jedes Jahr wünsche ich mir wenigstens einmal im Winter ein paar Schneeflocken. In der vergangenen Woche war es hier bei mir in Köln schon so weit. Für diese Saison bin ich damit glücklich, denn in der rheinischen Tiefebene ist das eine Seltenheit. Vielleicht hat dieser Wunsch seinen Ursprung darin, dass ich in einer Gegend aufgewachsen bin, in der es regelmäßig Schnee gibt – den ich als Kind natürlich oft zu Kugeln gerollt und verbaut habe.
Dazu bedurfte es einer gewissen Beschaffenheit der weißen Ressource und am besten eines langen Hügels. Am Anfang dauerte es etwas, bis aus einem kleinen Ball ein etwas größerer wurde. Ab einem gewissen Punkt war der Zuwachs jedoch pro Umdrehung beträchtlich. Genau dieses Phänomen lässt sich auch beim Investieren beobachten. Nicht zufällig trägt die Biografie von Warren Buffett den Titel „Das Leben ist wie ein Schneeball“.
Bei Unternehmen, die verlässlich ihre
Dividende erhöhen, wird dieser Effekt für Anleger besonders sichtbar. Zeit und Qualität bilden die Kombination, auf die es dabei ankommt. Zur Illustration ein paar Werte aus dem
boerse.de-Dividendenfonds, bei denen der „Schneeball“ schon seit Jahrzehnten immer größer wird:
Parker-Hannifin – dynamisches Industrieurgestein
Der Hügel ist hier sehr lang: Seit 69 Jahren steigert Parker-Hannifin kontinuierlich seine Ausschüttungen, innerhalb der vergangenen Dekade durchschnittlich um knapp 12% p.a. (aktuelle Dividendenrendite: 0,8%).
Als weltweit führender Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien entwickelt der Champion komplexe Systeme, die exakt auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind. Rund zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen im Industriegeschäft, das restliche Drittel entfällt auf das Segment Luft- und Raumfahrt.
Ein großer Teil der Erlöse stammt aus dem sogenannten Aftermarket-Geschäft, etwa für Service, Wartung und Ersatzteile. In der Luftfahrt dürfen viele Komponenten nur durch zertifizierte Originalteile ersetzt werden, ein klarer Vorteil für den Hersteller (und eine verlässliche Einnahmequelle). Mit der jüngst angekündigten Übernahme der Filtration Group, deren Geschäft zu 85% aus solchen Serviceleistungen besteht, stärkt Parker-Hannifin diesen Bereich weiter. In den vergangenen zehn Jahren legte die Parker-Hannifin-Aktie im Mittel um 21% p.a. zu.
S&P Global – Infrastruktur, die immer benötigt wird
S&P Global stellt Finanzinfrastruktur bereit, die für viele Marktteilnehmer unverzichtbar ist. Das Unternehmen vergibt Kreditratings, entwickelt und betreibt Börsenindizes und liefert professionellen Nutzern umfassende Finanzdaten, Marktanalysen und Recherche-Tools. Viele der Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben oder vertraglich fixiert. So dürfen institutionelle Investoren etwa nur in Anleihen investieren, die von anerkannten Ratingagenturen wie S&P Global bewertet wurden. Das Ergebnis ist ein planbares, margenstarkes Geschäft. Rund 36% des Umsatzes bleiben aktuell als freier Cashflow hängen, ein sehr hoher Wert.
Seit 1972 erhöht der Champion stetig seine Dividende, in den vergangenen zehn Jahren im Mittel um knapp 12% per annum. Das aktuelle Verhältnis von Gewinnbeteiligung zu Kurs beträgt 0,8%. Die Aktien von S&P Global gewannen in der vergangenen Dekade durchschnittlich 16% pro Jahr an Wert.
