Grundrente 2021: Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig

Mittwoch, 17.02.21 08:52
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

„Die Rente ist sicher” ist ein Zitat von Dr. Norbert Blüm aus den späten 80er-Jahren, das vielen noch in Erinnerung sein dürfte. Doch so „sicher” sie auch sein mag – nur allzu oft reicht die Rente kaum zum Leben aus, obwohl lange gearbeitet wurde. Die knappe Alterssicherung sorgt – zusammen mit dem demografischen Wandel – für eine hohe Armutsgefährdungsquote in der deutschen Bevölkerung ab 65 Jahren. Seit 2005 stieg diese um rund 4,7 Prozentpunkte. Im vergangenen Jahr waren 15,7% der Senioren von drohender Altersarmut betroffen, wobei sich die Situation aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit einhergehenden Konjunktur- und Arbeitsmarkteinbruch noch zuspitzen dürfte.

Kritik an der Grundrente

Um Altersarmut vorzubeugen bzw. zu lindern, hat die Regierung – nach jahrelangen Diskussionen – seit 1. Januar 2021 die neue Grundrente eingeführt, die allerdings erst ab Mitte des Jahres oder noch später ausgezahlt wird. Sie soll Arbeitsminister Hubertus Heils Versprechen Rechnung tragen: Wer Jahrzehnte gearbeitet hat, muss mehr haben als jemand, der nie gearbeitet hat.

Die neue Grundrente wäre im Kern eine richtige und wichtige Maßnahme. Doch Forscher kritisieren, dass sie zum einen mit durchschnittlich 75 bis 80 Euro monatlich für 1,3 Millionen Menschen viel zu gering bemessen ist. Zum anderen schafft die Grundrente „zwei Arten neue Ungerechtigkeiten”, wie Rentenexperten des Max-Planck-Instituts für Sozialrecht und Sozialpolitik (MPISOC) in München in einer aktuellen Studie erklären. Demnach hat knapp ein Viertel der als arm eingestuften Rentnerinnen und Rentner keinen Anspruch auf die Grundrente. Zum Beispiel, weil die mindestens 33 Jahre Grundrentenzeit nicht erreicht werden oder das Einkommen zu niedrig war.

Paradoxerweise können jedoch laut Studie viele Menschen eine Grundrente von bis zu 400 Euro monatlich beziehen, die keineswegs arm sind, da das eigene Vermögen, wie z.B. Lebensversicherungen, Goldbarren oder das Eigenheim, nicht angerechnet wird.

Die Rentenlücke bleibt bestehen

Ob die neue Grundrente deshalb tatsächlich da ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird, ist fraglich. Und selbst wenn, reicht das monatliche „Extra” von im Schnitt unter 100 Euro wohl kaum aus, um eventuelle Rentenlücken zu schließen. Was bleibt, ist die private Altersvorsorge. Dabei spielen aufgrund der amtierenden Nullzinsära Sachwerte wie Aktien und Fonds eine tragende Rolle. Denn während das Spargeld auf dem Konto der Inflation und immer öfter erhobenen Strafzinsen zum Opfer fällt, erzielen Dax und Dow Jones in der historischen Rückrechnung im Mittel 9% Rendite p.a.

Für Investoren errechnet sich daraus eine attraktive Gewinnperspektive: Ein Anlagebetrag von 10.000 Euro würde innerhalb von nur fünf Jahren auf stattliche 15.386 Euro anwachsen. Noch besser wäre die Renditeperspektive mit einem Sparplan: Bei 9% Rendite p.a., einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro und einer thesaurierenden Anlageform würden aus 10.000 Euro innerhalb von fünf Jahren 22.918 Euro. Und nach 33 Jahren stünden knapp 400.000 Euro auf dem Depotkonto.

Deshalb: Verlassen Sie sich nicht auf die „sichere” (Grund-)Rente, sondern sorgen Sie vor. Ganz einfach mit dem sparplanfähigen boerse.de-Weltfonds – dem perfekten, risikoreduzierten Mischfonds für Ihren Ruhestand.

Ich wünsche Ihnen einen entspannen, erfolgreichen Börsentag,

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Miss boerse.de liest lieber Wirtschaftszeitungen als Illustrierte und kauft Amazon-Aktien statt neuer Schuhe. Unsere Autorin schreibt in ihrer Kolumne tagesaktuell über Ereignisse aus der...
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