Wasserstoff-Aktien: Warum Anleger nicht mit dem Strom schwimmen sollten

Mittwoch, 03.09.25 15:21

Die Vision einer klimaneutralen Industrie hat das Thema Wasserstoff schon zu Beginn der 2000er-Jahre ins Rampenlicht gerückt. Seither erleben die Aktien von Branchenvertretern wie Nel ASA und Plug Power abhängig von der Nachrichtenlage immer mal wieder kurze Hochphasen. So auch im ersten Halbjahr 2025, in dem sich Medienberichte zu den Wasserstoffplänen großer Industrieunternehmen häuften. Davon sollten sich Börsianer jedoch nicht zu riskanten Investments verführen lassen, wie der boerse.de-Performance-Check zeigt.

 

Weltweite Förderung trägt noch wenig Früchte

 

Deutschland, die EU und zahlreiche Staaten weltweit fördern den Ausbau einer tragfähigen, „grünen“ Wasserstoff-Infrastruktur mit Milliardenprogrammen. Dennoch stammen laut Angaben der Internationalen Energieagentur derzeit erst weniger als ein Prozent der weltweiten Wasserstoffproduktion aus klimafreundlichen Quellen. Zudem ist von den bis 2030 angekündigten, umfangreichen Elektrolyseprojekten nur ein Bruchteil tatsächlich finanziert und auf dem Weg zur Umsetzung. Die Skalierung und der Aufbau eines effizienten Wasserstoff-Ökosystems sind jedoch für börsennotierte Unternehmen wie Nel ASA oder Plug Power von zentraler Bedeutung. Denn sie hängen am Tropf der politischen Förderung, da sie der Markt bislang nicht nachhaltig trägt.

 

Bei Nel und Plug Power ist das Glas halbleer

 

Die zwei bekannten, börsennotierten Wasserstoff-Pure-Player zeigen in ihren jüngsten Bilanzen ein entsprechend von roten Zahlen dominiertes Bild. Nel ASA aus Norwegen meldete im zweiten Quartal 2025 beispielsweise einen Umsatzrückgang von fast 40 Prozent auf 215 Millionen Kronen und ein EBITDA von minus 86 Millionen Kronen. Der Auftragsbestand schrumpfte um 40 Prozent, was als ein Warnsignal in einem ohnehin schwierigen Umfeld interpretiert werden sollte. Doch damit nicht genug: Die Aktie erhält aufgrund der Zehn-Jahres-Rendite von im Mittel -4% p.a., einer Gewinn-Konstanz von 61% und der hohen Verlust-Ratio von 6,51 im boerse.de-Performance-Check ein C-Rating (= Verlierer-Aktie).

 

Eine weitere Verlierer-Aktie ist Plug Power aus den USA: Deren geoPAK10 beträgt -2%, die Gewinn-Konstanz 62% und die Verlust-Ratio 8,90. Im zweiten Quartal 2025 verbesserte Plug Power zwar immerhin seine Bruttomarge und erhielt eine milliardenschwere Kreditzusage des US-Energieministeriums. Doch unterm Strich blieb auch hier die Bilanz tiefrot.

 

Für Anleger ergibt sich damit ein klares Muster: Wasserstoff ist zwar politisch gewollt, wirtschaftlich aber noch nicht rentabel. Außerdem lasten hohe Kosten, eine schwer kalkulierbare Nachfrage und der starke Wettbewerb – insbesondere aus China – auf den Geschäftsmodellen vieler Branchenteilnehmer. Hinzu kommt, dass sich die Aktienkurse von Nel und Plug Power seit Jahren in einem überwiegenden Abwärtstrend befinden.

 

Wasserstoff könnte durchaus eine tragende Rolle in der Energiewende spielen. Doch bei reinen Wasserstoff-Aktien gilt für Anleger: Wer hier mit dem Strom schwimmt, geht ein hohes Risiko ein. Informieren Sie sich stattdessen besser über die insgesamt 100 langfristig besten Aktien der Welt. Darunter finden sich z.B. auch Infrastruktur-Titel wie NextEra Energy, die das Kapital der Anleger dauerhaft vermehren.

 

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Auf erfolgreiche Investments,

 

Ihre

Sabine Lembert



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