Die Blase wächst und der Mittelstand gerät weiter in Bedrängnis

Dienstag, 25.06.19 15:57
Die Finanztransaktionssteuer á la Olaf Scholz trifft vor allem Privatanleger
von Prof. Dr. Max Otte
 
Olaf Scholz ist entschlossen, eine Finanztransaktionssteuer notfalls ohne Mitwirken der anderen EU-Staaten einzuführen. „Wenn auf internationaler Ebene keine Einigung darüber zu erreichen ist, dann soll Deutschland vorangehen“, zitierte unlängst der Spiegel einen engen Mitarbeiter von Scholz.

Bei Einführung der Steuer will sich Scholz an Frankreich und Großbritannien orientieren. In beiden Ländern werden Aktienkäufe – keineswegs der Handel mit Derivaten, werte Leser – bereits seit einigen Jahren besteuert.

EU-Politiker debattieren bereits seit 2011 über eine Börsensteuer. Ich selbst habe schon oft an diesen Debatten öffentlich und in kleinen Kreise teilgenommen.

Nach meiner Meinung bietet eine Finanztransaktionssteuer eine große Chance zur Entlastung der Normalverdiener und des Mittelstands
Kapital muss stärker, Arbeit weniger besteuert werden. Nach dem Modell, das ich bereits vor rund 10 Jahren vorgeschlagen hatte, wäre eine Finanztransaktionssteuer von beispielsweise 0,05 Prozent auf alle Finanzgeschäfte eine marktkonforme Maßnahme, die nachhaltige und langfristig orientierte Finanzgeschäfte gegenüber hochspekulativen Geschäften begünstigen würde. Da meine Form der Transaktionssteuer auf die gesamten Umsätze abstellte, würde sie vor allem Akteure treffen, die mit viel Fremdkapital arbeiten oder die ihr Vermögen häufig drehen. Eine solche Transaktionssteuer besteuerte also die spekulativen Aktivitäten. Kleinsparer hingegen würden kaum belastet.

Doch das Modell, so wie es Olaf Scholz nun ab 2021 plant, ignoriert explizit Credit Default Swaps, Optionsscheine, Zertifikate und all die anderen Derivate. Vollkommen zu Recht hat Warren Buffett diese Papiere einmal als finanzielle „Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet, die möglicherweise tödliche Gefahren für unsere gesamte Gesellschaft beinhalten.

Olaf Scholz will diese wachsende Blase jedoch nicht aufhalten
Stattdessen hat er es voll und ganz auf uns Privatanleger und Kleinsparer abgesehen.
Eine solche Finanztransaktionssteuer trägt rein gar nichts zur Gesundung unseres Finanzsystems bei. Ganz im Gegenteil: Sie ist nur eine weitere Form der finanziellen Repression.

Der Begriff „Finanzielle Repression‟ tauchte erstmals 1973 in den Büchern der Ökonomen Ronald McKinnon („Money and Capital in Economic Development‟) und Edward Shaw („Financial Deepening in Economic Development‟) auf. Doch das Instrumentarium selbst ist schon sehr viel älter. Extreme Formen der finanziellen Repression ließen bereits die Sparguthaben unserer Eltern und Großeltern schmilzen: 1919 war es die Inflation, 1948 und 1990 waren es Währungsumstellungen.

Beim Schuldenabbau in der Nachkriegszeit hat Finanzrepression auch für die USA eine entscheidende Rolle gespielt
Die damalige Regierung konnte zwischen 1945 und 1955 ihre Schuldenlast im Verhältnis zum BIP von 116 Prozent auf 66 Prozent reduzieren, während gleichzeitig die Realzinsen bei –0,8 Prozent und die Inflationsrate bei 4,2 Prozent lagen. Man darf hierbei allerdings nicht vergessen, dass der Wirtschaftsaufschwung größtenteils auf den Wiederaufbau zurückzuführen war und dass die private Verschuldung aufgrund vorteilhafter Demografie vergleichsweise niedrig war.

Anleger also, die ihr Geld auch in Zukunft auf Sparbüchern und Konten parken, bringen ihr Vermögen ernsthaft in Gefahr. Diese „Investments“ kosten Geld, weil sie der laufenden Geldentwertung viel zu geringe Zinsen entgegensetzen. Sie werden kontinuierlich Opfer der „finanziellen Repression‟, der schleichenden Enteignung namens „Inflation‟.

In einem solchen repressiven Umfeld, in dem nun auch Aktien politisch ins Visier genommen werden, kommt es mehr als je zuvor darauf an, an der Börse außerordentliche Renditen zu erwirtschaften. Mein Team und ich haben seit 2009 mehr als 10 Prozent Rendite pro Jahr für unsere Fonds-Investoren erwirtschaftet. Die Schwankungen der letzten Monate haben wir besser überstanden als die meisten Indizes und Konkurrenzfonds. Und in Phasen, in denen es aufwärts ging, haben wir sie deutlich outperformt.

Wir können Krise!
Und auch die Abonnenten meines Börsenbriefes Der Privatinvestor haben davon profitiert. Denn hier empfehlen wir die gleichen Unternehmen, die wir auch in den Fonds halten. Die Strategie ist dieselbe.

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte


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Den Titel als Dipl.-Volksw. erhielt Max Otte 1989 durch den erfolgreichen Abschluss des Studiums an der Universität Köln. 1991 erlangte er den Titel Master of Arts in Public Affairs an der...

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