E-Bike-Aktien auf der Überholspur - und warum ein Champion allen davonfährt

Freitag, 22.05.20 17:01
 
Seit dem Beginn der Corona-Pandemie scheint die Zahl der (E-)Biker sprunghaft gestiegen zu sein, denn plötzlich bilden sich - zumindest in meiner Stadt - zur Rushhour Staus an Fahrradampeln. Zum einen, weil Menschen in den meisten Industrieländern mehr freie Zeit als vor Corona haben, zum anderen, weil viele angesichts der Covid-19-Risiken ihr Leben endlich gesünder gestalten möchten. Da der Gang ins Fitnessstudio bis auf Weiteres keine Option darstellt, bleibt nur (Einzel-)Sport an der frischen Luft oder in den eigenen vier Wänden. Sehr zur Freude einiger börsennotierter Unternehmen aus der Bike- und Hometrainer-Branche...

Fahrradbranche gibt Gas


Während des Lockdowns boten die vorher als “Rentner-Rad” verspotteten E-Bikes plötzlich ungeahnte Vorteile: Das Infektionsrisiko auf dem Rad ist gegenüber Fahrten mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln deutlich geringer. Zudem konnten sich E-Biker trotz sozialer Isolation draußen bewegen, denn Einzelsport war in vielen Ländern sogar während der Ausgangsbeschränkungen erlaubt. Damit schlugen E-Biker gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie taten sich und der Umwelt etwas Gutes, entkamen dem Haus-Koller und sparten auch noch Geld für Nahverkehrsmittel oder Sprit.

Einmal auf den Geschmack gekommen, könnten viele Radfahrer auch nach Corona ihrem Hobby treu bleiben, was dem Branchentrend weiteren Rückenwind verleihen würde: Schon 2019 erzielte die deutsche Fahrradbranche gut 4,2 Milliarden Euro Umsatz - eine Steigerung von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen 2020 liegen freilich noch nicht vor, doch David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband ist optimistisch: „Wir sehen derzeit einen enormen Run auf die Fahrradläden. Ohne von einem Gewinner der Krise reden zu wollen, muss man festhalten, dass das Fahrrad gerade einen besonderen Moment erlebt“.

Ähnlich positiv entwickelte sich der Hometrainer-Markt: Die Aktie von Peloton, einem hochpreisigen Anbieter stationärer Fitnessbikes mit Bildschirm und eingebautem Videokurs-Abo, sprintet seit Mitte März von einem Höhepunkt zum nächsten.

E-Bike-Aktien im Windschatten der Pandemie?


Ein Momentum, von dem auch Anleger profitieren möchten. Zum Beispiel mit einer Investition in vier der bekanntesten, börsennotierten Branchenvertreter: KTM, Accell Group, Hometrainer-Produzent Peloton sowie Weltmarktführer Shimano.

KTM Industries (jetzt: Pierer Mobility) ist ein bekannter österreichische Motorrad- und Sportwagenbauer, der auch eine Fahrradsparte mit einer großen Auswahl an hochwertigen E-Bikes führt. Allerdings musste KTM seit Jahresbeginn gegen den Trend Federn lassen: Die Aktie notiert u.a. aufgrund von Lieferkettenproblemen und damit verbundenen Werksschließungen bis dato 28 Prozent im Minus.

Die niederländische Accell Group ist der führende europäische Fahrradhersteller mit bekannten Marken wie Ghost, Haibike, Lapierre, Koga, Batavus und Raleigh. Zwar stürzte die Accell-Aktie zwischen Ende Februar und Ende März von rund 29 Euro auf 12 Euro ab, da das Unternehmen mit Lieferproblemen und Umsatzeinbußen zu kämpfe hatte. Allerdings erholte sich das Wertpapier innerhalb der vergangenen vier Wochen deutlich und es bleibt abzuwarten, wo die Reise hingeht.

Hometrainer-Hersteller Peloton verdient nicht nur am Verkauf hochpreisiger Laufbänder und Spinningräder, sondern auch an den Abos für Live-Trainingsprogramme via Streaming. Der Gesamtumsatz in den Monaten Januar bis März 2020 stieg dank Corona auf 524,6 Millionen Dollar - ein Plus von 66 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres 2018/2019. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Peloton-Aktie seit Jahresbeginn über 50 Prozent an Wert gewann.

Trotz des positiven Marktsentiments rund um Bike- und Hometrainer-Aktien bleibt abzuwarten, wie sich die Verkaufszahlen Post-Corona entwickeln. Schließlich brauchen Menschen nur alle paar Jahre oder sogar Jahrzehnte ein neues Rad und der Hometrainer könnte nach der Pandemie schnell zum Staubfänger werden.

Allerdings muss man das Rad keineswegs immer neu erfinden: Viele Aktienbrief-Leser haben Champion Shimano schon seit Oktober 2012 “auf dem Schirm” und freuen sich seit der Erstempfehlung über eine Rendite von +251 Prozent! Wobei der Gipfel möglicherweise noch nicht einmal erreicht ist, denn Schaltung und Bremsen des Weltmarktführers für Fahrradkomponenten “stecken” in fast jedem Bike. Was viele zudem nicht wissen: auch Angelzubehör und Snowboard-Bindungen tragen oft den Shimano-Schriftzug. Das japanische Unternehmen ist ein typisches Beispiel dafür, dass wir bei der Championauswahl, die Sie in Ihrer aktuellen Aktienbrief-Gratisausgabe finden, Weltmarktführer herausfiltern, die der Konkurrenz davon fahren. Mit infolge langfristig steigenden Kursgewinnen...

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de
Miss boerse.de liest lieber Wirtschaftszeitungen als Illustrierte und kauft Amazon-Aktien statt neuer Schuhe. Unsere Autorin schreibt in ihrer Kolumne tagesaktuell über Ereignisse aus der...
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