Nio: Wie viel Power hat der Tesla-Konkurrent auf der Langstrecke?

Montag, 18.01.21 14:11
Der chinesische Tesla-Jäger Nio beeindruckt mit einer sehenswerten Kursperformance: Innerhalb der vergangenen 12 Monate stehen +1.211% zu Buche, wobei die Nio-Aktie vergangene Woche ein frisches All Time-High markierte. Manche Börsianer dürften sich deshalb fragen, ob Nio den Zenit bereits überschritten hat – oder trotz der aktuell sportlichen Bewertung eine Investition wert ist…

Austausch-Akku als USP


Werfen wir zunächst einen Blick auf Nios technische Alleinstellungsmerkmale: Akku und Reichweite. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Branchenprimus Tesla oder Newcomer BYD “fährt” Nio zweigleisig. Zum einen verfügt der Konzern in China über beliebte Akkuwechselstationen, an denen Kunden gegen eine Abogebühr leere gegen volle Batterien austauschen lassen können und so innerhalb von Minuten wieder “vollgetankt” sind. Zum Batterietausch stehen an den Wechselstationen 70 kWh und 84 kWh-Batterien zur Verfügung, zukünftig soll es auch eine 100 kWh-Option geben. Des Weiteren können Kunden ihre Batterie updaten und auf eine höhere Kapazität aufrüsten.

Zum anderen arbeitete Nio an einer neuen “Super-Batterie”, die 2022 auf den Markt kommen soll. Ein 150-kWh-Feststoff-Akku könnte E-Autos dann 1000 Kilometer Reichweite ermöglichen und sogar bei älteren Nio-Modellen nachgerüstet werden.

Positive Signale vom Nio Day


Im Rahmen des „Nio Day" enthüllte Konzernchef William Li vor rund einer Woche die erste Limousine, die mit dem Super-Akku ausgestattet sein soll: den ET7. Bislang fokussierte sich Nio auf Premium-SUVs, die sich in China wachsender Beliebtheit erfreuen.

Mitunter dank der starken Erholung der chinesischen Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch verkaufte Nio allein im vierten Quartal 2020 17.353 Stromer, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 111% entspricht. Im Gesamtjahr 2020 waren es 43.728 Autos - ein Plus von 112,6%. Nio-Gründer und -CEO William Bin Li kommentierte das herausragende Geschäftsjahr 2020 mit den Worten: "Diese Ergebnisse sind auf die wachsende Bekanntheit unserer Premiummarke, die wettbewerbsfähigen und überzeugenden Produkte und Dienstleistungen, das wachsende Vertriebsnetz und vor allem auf die kontinuierliche Unterstützung durch unsere leidenschaftliche und loyale Benutzergemeinschaft zurückzuführen."

Das war jedoch nicht immer so: Gleich nach dem Börsengang im September 2018 geriet Nio in finanzielle Schwierigkeiten, die das Unternehmen an den Rand des Ruins trieben. Zwar hat sich die finanzielle Situation des E-Auto-Herstellers aktuell deutlich gebessert, doch der Wettbewerbsdruck durch Tesla und chinesische Konkurrenten dürfte in den kommenden Monaten noch weiter zunehmen.

Klar ist, dass E-Auto-Aktien auch weiterhin mit viel “Drive” unterwegs sein werden. Welche Hersteller langfristig der Konkurrenz davonfahren, lässt sich jedoch aktuell kaum prognostizieren.

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Ihre Miss boerse.de

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