Facebook: Endlich etwas Positives im Newsfeed?

Montag, 18.10.21 15:05
Vor rund zwei Wochen herrschte bei uns zu Hause absoluter Ausnahmezustand: Gegen Abend wurde ich leicht nervös, weil eine WhatsApp-Nachricht nicht zugestellt wurde (hat mich der Empfänger blockiert? Ist unser WiFi ausgefallen?). Kurz darauf stürmte mein Sohn wutentbrannt ins Wohnzimmer, weil sein Insta-Account nicht mehr funktionierte und der Videocall mit seiner Freundin unterbrochen wurde. Dank Google war die Ursache schnell gefunden: Bei der Facebook-Familie hing der Haussegen schief.

Aufgrund einer Konfigurationsänderung waren weltweit 3,5 Milliarden Nutzern rund sechs Stunden lang “von der Außenwelt abgeschnitten”, da sowohl WhatsApp, als auch Facebook und Instagram offline waren. Durch den Ausfall entstand dem Social Network ein Schaden in Millionenhöhe, weil jede Stunde über zehn Millionen Dollar an Werbeeinnahmen verloren gingen. Die Anleger reagierten prompt und die Facebook-Aktie gab innerhalb weniger Stunden zeitweise mehr als fünf Prozent nach. Mittlerweile ist die Störung zwar längst behoben, doch Anleger scheinen dem Frieden nicht zu trauen: Innerhalb der vergangenen vier Wochen stehen nun -9% auf der Kurstafel. Handelt es sich hierbei um eine kleine Korrektur oder droht der Aktie nach jahrelangen Gewinnen möglicherweise weiteres Ungemach?

Facebook im Visier der Regulierer und Datenschützer


Ebenfalls Anfang Oktober hatte die ehemalige Facebook-Managerin und Whistleblowerin Frances Haugen für weiteres Negativimpulse gesorgt. Sie warf dem “sozialen” Netzwerk unter anderen vor, es habe aus internen Studien gewusst, dass Instagram der psychischen Gesundheit von Teenagern schade - aber nichts dagegen unternommen, weil Profit vor ethischen Grundsätzen ginge.

Schon seit Jahren steht Facebook-Chef Mark Zuckerberg wegen Fake-News, Datenschutzproblemen und der negativen Auswirkungen von Posts und Influencern auf die psychische Gesundheit der überwiegend jungen Zielgruppe in der Kritik. Das angeschlagene Image könnte mittelfristig dazu führen, dass sich Facebook-Werbekunden umorientieren und ihr Budget zu Konkurrenten wie Snap, Twitter, TikTok oder YouTube (Alphabet) umschichten.

Neben fragwürdigen Inhalten ruft die Marktmacht von Facebook, Instagram und WhatsApp auch immer mehr Aufsichtsbehörden auf den Plan. In den USA und der Europäischen Union wird deshalb über eine stärkere Regulierung polarisierender Inhalte sowie personalisierter Werbung und sogar über die Aufspaltung des Konzerns diskutiert.

Das Metaverse solls richten


In diesem Kontext wirkt die Ankündigung Facebooks, innerhalb der kommenden fünf Jahre 10.000 neue Arbeitsplätze in der EU zu schaffen, fast schon wie ein Beschwichtigungsversuch. Die europäischen Fachkräfte sollen Facebook beim Aufbau des sogenannten “Metaverse” unterstützen. Darunter versteht der Konzern eine virtuelle Plattform, auf der physikalische Realität mit augmented reality (AR) und virtueller Realität (VR) zu einer neuartigen Cyberwelt verschmelzen sollen. Laut Facebook ist die EU für dieses Vorhaben prädestiniert, denn "hier tragen Tausende von Mitarbeitenden und Millionen von Unternehmen, die unsere Apps und Tools täglich nutzen, zu unserem Erfolg bei."

Ob es Facebook irgendwann in die Top-Liga der langfristig erfolgreichsten Aktien der Welt - den 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions - aufsteigen wird, bleibt aufgrund der herausfordernden Marktsituation abzuwarten. In der Zwischenzeit vertrauen Sie besser dem jahrzehntelang erprobten Algorithmus der Performance-Analyse, die für Sie die besten und sichersten Aktien aus dem Börsenuniversum herausfiltert. Welche das sind, erfahren Sie in zwei boerse.de-Aktienbrief-PDFs, die Sie hier kostenlos und unverbindlich anfordern können.

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