jahren prophezeit – denn das junge Berliner Unternehmen entsprach und entspricht nicht dem, was man von einem „Abbild der deutschen Industrielandschaft” erwarten sollte …

Dax-Mitglied mit Fragezeichen



Delivery Hero gelang der Dax-Aufstieg aufgrund des damals hohen Börsenwertes. Für eine Aufnahme in den Dax qualifizieren sich Unternehmen u.a. aufgrund ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung zu einem bestimmten Stichtag (letzter Handelstag im Monat). Die Deutsche-Börse-Tochter Qontigo veröffentlicht dann Ranglisten, die bei der Überprüfung der Indizes als Entscheidungsgrundlage dienen. Ein Unternehmen kann z.B. neu in den Leitindex aufgenommen werden (Regular Entry), wenn es mindestens auf Rang 40 steht.

Neben diesem Größenkriterium – das noch nichts über die Qualität eines Unternehmens aussagt – wurden die zusätzlichen Anforderungen für eine Dax-Mitgliedschaft wegen des Wirecard-Skandals im vergangenen Jahr überarbeitet: Die Deutsche Börse schreibt nun unter anderem auch vor, dass potenzielle Dax-Mitglieder mindestens zwei Jahre lang ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) vorweisen müssen. 

An dieser Klausel würde Delivery Hero scheitern, denn die Essens-Lieferplattform hat noch nie Gewinne erwirtschaftet. Ganz im Gegenteil: Allein in den vergangenen beiden Jahren summieren sich die operativen Verluste auf knapp zwei Milliarden Euro. Dass Delivery Hero also ausgerechnet die insolvente Firma Wirecard im Dax ersetzt hat, war ein Zufall und der zu spät in Kraft getretenen Dax-Neuregelung geschuldet.

Der Börsenwert des 2011 gegründeten Unternehmens hat dank des coronabedingten Lieferdienst-Booms vor zwei Jahren zwar noch „gestimmt”, ist mittlerweile aber rapide zusammengeschrumpft: Seit dem Aufstieg in den Leitindex hat der Delivery Hero Aktienkurs zwei Drittel seines Wertes verloren und ist von 134 Euro im September 2021 auf momentan gut 36 Euro abgestürzt. Die Marktkapitalisierung reichte deshalb bei der jüngsten Indexüberprüfung nicht mehr für eine Dax-Platzierung.

Champions mit langjähriger Erfolgsgeschichte



Delivery Hero war summa summarum das erste Dax-Unternehmen, das noch nie Gewinn gemacht hat, kein langfristig erfolgreiches Geschäftsmodell vorweisen kann und nicht mal auf seinem Heimatmarkt aktiv ist. 

Doch auch ohne Delivery Hero ist der Dax aufgrund seiner Aufnahme-Kriterien keine „sichere Bank” für Investoren. Da primär die Marktkapitalisierung über die Aufnahme in die erste, deutsche Börsenliga entscheidet, befinden sich im Dax die größten, aber nicht unbedingt die besten Unternehmen des Landes.

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Auf gute Investments!

Ihr
Markus Schmidhuber
Content Manager

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Markus Schmidhuber ist Leiter von boerse.de – dem ältesten Finanzportal Europas und mit über einer Million monatlicher Nutzer eines der führenden Börsenportale. In dieser Position verantwortet er...

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