Wahrlich keine Eintagsfliege

Dienstag, 30.06.20 08:44

Der 11. Juli 1990 bedeutete für die Finanzindustrie einen Meilenstein. Just an diesem Tag startete der Handel mit sogenannten DAX-Participations, kurz „DAX-PS“ oder auch „Partizipationsscheine auf den Deutschen Aktienindex“. Die Dresdner Bank emittierte das erste Produkt, dessen Erfolgsgeschichte bis heute anhält. Fortan konnten Anleger direkt in einen Index investieren.

Die Bedeutung dieser Finanzinnovation ist immens, zumal Indizes als Basiswert auch heutzutage noch sehr gefragt sind und sich in vielen Portfolien wiederfinden. Die Mindestordergröße betrug damals 50 DAX-Participations, umgerechnet ungefähr 10.000 DM. Mit dem „DAX-PS“, dessen Laufzeit nach einer einmaligen Verlängerung um 5 Jahre am 15. September 2000 auslief, wurden zuvorderst institutionelle Investoren angesprochen, weniger Privatanleger.

Das Produkt traf den Nerv der Zeit, viele Emissionshäuser legten vergleichbare Indexzertifikate auf. In einer zunehmend schnelllebigen, globalisierten Welt galt es, rasch sich ändernde Marktentwicklungen aufzunehmen und neue Produkte zu emittieren. Ob nun „A“ wie Afrika bis hin zu grünen Themen wie Wasser, nahezu alles war mit Indexzertifikaten abbildbar und möglich.

Der Anleger profitiert bis heute von dieser Produktvielfalt und die Banken können schnell und vergleichsweise preiswert neue Stories spielen. Dabei helfen ihnen mitunter Indexkonstrukteure wie Standard & Poor‘s, Stoxx oder Solactive. Die Geschichte der Indexzertifikate ist noch nicht zu Ende geschrieben. Sie besitzen Marathon-Qualitäten.

Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der...
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