NextEra Energy – profitiert vom steigenden Energiebedarf
NextEra Energy verfolgt ein in der Energiebranche einzigartiges Geschäftsmodell. Der Konzern kombiniert die stabilen (da regulierten) Erträge seines Versorgerarms Florida Power & Light mit dem dynamischen Wachstum des Projektentwicklers Energy Resources – dem größten Betreiber von Wind- und Solarkraftwerken in den USA. Darüber hinaus baut der Champion mit Blick auf den rasant steigenden Energiebedarf durch Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz gezielt seine Rolle als strategischer Partner der Technologiebranche aus. Ein aktuelles Beispiel ist die vor Kurzem angekündigte Reaktivierung des Duane-Arnold-Atomkraftwerks im Bundesstaat Iowa, das ab 2029 exklusiv Alphabets Rechenzentren mit elektrischer Energie versorgen soll.
Seit 1996 werden die Ausschüttungen kontinuierlich erhöht, innerhalb der vergangenen Dekade im Schnitt um knapp 12% pro Jahr. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 2,7%, der Kurs erhöhte sich seit 2015 im Durchschnitt um 10% p.a.
Lindt & Sprüngli – Preismacht als Vorteil
Passend zur Vorweihnachtszeit ein Champion, der in den Geschäften gerade sehr präsent ist: Lindt & Sprüngli. Seit 36 Jahren schüttet das Unternehmen Gewinne aus, seit 1996 werden die Zahlungen kontinuierlich erhöht, in den vergangenen zehn Jahren im Mittel um 8% p.a. (aktuelle Dividendenrendite: 1,3%). Der Grund, warum das möglich ist:
Der Schweizer Champion zählt zu den wenigen Schokoladenmarken, die weltweit mit „Premiumqualität“ verbunden werden. Das erlaubt es Lindt & Sprüngli, höhere Preise durchzusetzen, insbesondere im lukrativen Weihnachts- und Ostergeschäft. Im Vergleich zu anderen Marken schneidet der Schokoladenhersteller laut Marktanalysen besonders gut bei der Einschätzung „teuer, aber sein Geld wert“ ab. Das heißt, dass Verbraucher den höheren Preis für gerechtfertigt halten, ein klarer Vorteil im Wettbewerb.
Das Unternehmen betreibt zudem 590 eigene Boutiquen und Outlets weltweit. Diese Geschäfte ermöglichen zum einen höhere Margen (da ein Zwischenhändler entfällt) und zum anderen wertvolle Erkenntnisse über das Kundenverhalten. Der Partizipationsschein gewann innerhalb der vergangenen Dekade durchschnittlich 10% pro Jahr an Wert.
Gut diversifizieren – wer nicht streut, rutscht aus
Ob Industriezulieferer, Finanzdatenanbieter, Versorger oder Schokoladenhersteller, das Prinzip ist immer gleich: Die hohe Qualität des Geschäftsmodells versetzt diese Champions in die Lage, die jeweiligen Anteilseigner mit immer größeren Beträgen direkt am Erfolg zu beteiligen. Der Umkehrschluss gilt leider nicht immer, es gibt auch Unternehmen, die Dividenden zulasten der Substanz ausschütten. Mit „Verpulver-Schnee“ lässt sich jedoch langfristig kein Zuwachs erzielen.
Wir ermitteln die Qualität einer Aktie deshalb mithilfe der boerse.de-Performance-Analyse. Die langfristige Kursbiografie einer Aktie gibt uns objektiv darüber Auskunft, wie erfolgreich ein Unternehmen in der Vergangenheit war. Die 100 besten nach dieser Methode ermittelten Werte erhalten den Titel „Champion“, die überwiegende Mehrzahl davon schüttet aus. Falls Sie sich selbst ein Portfolio aus Dividenden-Champions aufbauen möchten, finden Sie im
boerse.de-Aktienbrief konkrete Empfehlungen.
Sie sollten gut diversifizieren, denn „wer nicht streut, rutscht aus“. Für Anleger, die hier eine fertige Lösung suchen, haben wir mit dem
boerse.de-Dividendenfonds eine geeignete Alternative – wahlweise ausschüttend (1% im Quartal) oder thesaurierend.
Auf gute Investments!
Ihre
Katja Zacharias
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