Gamestopper GameStop? Ein Börsenhype mit Folgen

Donnerstag, 04.02.21 17:14
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

die Finanzwelt erlebte in den vergangenen Wochen einen geradezu historischen Kampf zwischen Internet-Tradern und Leerverkäufern: Der Aktienkurs von GameStop, einer US-Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware, explodierte innerhalb weniger Tage um bis zu 1700%. Und das, nachdem die GameStop-Aktie in den vergangenen zehn Jahre von rund 20 Euro Ende 2011 auf nur noch 2,63 Euro (April 2020) gefallen war.

Zu der unglaublichen Kurs-Rallye kam es jedoch nicht etwa, weil das Unternehmen sensationelle Bilanzkennzahlen veröffentlicht oder von Übernahmegerüchten profitiert hatte, sondern ganz einfach, weil sich Privatanleger in einer Art „Flashmob” zum GameStop-Aktienkauf verabredet hatten.

Kleinanleger bringen Hedgefonds ins Straucheln

Dabei handelte es sich um die sogenannte „Re-Occupy Wall Street"-Bewegung, die sich in Foren und Apps gegen professionelle Shortseller verbündet. Das Ziel: Hedgefonds wie Citron Research und Melvin Capital, die massiv auf fallende Kurse von GameStop gewettet hatten, sollten zu einem Short Squeeze gezwungen werden. Sprich: ihre Wette auf fallende Kurse der GameStop-Aktie auflösen und das Papier zum aktuellen Börsenpreis kaufen – was bei der Masse an geshorteten Papieren einen weiteren Kurssprung auslöst und Anlegern erneute Kursgewinne beschert.

Einige Hedgefonds verbuchten deshalb Milliardenverluste. Und es ist davon auszugehen, dass die Kleinanleger-Revolte noch weitere Unternehmen betreffen wird, die geschäftlich in schwerem Fahrwasser verkehren und deshalb zur Zielscheibe von Hedgefonds wurden.

Wie gewonnen, so zerronnen

In den vergangenen Tagen erlebten u. a. auch AMC Entertainment und die Handy-Dinos Blackberry und Nokia das Re-Occupy-Wallstreet-Beben. Doch wie so oft folgte auf den Höhenflug ein teils heftiger Absturz: Wall Street-Aktivisten, die in der vergangenen Woche ihren Angriff auf die Hedgefonds organisiert und damit den Kurs der genannten Unternehmen in die Höhe getrieben hatten, verbuchten diese Woche größtenteils herbe Verluste. Die Kursexplosionen von GameStop und anderen „Hype-Aktien” sollte deshalb nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Risiken beim kurzfristigen Handeln enorm und im Kern nur mit einem Casinobesuch vergleichbar sind.

Deshalb: Setzten Sie nicht auf „Rot” oder „Schwarz”, sondern investieren Sie nachhaltig – und zwar in Champions.

Auf gute Investments!
Ihr

Markus Schmidhuber
boerse.de-Contentmanager

Markus Schmidhuber ist seit 2010 Content Manager bei boerse.de – dem ältesten Finanzportal Europas und mit über einer Million monatlicher Nutzer eines der führenden Börsenportale. In dieser...


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