Gold als sicherer Hafen auch in Krisen

Donnerstag, 23.04.20 11:02

Warum ein fünf- bis zehnprozentiger Anteil an physischem Gold sowie an guten Goldminenaktien, ETCs und Aktienfonds auch im Corona-Crash nicht schaden kann.

Gold als Krisenwährung ist aktuell wieder gefragt. Der Preis für physisches Gold in Form von Barren ist auf ein Zwischenhoch geklettert. Die Kurse von Goldaktien, jahrelang in einen Dornröschenschlaf abgetaucht, haben sich deutlich erholt. Sie liefern charttechnische Kaufsignale und dürften ihren Aufwärtstrend fortsetzen. Der Goldpreis steigt Mitte April 2020 in der Spitze auf knapp 1.750 US-Dollar je Feinunze. In Euro markierte das Edelmetall ein neues Rekordhoch auf 1.600 € je Feinunze. Auch in wichtigen Goldländern wie Indien, Türkei und zuletzt auch in China erreicht der Goldpreis Rekordniveaus.

Gold profitiert von den großen Unsicherheiten rund um die Corona-Virus-Pandemie, mögen sich die Aktienmärkte derzeit auch viel freundlicher zeigen, als es die Sorge und Furcht vor starker Rezession und später möglicherweise auch Hyperinflation eigentlich erwarten ließen und gerechtfertigt erschien. Von dieser zwischenzeitlichen Erholung profitiert nicht nur physisches Gold als Barren unterschiedlicher Größe und als Gold-Anlagemünzen, sondern neben den Goldminen-Aktien auch Gold-ETCs. Die physisch unterlegten Gold-ETCs verzeichnen besonders hohe Zuflüsse mit einem Anstieg von knapp 300 Tonnen und führten zu einem Rekordniveau von 3.185 Tonnen. Der Absatz von US-Goldmünzen schaffte nach langer Durststrecke mit 151,5 Tausend Unzen das höchste Niveau seit 2015.

Die Prognosen der Raiffeisen Bank International für die Entwicklung der Feinunze Gold in Euro bewegen sich auf aktuell 1.667 € für das zweite Quartal 2020, auf 1.681 € für das 3. Quartal und 1.770 € zum Jahresschluss. Ab 2021 wird eher ein leichter Preisrückgang erwartet.

Steckbrief Gold: Es gibt wohl keinen Rohstoff, der so fasziniert und um den sich so viele Mythen ranken wie bei Gold. Es kommt in Minen (Berggold) und fließenden Gewässern (Waschgold) als Körner und Nuggets vor. Gold als dehnbarstes Metall ist zu Blattgold und Goldfolien verarbeitbar. Ein Gramm Gold lässt sich zu einem Blatt von einem Quadratmeter ausdehnen. Gold dient den Notenbanken als Währungsreserve und ist eine Angstwährung bei Crashgefahr. Zudem ist Gold als Schmuck begehrt



Bei angespanntem Börsenklima: Edelmetallbarren ins Depot 


Das erste im Umlauf befindliche Metallgeld in Barrenform gab es vor 2.000 Jahren. Die heutige praktische Barrenform erlaubt das Lagern in großen Mengen. Die Feinheit muss hoch sein, bei Gold und Platin mindestens 995 und bei Silber 999. Der Hersteller prägt sein Logo und die Herstellungsnummer auf den Barren. Je mehr er wiegt, umso geringer ist der Preisaufschlag. Dennoch sollten Sie sich nicht den größten Goldbarren zulegen. Kleinere Barren ermöglichen Teilverkäufe.

Ein Edelmetallbarren geht nicht pleite. Die physische Anlage dient vorrangig dem Werterhalt und ist weniger auf Rendite ausgerichtet. Je stärker der Dollar bzw. schwächer der Euro, umso höher ist der in Dollar berechnete Fein-Unzenpreis. Ihre Gold- und Platinbarren können Sie im Bankschließfach oder eigenen Tresor lagern. Wo wollen Sie dagegen einen Zentner Silber sicher verwahren?

Experten empfehlen, vom Vermögen 5 bis 10 % in physisches Edelmetall anzulegen und evtl. weiteres Geld in Minenaktien, Edelmetallfonds und ETC zu investieren. Gold-, Silber- und Platinbarren können Sie bei Ihrer Hausbank erwerben, ebenso bei spezialisierten vertrauenswürdigen Edelmetallhändlern. Der bekannte Vermögensverwalter und Fondsmanager Dr. Jens Ehrhardt setzt auch auf preiswerte Goldaktien.

Anlagemünzen aus Edelmetall als Alternative zu Barren

Kennen Sie Sachwerte, die enger mit der Geschichte der Menschheit verbunden sind als Münzen? Die ersten als Zahlungsmittel dienenden Münzen wurden vor mehr als 2.000 Jahren geprägt. Es gibt noch alte römische Münzen, die vielleicht sogar Kaiser Cäsar angefasst hat. Kann eine Geldanlage spannender sein?

Anlagemünzen aus Gold. Wer über genug Geld verfügt, wählt sicherlich Gold-, Silber- und Platinbarren. Hier ist der Aufschlag auf den reinen Metallwert am geringsten. Wer Sammlerblut in seinen Adern verspürt und Gefallen an kunstvoll geprägten Münzen in „polierter Platte“ (Proof) findet, wird gern Sammlerexemplare erwerben.

Anlagemünzen aus Silber. Ein Magazin brachte die Schlagzeile „Silber als Komet am Anlagehimmel!“ Davon ist derzeit allerdings noch wenig zu spüren. Silber wird zu Schmuck verarbeitet und als Industriemetall in der Lebensmitteltechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Pharmazie, Medizin, Medizintechnik und Optik eingesetzt. Silber gilt als „Gold des kleinen Mannes“.

Anlagemünzen aus Platin. Lange Zeit wurde der wahre Wert von Platin falsch eingeschätzt. Spanier entdeckten das eher seltene Edelmetall bei der Goldwäsche. Platin ist für die Anlage in Barren und Münzen, als Schmuck und Industriemetall begehrt und bei gleichem Gewicht nun billiger als Gold. Beliebt sind der australische Koala, ein putzig aussehender Beutelbär mit wechselnden Motiven, der chinesische Panda und das stolze „Wikinger Schiff“ der Insel Man.



Der Teil II bringt die Vorteile, aber auch die Gefahren, die mit Anlagemünzen verbunden sein können und schlüsselt Ihnen wichtige Goldminen-Aktien, ETCs und zwei Aktienfonds auf.



Beate Sander ist Bestseller-Autorin und hat mittlerweile über 50 Fachbücher zum Thema Börse und Geldanlage veröffentlicht. Der "Aktien- und Börsenführerschein" zählt sogar zu den TOP 10 Wirtschaftsbüchern aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.




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Beate Sander startete ihre Börsenkarriere erst im Alter von 59 Jahren und wurde wenige Jahre später Börsen-Millionärin. Sie war eine gefragte Kolumnistin, Moderatorin und Interviewpartnerin und...

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