Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
trotz (oder mitunter wegen) der Corona-Pandemie war 2020 ein sehr akzeptabler IPO-Jahrgang. Nachdem das erste Halbjahr eher schwach verlaufen war, konnte sich das Emissionsvolumen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Weltweit spielten 447 IPOs ein Emissionsvolumen von insgesamt 95 Milliarden Dollar in die Taschen, weshalb Q3 laut einer aktuellen Studie das stärkste, dritte IPO-Quartal in den vergangenen 20 Jahren war. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Börsengänge um 78%. Eine angesichts der Umstände erstaunliche Entwicklung zumal man denken könnte, dass sich Unternehmen in unsicheren Zeiten wie diesen nicht aufs Parkett wagen. Doch das Gegenteil war der Fall: Die enorme Liquidität an den Märkten sowie die pandemiebedingte Digitalisierungswelle führten dazu, dass (Tech-)Konzerne das überwiegend positive Börsensentiment 2020 zu ihren Gunsten nutzen wollten.
So zum Beispiel der US-Essenslieferdienst DoorDash, dessen Aktienkurs nach einem furiosen IPO am 9. Dezember 2020 jedoch wieder zweistellig einbrach, der Zimmervermittler Airbnb (IPO: 10. Dezember 2020) und natürlich Corona-Impfstoffhersteller CureVac, der mit zweistelligen Kursgewinnen seit dem Börsenstart am 14. August 2020 aufwartet.
Auch 2021 könnte für IPO-Spekulanten wieder ein paar interessante Überraschungen parat haben:
Bumble So zum Beispiel die Dating-App Bumble, die Anfang 2021 einen sechs bis acht Milliarden Dollar schweren Börsengang plant. Die „Dating, Freunde und Netzwerk”-Plattform wurde 2014 gegründet, ist in 150 Ländern verfügbar und mit weltweit rund 100 Millionen Nutzern aktuell die Nummer zwei nach Tinder auf dem US-Markt. Eine Besonderheit, die Bumble von anderen Dating-Apps unterscheidet ist, dass Frauen immer den ersten Schritt bei der Kontaktaufnahme machen müssen, wodurch die traditionellen Geschlechterrollen aufgeweicht werden. Ein Erfolgskonzept, das durch die Corona-Pandemie noch Rückenwind erhielt: 2020 stieg die Nutzerzahl um 25% und das Unternehmen wird aktuell mit acht Milliarden Dollar bewertet (Vorjahr: drei Milliarden Dollar).
AboutYou Der ebenfalls 2014 gegründete Hamburger Onlinemodehändler plant für März 2021 den Börsengang. Das Tochterunternehmen der Otto-Group strebt dabei Emissionserlöse von 300 Millionen Euro und eine Marktbewertung von drei Milliarden Euro an. Ambitioniert aber nicht unrealistisch, zumal der Zalando-Konkurrent eine gute Ausgangsposition hat: AboutYou führt mehr als 2000 unterschiedliche Modemarken, die aktuell schon in 15 europäischen Ländern über eine Shopping-App angeboten werden, die 75% des Umsatzes generiert. Dabei wächst das Unternehmen konstant: 2019 erwirtschaftete AboutYou 739 Millionen Euro – 62% mehr als im Vorjahr. 2020 sollen es 1,1 Milliarden Euro werden, wobei der Modehändler zumindest auf dem deutschsprachigen Markt nach eigenen Angaben profitabel ist.
Auto1 Mit dem Berliner Start-up Auto1 (wirkaufendeinauto.de, Autohero) plant noch ein deutsches Unternehmen in diesem Jahr den Börsengang und möchte damit eine Milliarde Euro frisches Kapital aufzunehmen. Auto1 könnte dann mit bis zu fünf Milliarden Euro bewertet werden – was den japanischen Investor Softbank wahrscheinlich besonders freuen würde.
Auch die Geschäftszahlen klingen vielversprechend. Demnach hat der Online-Autohändler im dritten Quartal 2020 knapp 120.000 Autos verkauft, 769 Millionen Euro Umsatz gemacht und dabei einen operativen Gewinn von 16 Millionen Euro erzielt. „Es ist das erste Mal, dass wir so deutlich in den schwarzen Zahlen gelandet sind“, kommentierte Firmenmitgründer Christian Bertermann die Bilanzkennzahlen.
Unterm Strich lässt sich sagen: IPO-Spekulationen sind zweifelsohne eine spannende Angelegenheit – die sich jedoch nicht für den langfristigen Vermögensaufbau eignen, da Börsenneulinge erst einmal ihre Anlagequalität unter Beweis stellen müssen.
Champions-Aktien blicken dagegen bereits auf eine mindestens zehnjährige, erfolgreiche Kurshistorie zurück und eignen sich deshalb bestens als Depotbasis. Wie auch Sie mit Champions-Aktien 2021 Börsenerfolge feiern können, erfahren Sie im boerse.de-Aktienbrief (
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Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,
Ihre Miss boerse.de