Tesla nachbörslich +5 Prozent: Elon Musk gelobt “Rekordquartal”

Mittwoch, 12.06.19 10:46
Tesla-Ladesäule

Die Tesla-Aktie machte gestern nachbörslich mit einem Kursgewinn von rund fünf Prozent endlich wieder Boden gut. Das war auch dringend nötig, denn: seit Jahresbeginn mussten Investoren des E-Auto-Pioniers bereits 35 Prozent Verlust verdauen. Auslöser für den gestrigen Kurssprung war mal wieder Tesla-Chef Elon Musk, der während der Hauptversammlung ein “Rekordquartal” prophezeite. Verwunderlich, zumal der Elektroautohersteller im Auftaktquartal mit haushohen Verlusten und weit weniger Auslieferungen zu kämpfen hatte, als geplant. Ist das gestrige Tesla-Feuerwerk also nur ein Strohfeuer oder der Beginn einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung?

Tesla will liefern
Früheren Angaben zufolge erwartet Tesla für das zweite Quartal 2019 die Auslieferung von 90.000 bis 100.000 Elektroautos (nach 63.000 Stück im ersten Quartal). Im Gesamtjahr will der E-Auto-Hersteller 360.000 bis 400.000 Fahrzeuge absetzen. Worauf Elon Musk seinen Optimismus konkret stützt, blieb gestern allerdings weitgehend unklar. Er erklärte Aktionären lediglich: „Ich möchte eines klarstellen: Es gibt kein Nachfrage-Problem“, sagte er. Die Verkäufe hätten die Produktion bei Weitem übertroffen. „Und die Produktion war ziemlich gut“. Doch genau in diesem Punkt scheiden sich momentan die Geister. Manchen Analysten zufolge steigerte der Autobauer im Mai seinen US-Absatz um 82 Prozent auf 16.350 Einheiten, wobei diese Zahl ganze 13.950 Stück des Hoffnungsträgers Model 3 beinhalten soll. Ältere Modelle wie das Model S oder Model X blieben dagegen angeblich “auf der Strecke”.

Raus aus der Verlustzone?
Eben diese Abhängigkeit von einer Modellreihe, gepaart mit der Konjunkturabkühlung und gleichzeitig wachsender Konkurrenz, bereitet einigen Analysten Kopfzerbrechen. Sie zweifeln daran, ob Elon Musks Versprechungen tatsächlich realisierbar, oder nur als temporäre “Beruhigungspille” für Aktionäre gedacht sind. Und selbst wenn Tesla seine Produktions- und Absatzziele diesmal wirklich erreicht, so stellt sich doch noch die Frage, ob auch wichtige Kennzahlen wie Marge und Gewinn “stimmen”. Denn: noch im Auftaktquartal waren die Auslieferungen um 31 Prozent eingebrochen, was zu einem Nettoverlust von 702 Millionen Dollar führte. Unter anderem deshalb war das Unternehmen dazu gezwungen, Anfang Mai 2,7 Milliarden Dollar frisches Kapital aufzunehmen, obwohl Konzernchef Musk vergangenes Jahr noch vollmundig erklärt hatte, Tesla habe keine weitere Geldspritze mehr nötig. Ob Anleger seinen Worten diesmal Glauben schenken sollten?

Ich habe da so meine Zweifel. Einerseits, weil Tesla sowohl intern als auch extern mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen hat. Andererseits, weil manche Skeptiker, wie beispielsweise Physiker Harald Lesch, die Zukunft nicht im Elektroauto, sondern in Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen sehen.

Wie dem auch sei - in jedem Fall sollten Sie Investments in alternative Energien immer als spekulative Depotbeimischung sehen, denn momentan kann niemand vorhersehen, welche Technologie und welche Unternehmen sich langfristig am Markt behaupten werden. Deshalb: Stellen Sie ihre Vermögensplanung auf ein stabiles Fundament bestehend aus Defensiv-Champions und den 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions - den langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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